Ostern 2016: Deutschland – geistliche Ödnis

Liebe Freunde der verfolgten Christen, liebe Mitbeter und aufmerksame Beobachter des Weltgeschehens: auch in diesem Jahr wieder feiern wir Gläubigen Ostern im Schatten der Werke des Teufels, die seine Anhänger auf der ganzen Welt tun und die nicht zuletzt auch den Leib Christi zum Ziel haben. Vor diesem Hintergrund ist geistliche Klarheit und intellektuelle Redlichkeit das erste Gebot der Gemeinde, um die „Geister zu scheiden“. Dafür möchte ich hiermit plädieren.

OSTERN3Leider fehlt es in unserem Lande an beidem. Die intellektuelle Redlichkeit, das „ausgewogene Bewerten“ von Sachverhalten ist im öffentlichen Dialog längst der Paranoia und der hasserfüllten Rede gewichen. Medien, Politiker und Aktivisten unterschiedlichster Couleur zeichnen mit dem Verlust jeglicher, verbaler Zurückhaltung dafür verantwortlich. Die geistliche Klarheit vermisse ich ebenfalls, vor allem bei den „Hirten“ der Kirchen. Dies schon lange und daran hat sich auch 2016 nichts geändert. Wenn etwa in den Karfreitagspredigten führender Bischöfe im Lande die Politik den ersten Rang einnimmt und man von der Opfertat Jesu, von seinem Leiden, seinem Tod und seiner Überwindung des Todes nur noch am Rande etwas oder sogar gar nichts mehr vernimmt, dann möchte ich den Hirten (beider Konfessionen übrigens, da bin ich „ökumenisch“) zurufen: „Besinnt euch ! Ihr predigt nicht für die Kameras, den vermeintlichen, politischen mainstream oder euer eigenes Gewissen, ihr predigt zur Ehre Gottes und zur geistlichen Erbauung der Schäfchen!“

Die Politisierung und damit die Verweltlichung der Kirchen ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass uns einzelne Bischöfe bereits vorschreiben wollen, wen wir (nicht) zu wählen haben, bei verbaler „Exkommunikation“ im Falle des Zuwiderhandelns. Kann es wirklich die Aufgabe meines Hauskreis-Leiters, Seelsorgers, Gemeindeleiters, Bischofs etc. sein, mir direkte Vorschriften über das Verhalten im sozialen oder politischen Bereich zu machen ? Zumal Vorschriften, die unzureichend oder gar nicht durch biblische Ge- bzw. Verbote oder sonstige an Jesus orientierte Richtlinien begründet werden können ? Ich gestehe es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz ehrlich: ja, auch ich fühle mich ein wenig unbehaglich, wenn ich weiß, dass eine Schwester oder ein Bruder sagen wir mal …. die „Linkspartei“ unterstützt. Oder die durch und durch alle biblischen Orientierungshilfen verschmähenden „Grünen“ (Stichworte: Gender, Homosexualität, Islam-Anbiederung, Pädosexualität und Drogenkonsum). Ist es aber an mir, die Gewissen dieser Christen zu erforschen und ihnen ihren Glauben, ihre Beziehung, die sie zum Herrn haben mögen, abzusprechen ?

Natürlich nicht ! Nur Gott, der Herr, kann sie ganz und gar verstehen. Da kommt dann Matthäus 7, 1-3 ins Spiel, der mich, der ich tatsächlich gerne mal etwas vorschnell mit dem verbalen Richterbeil auf Mitmenschen, auch Mitchristen losgehe, immer wieder ausbremst.

 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?

Ich kenne meine Schwächen und im Namen Christi gehe ich auch dagegen an. Dennoch wird mir unwohl, wenn auch und gerade aus Kirchenkreisen immer konkretere „Handlungsanweisungen“ an die Gemeinde ergehen.

