China: prominenter Pastor verhaftet – verschleppt in Geheimgefängnis

Liebe Mitbeter und Freunde der verfolgten Christen, heute muss ich Ihnen von Geschehnissen in der „Volksrepublik“ China berichten und eigentlich müsste ich dafür ein wenig weiter ausholen. Damit aber dieser Beitrag nicht gar zu lang wird, werde ich die Hintergründe der Verhaftung von Pastor Gu Yuese aus Hangzhou nur recht knapp zusammenfassen. 

China

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Wir wissen ja, dass es zwei Arten von Kirchen in China gibt. Die oftmals staatlich nicht anerkannten „Hauskirchen“, über denen permanent das Damokles-Schwert der Schließung und staatlichen Verfolgung schwebt, und die offiziellen, vom Staate anerkannten und überwachten Kirchen, die jedoch nicht das ganze Evangelium predigen dürfen und denen die Finanzierung und Unterstützung aus dem Ausland untersagt ist.

Dass letztere lange Zeit Privilegien hatten und von der permanent misstrauischen, kommunistischen Partei weniger hart angegangen wurden, war sozusagen gegeben. Man hatte die „Staatskirchen“ (wir sollten uns darüber nicht lustig machen, denn viele Kirchen-Hierarchen in unserem Lande reden auch oft und gerne der Regierung und dem Mainstream nach dem Munde !) gut im Griff und durch Überwachung auch souverän unterwandert. Nun aber gibt es Zeichen dafür, dass selbst diese Staatskirchen ein wenig die Geduld mit dem Regime verlieren. Dies vor dem Hintergrund der Kirchenschändungen, Kreuzes-Abrisse und Kirchenabbrüche in der Zhejiang-Provinz, die seit 2014 unvermindert aggressiv durchgeführt werden und bis heute andauern.

Ein prominenter Vertreter der „Staatskirche“, der nicht nur die Chongyi-Gemeinde in Hangzhou leitete (die der evangelischen, staatskirchlichen Organisation „Drei-Selbst-Kirche“ angehört) sondern auch im Vorstand des landesweiten „Christenrates von China“ (CCC) mitarbeitet und der Unterabteilung des CCC in der Zhejiang-Provinz vorsteht, ist eben der schon erwähnte Pastor Gu Yuese. Seitdem die staatlichen Stellen mit kräftiger Unterstützung der regionalen KP damit begonnen haben, massiv gegen alle öffentlichen Manifestationen des christlichen Glaubens in Zhejiang vorzugehen, hat sich ein wachsender Widerstand gegen die mit dieser Kampagne einhergehenden Zwangsmaßnahmen entwickelt. Chinesische Christen protestieren öffentlich, blockieren Abrissbagger etc., wenn die staatlich angeregten Abrissmaßnahmen beginnen etc. Dass hierbei die Staatskirchen natürlich weniger aktiv vertreten sind, versteht sich von selbst.

Nun aber hat sich mit Pastor Gu ein wohlvernetzter und hochanerkannter Kirchenleiter kritisch zur antichristlichen Kampagne in Zhejiang geäußert. Was folgt in einer Diktatur daraus ? Richtig geraten: Anfang Januar 2016 wurde Gu vom Posten des Leiters der Chongyi-Gemeinde entfernt, wie die regionale CCC-Leitung am 18. Januar 2016 verlauten ließ. Seit dem 28. Januar 2016 ist Pastor Gu für niemanden mehr erreichbar. Einen Tag später gaben die Behörden bekannt, dass er unter „örtlicher Überwachung an einem dafür bestimmten Ort“ stehe. Umgangssprachlich ausgedrückt: Pastor Gu Yuese ist in einem der „grauen Gefängnisse“ Chinas verschwunden und bis auf weiteres der Willkür seiner staatlichen Peiniger ausgesetzt. Auch Gus Frau, Zhou Lianmei, kann nicht mehr erreicht werden, weshalb Bekannte der Familie davon ausgehen, dass auch sie in einem dieser illegalen Folterzentren verschwunden ist.

Beobachter der christlichen Menschenrechtsorganisation „China Aid“ sprechen im Zusammenhang mit diesen stillschweigenden Inhaftierungen von einer „Eskalation der Unterdrückung des Protestes gegen die Zwangsdemolierungen von Kruzifixen“. Wer bis jetzt noch immer darüber fabuliert, wie „entspannt“ das Verhältnis von Staat und Kirche bzw. KP und Kirche mittlerweile in der Volksrepublik China geworden wäre, sollte vielleicht ab und an mal die Situation in Zhejiang recherchieren und bei „china aid“ nachlesen. Ich zumindest bleibe skeptisch. Kommunisten und Christen…nee, nee, das hat nie gepasst und das passt auch immer noch nicht. Marx (oder wahlweise Mao) und Jesus gleichzeitig anzubeten ist nur Menschen mit gespaltener Persönlichkeit möglich.

In diesem Sinne: beten wir doch für Pastor Gu und seine Frau. Dass sie gestärkt und fest im Glauben aus dieser Prüfung hervorgehen mögen.

(Quelle: „persecution.org“ vom 29. Januar 2016)

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2 Gedanken zu “China: prominenter Pastor verhaftet – verschleppt in Geheimgefängnis

  1. Hallo,

    könnt Ihr mehr über die Christenverfolgung inmitten Deutschland berichten? iN DEN aSYLHEIMEN WERDEN CHRISTEN GESCHLAGEN UND ZUSAMMENGESCHLAGEN

    Grüße Kornelia

    • Zunächst mal dankeschön für diese Anregung.
      Sicher ist Ihnen schon aufgefallen, dass der Blog nicht mehr so oft mit „Neuigkeiten“ bestückt wird und sich mehr auf „allgemeine“ Themen und Themen von weiterführender Relevanz ausrichtet. Aktuelle Ereignisse aus dem In- und Ausland werden zumeist auf unserer „Facebook“-Seite gepostet und manchmal auch mit kurzen Kommentaren versehen. Für Probleme, wie das von Ihnen erwähnte Geschehen in deutschen Wohn-Einrichtungen für Zuwanderer, ist also mehr die FB-Seite „zuständig“. Aber, sollte ich die Zeit dafür finden und sich ein weiterer, bedauerlicher Vorfall medial belegen lassen, bin ich nicht abgeneigt, diesen für einen „Kommentar“ zum Thema zu nutzen.
      In diesem Sinne: nicht vergessen, weiter zu beten und sich einzumischen, wo möglich.
      FB-Seite des BGvK:
      https://www.facebook.com/Berliner-Gebetskreis-verfolgte-Kirche-810446115636838/

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