Indien: weitere Attacke auf Kirchenversammlung

Eigentlich bin ich es leid, von Überfällen auf indische Christen in diversen, indischen Bundesstaaten zu berichten. Ich hatte sogar vor einiger Zeit extra den Terminus „Curry-Christenverfolgung“ entworfen, um die auffällige Gleichartigkeit der Abläufe von Überfällen auf Gottesdienste in Indien zu beschreiben. Aber als kleine „Erinnerung“ an die Leiden indischer Christen sei an dieser Stelle mal wieder ein aktuelles Beispiel beschrieben.

Karte von Indien

Indien

Auch der Fall vom 14. Juni 2015 aus dem indischen Bundesstaat Kerala, weist wieder alle „typischen“ Merkmale des altbekannten Musters auf. Eine Versammlung von Christen wird von Hindu-„Aktivisten“, die in ihrer hirnlosen Brutalität etwa mit Skinheads oder der sog. „Antifa“ in Deutschland vergleichbar sind, überfallen, die Anwesenden eingeschüchtert und auseinandergetrieben. Der danach üblichen „Zivilfestnahme“ entging Pastor Shiju von der „world with love ministries“-Gemeinde in Attingal vielleicht nur durch seine sofortige Flucht. Es wird wie üblich von keinerlei Polizeipräsenz oder späterer Verfolgung der Täter berichtet.

Stattdessen werden Berichte von „Augenzeugen“ laut, die von der unfassbaren Brutalität der Angreifer berichten, die wohl während ihrer Schandtaten „Hoch auf Mutter Indien“ und ähnliche Parolen von sich gegeben haben sollen. Dadurch wird natürlich die Vermutung gestützt, dass es sich bei der Zusammenrottung von Brutalinskis um Sympathisanten Hindu-Nationalistischer Parteien wie der BJP des Ministerpräsidenten Narendra Modi handelt. Wie üblich haben die Angreifer sich „einfacher“ Waffen bedient. So ist u. a. ein Motorradhelm zum Schlaginstrument umgewidmet worden und die üblichen Knüppel und Eisenstangen haben wohl auch wieder ihre Rolle gespielt.

Natürlich war auch das gewohnte Zerstören der Einrichtung der Versammlungshalle wieder Teil des „Unterhaltungsprogrammes“ der hinduistischen Radikalen. Teile der Audioanlage, die Kanzel und diverses Gerät für das Abendmahl wurden demoliert. Diesmal zeigte der Mob sogar taktische „Brillianz“, indem er zunächst eine „Vorhut“ in den Versammlungssaal schickte, die durch seine ungeheure Brutalität die Christen aus dem Gebäude jagte, während der größte Teil der Fanatiker draußen wartete, und die Flüchtenden dann „in Empfang nahm“. Sie sehen, liebe Leser, dieses Verhalten ist geplant, gesteuert und findet keinesfalls „wahllos“ und zufällig statt. Dass dieses Mal der betroffene Gemeindeleiter nicht vom Mob festgehalten und als „Durchführer von Zwangskonversionen an Hindus“ zur nächsten Polizeiwache geschleppt wurde, ist wohl u. a. auch der Tatsache geschuldet, dass Kerala nicht zu den sechs Bundesstaaten gehört, die ein solches „Anti-Zwangskonversionsgesetz“ in Kraft gesetzt haben. Diese Rechtsvorschriften werden in anderen Bundesstaaten wie Madhya Pradesch z. Bsp. meist zur Diskriminierung und Verfolgung religiöser Minderheiten missbraucht, indem man etwa christlichen Pastoren vorwirft, ihre Schäfchen mit „falschen Versprechungen“ o. ä. zur Nachfolge Jesu „verführt“ bzw. „gezwungen“ zu haben.

Weiterhin kommt in der aktiven Christenverfolgung oft auch noch eine soziale Komponente dazu. Christliche Einrichtungen kümmern sich oft aufopferungsvoll um die Geringsten der indischen Gesellschaft. Und obwohl das Kastenwesen bereits seit längerer Zeit offiziell außer Kraft gesetzt ist, denken indische Hindus oft noch in diesen Kategorien. Die Fürsorge für „Dalits“ oder die kastenlosen „Unberührbaren“ erinnert Hindus also an ihre eigene Kaltherzigkeit gegenüber Armut und sozialem Elend. Dieses schlechte Gewissen wird dann öfters an christlichen Schulen, Hospitälern und immer öfter eben auch an Gemeinden und ihren Leitern ausgelassen wie es scheint.

In jedem Falle erfordern die Verhältnisse Indiens einiges an Gebet und Aufmerksamkeit.

(Quelle: „persecution.org“ vom 26. Juni 2015)

 

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