So z. Bsp. in der „Flüchtlingsfrage“, die wohl unsere Republik seit Ende 2014 „fest im Griff“ hat, was die Schlagzeilen und die „Stammtisch-Diskussionen“ angeht. Diskussionen, die durchaus auch an einer Supermarktkasse, auf der Straße oder in der heimeligen Bequemlichkeit des eigenen Wohnzimmers stattfinden können. In dieser Angelegenheit haben sich Synodale, Bischöfe und sonstige kirchen-nahe Persönlichkeiten, die von den Massenmedien immer gerne für die Bestätigung der eigenen „Linie“ ausgenutzt werden, von Anfang an der Frau Bundeskanzlerin angedient. Sich „eingereiht“, wie man es seit den Tagen der gleichgeschalteten Kirchenhierarchien in der DDR oder der „Deutschen Christen“ in der NS-Zeit nicht mehr kannte. Kirche als entweder „politik-reduzierter Raum“ oder als „vielfältiger Chor der Mahner“ ist seitdem ein Totalausfall. Zumindest nach dem, was man „von außen“ so vernehmen kann. Die offizielle Linie ist mal wieder strikt „Staats-Treue“.

Konkreter: Wer immer ein wenig skeptisch auf die „refugees welcome“-Hysterie und die „wir schaffen das“ – Rhetorik von Frau Dr. Merkel reagierte, konnte sich gewiss sein, dass er im offiziellen Kirchengeschehen keine „Heimat“ mehr haben durfte. Denn: „empathielos“ oder gar „kaltherzig, bis zum Rande der offenen Ausländerfeindlichkeit“ will doch kein Anhänger Jesu geschimpft werden, oder nicht ? Die Tatsache, dass der Schöpfer alle Menschen auch mit einem Verstand ausgestattet hat und dies nicht ohne Grund, wurde und wird z. T. noch immer in unseren Gemeinden als „sekundär“ oder gar als unangenehm empfunden. Eine Sache zu durchdenken ist der Kirchen Stärke nicht. Wir „fühlen“ ja stattdessen so gerne. Und vor allem fühlen wir uns gerne „gerecht, gut, überlegen und wohlanständig“. Dieses Gefühl erzeugen wir am liebsten selbst, indem wir den vermeintlich „Schwachen“ unsere Nächstenliebe bezeugen. Mit Teddybären und Kerzen und Hilfseinsätzen für „refugees“, die ja bekanntlich alle aus Kriegsgebieten stammen und durch und durch traumatisiert sind. Abgesehen davon, dass angesichts „verlorengegangener“ Pässe niemand so genau weiß, wieviele vermeintliche Syrer eigentlich Algerier, Libyer, Libanesen oder Tunesier sind, deren Heimatländer eben nur z. T. traumatisierende Verhältnisse aufweisen, stellt sich für mich noch eine andere Frage. Nämlich die nach der „Selbstgerechtigkeit“ vieler Helfer und vieler Kirchen-Hierarchen. Viele Dinge, die man nämlich so hört klingen verdächtig nach „wir sühnen nun endlich für die Sünden der Väter und Großväter (Nazis), indem wir jedermann in die Arme schließen. Jetzt werden uns alle liebhaben.“

Aber für alle Sünden hat ausschließlich ER, der an Karfreitag ans Kreuz ging, gesühnt. WIR, auch wir Christen in Deutschland, müssen für nichts geradestehen, als für unser eigenes Handeln, Reden und Denken. Unsere Verantwortung ist zuallererst vor dem Mann von Golgatha, vielleicht auch noch vor kommenden Generationen unserer Kinder und Endkel und wenn es einigen von uns sinnlos oder geradezu gesellschaftlich kontraproduktiv erscheint, Grenzöffnungen und die „Willkommenskultur auch für Terroristen“ gutzuheißen, dann ist das schlicht und ergreifend ebenso zu tolerieren, zu akzeptieren gar, wie das andere Extrem der notorischen Flüchtlingshelfer und Problem-Abwiegler und -negierer. Hier innerhalb des Leibes Christi Grenzen zu ziehen, die mit Dingen wie „Einstellung, Gesinnung oder Wahlverhalten“ zu tun haben, erscheint mir auch nicht recht christlicher Gesinnung zu entsprechen. Innerhalb eines Leibes gar, dessen „Nervenbahnen“ offenbar schon so zerrüttet sind, dass die Botschaften von den verfolgten Christen andererseits (ja, ich hab die Wendung zum Thema dieses Blog doch noch geschafft, puh) in weiten Teilen der Basis und der Hierarchien nicht mehr ankommt. „Jeder ist willkommen, aber von Christenverfolgung sprechen wir nicht und davon wollen wir auch nichts hören.“ klingt für mich nach reinster Heuchelei.

