Indonesien: absurde Situation einer Kirchengemeinde hält an

Liebe Leser, Mitbeter und Freunde der Christen in Not: Sie wissen es ja schon seit Jahren, wenn Sie diesen Blog verfolgen, dass die Religionsfreiheit in Indonesien sich in schlechtem Zustand befindet. Ganz entgegen den Einschätzungen der Mainstream-Medien und der nur sehr oberflächlich hinguckenden Politiker der „westlichen Welt“, die immer noch den „liberalen Islam“ Indonesiens als gegeben ansehen, haben Minderheiten wie die ca. 9 % Christen einen extrem schweren Stand. Auch, wenn die integrative „Pancasila“-Philosophie, der Indonesien seit der Unabhängigkeit anhing, lange Zeit für Frieden im Lande sorgte, so beeinflussen radikale Einflüsse die muslimische Mehrheit der Bevölkerung in immer schlimmerem Maße. 

Indonesien

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Wenn Sie sich, liebe Leser, gefragt haben, was aus der „Yasmin“-Gemeinde von Bogor geworden ist, über die wir hier im Blog lange Zeit intensiv berichtet haben, dann habe ich jetzt eine Aktualisierung für Sie. Wer den Fall der Gemeinde aus dem Städtchen Bogor, 60 km südlich von Jakarta, nicht kennt, der kann in unserem umfangreichen Blog-Archiv alles darüber nachlesen. Im Kern geht es darum, dass eine Kirchengemeinde, der es gelungen war, trotz der repressiven Gesetze Indonesiens, was Kirchenbau und Gemeindearbeit angeht, ein Grundstück für den Bau eines Kirchengebäudes zu erwerben und mit den Bauarbeiten dort zu beginnen, daran gehindert wird, damit fortzufahren. Alle legalen Voraussetzungen hat die Yasmin-Gemeinde erfüllt, hat Nachbarn befragt, Genehmigungen eingeholt etc. Der damalige Bürgermeister von Bogor, der unter den Einfluss radikalislamischer Kreise geriet, ließ daraufhin 2008 sowohl die Bauarbeiten beenden, als auch das Gelände von der Ortspolizei versiegeln. Die Kirchengemeinde stand damit im wahrsten Sinne des Wortes „auf der Straße“, wo sie, in einer Art öffentlichem Protest damit begann, sonntags ihre Gottesdienste abzuhalten, während sie vor Gericht die Legalität ihres Grundstückserwerbs und des darauf durchgeführten Bauvorhabens nachwiesen. Langer Vorrede, kurzer Sinn: trotz höchstrichterlicher Entscheidung 2010 ZU GUNSTEN der Yasmin-Gemeinde, weigerten sich die örtlichen Behörden felsenfest, das Gelände wieder für diese Kirche zugänglich zu machen und provozierten damit einen Konflikt, den sie mit Hilfe der Polizei führten. Es gibt Gerüchte, dass der Gemeinde ein alternatives Grundstück am Stadtrand angeboten worden sein soll. Wäre dies wahr, so wüsste man auch, worauf das ganze Kasperltheater hinauslaufen soll: Christen sollen im bildlichen Sinne „an den Rand der Gesellschaft“ verfrachtet werden.

Die öffentlichen Gottesdienste der Yasmin-Gemeinde wurden jedenfalls behindert, sollten mit Hilfe von Schlagstöcken aufgelöst werden, etc. Parlamentarier kamen nach Bogor, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Petitionen wurden eingereicht, die Yasmin-Gemeinde appellierte an den Präsidenten Indonesiens, hielt Mahnwachen in Jakarta vor dem Präsidentenpalast ab…. Es passierte bis heute nichts. Immerhin hält die Gemeinde seit 2012 auch immer wieder Mahnwachen und Gottesdienste in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes in Jakarta ab, um eine breitere Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erlangen. Berichte von Experten vor Ort sprechen davon, dass der neue, seit nunmehr einem Jahr im Amt befindliche Präsident Indonesiens Joko Widodo, die Macht hätte, die höchstrichterliche Entscheidung, die nunmehr seit FÜNF JAHREN ignoriert wird, durchzusetzen. Aber, wie schon sein trantütiger Vorgänger Yudhoyono, tut er es nicht.

Deshalb wird die Yasmin-Gemeinde nun in Jakarta ihren 100sten Freiluftgottesdienst (also soz. ein trauriges „Jubiläum“) in der Hauptstadt seit 2012 abhalten. Beten wir dafür, dass diese Gemeinde in Frieden Gott anbeten kann, dass ihr Protest gehört wird und sie ihren Baugrund bald wieder betreten und dort IHRE eigene Kirche bauen können.

(Quelle: „world watch monitor“ vom 24. September 2015)

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