Denn es ist mir (und meine Gesprächspartner wissen ein leidiges Lied davon zu singen) mittlerweile zum geflügelten Wort geworden, dass ein Leib, dem der Fuss abgehackt wird (Nigeria, Nordkorea, Pakistan, Indonesien, Sudan…schauen Sie bei „open doors“ nach, wo noch) und dessen Mund deshalb nicht lautstark zu schreien beginnt, irgendwo einen Nervenschaden haben muss. Anders gesagt: eine Kirche oder eine „Christenheit“, die angesichts der sich immer mehr beschleunigenden, in immer widerwärtigeren Massakern ausufernden Christenverfolgung nicht eindeutig, laut und auch OFFENSIV dagegen Stellung bezieht, die Ross und Reiter, Täter und Opfer nicht eindeutig benennt und die Motivationen (geistlich, materiell) der Täter herausarbeitet, kann nicht ein „gesunder Leib“ unseres Herrn sein. Sorry, wenn ich da anfangen sollte, „zu richten“, wo es mir nicht zukommt. Aber hier sehe ich EIN Symptom einer Kirche ohne Perspektive, ohne Charakter, ja, vielleicht sollte ich das gar nicht sagen, sogar ohne den Geist des Herrn, der auf ihr liegt. Jeder möge für sich prüfen, ob und in wieweit ich hierbei Recht behalten kann.

Aber vor diesem allen werden sie Hand an euch legen und euch verfolgen und werden euch überantworten den Synagogen und Gefängnissen und euch vor Könige und Statthalter führen um meines Namens willen. (Lk 21, 12)

Und hier komme ich dann auch zum problematischen Teil. Wenn uns der Herr Christus also Gewalt, ungerechtfertigte Verfolgung und Bestrafung vorausgesagt hat, die wir Gläubigen erleiden werden, WEIL wir in seinem Namen unterwegs sind, dann haben viele Christen daraus die folgende, sehr beliebte Haltung zusammengebastelt: „Wenn es so kommen soll, dann kommt es so. Wir können nur beten und uns zurücklehnen, während es geschieht. Der Herr wirds schon richten.“
Genau diese „Hände – in – den – Schoß“-Theologie, dieses „wir können ja eh nichts ausrichten“-Grundhaltung, die auch und gerade in sehr bibeltreuen, vermeintlich konservativen Gemeinden vorherrscht, ist nun wiederum die andere Seite der hysterisch nach „Selbsterlösung“ heischenden Medaille. Die Passivität von überzeugten, tiefgläubigen Christen, hat unsere Kirchen den „Aktivisten“ überlassen, deren Ziele nach und nach eben höchstens noch teilweise, aber nicht mehr komplett, mit der Bibel begründet werden können. Auch unser Thema der Christenverfolgung ist davon betroffen. Denn dieses Thema haben die Vorreiter der „modernen, sozialen und gerechten“ Kirche eben auf den Index gesetzt. Es birgt nämlich das Potential, ihre Illusionen bezüglich Dingen wie der Friedlichkeit des Islams und damit der Zielsetzungen „interreligiöser Dialoge“ (die zumeist NUR mit dem Islam geführt werden) zu korrigieren und diese sowie andere Illusionen haben z. T. ja längst eine biblisch fundierte Theologie innerhalb unserer Gemeinden ersetzt. Man hat sich längst ein „Sozial-, Öko-, Friedens-, Gender-„-Evangelium zusammengebastelt, das mit der Lehre Christi oft nur noch wenig gemein hat oder zumindest oft nur einen Teil dieser Lehre herausgreift und als Ganzes ausgibt.

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, ich könnte noch lange weitere Dinge anführen, die mir am Kirchenbetrieb, an der veröffentlichten Meinung, dem politischen mainstream und dem Zustand unseres Landes aufgefallen sind. Für jetzt, für das Osterwochenende sei dies aber einmal genug. Besinnen wir uns zunächst einmal wieder auf den Kern unseres Glaubens, auf die Auferstehung Christi zu Ostern, auf das höchste Fest der Christenheit. Auch auf das, was wir daraus lernen können: Der Tod ist nicht das Ende. Er hat für uns Gläubige NIEMALS das letzte Wort, hat nie die höchste Autorität und ist für uns durch den Christus überwunden worden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist, dann wüsste ich auch keinen Besseren !

In diesem Sinne wieder „FROHES OSTERFEST“, denn „Der Herr ist auferstanden … Er ist wahrhaftig auferstanden !“
Ihr

Martin Clemens Kurz

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