Mahnwache Nordkorea: „Vergiss nicht Kenneth Bae !“

Seit nunmehr fünf Jahren steht ein kleines, unerschütterliches Häuflein Berliner Christen einmal in der Woche vor der Botschaft Nordkoreas in Deutschland. Sie demonstrieren dort für Meinungs-, Reise- und Religionsfreiheit auch für die Bürger der Kim-Diktatur. Vor allem aber haben es ihnen die verfolgten Christen, die Untergrundgemeinden und inhaftierten Nachfolger Jesu angetan, die in dem asiatischen Land oftmals in Arbeits- und Umerziehungslagern dahinvegetieren. Ich hatte diese in ihrer Dauerhaftigkeit und überkonfessionellen Breite einzigartige Initiative bereits im Jahr 2012 einmal vorgestellt. Nun wollte ich dort mal wieder vorbeischauen.

Bei strahlendschönem Spätsommer-Wetter versammelten sich auch an diesem Donnerstag wieder zwischen 14.00 und 15.00 Uhr die „üblichen Verdächtigen“ in der Berliner Glinkastraße, um mit Plakaten, Flugblättern und Sprechchören die Passanten auf die schweren Menschenrechtsverletzungen des Kim-Regimes in Nordkorea aufmerksam zu machen. Mit Sprechchören und Liedern wurden u. a. die Abschaffung der schrecklichen Lager als auch die Herstellung von Meinungs- und Reisefreiheit für die Bürger dort gefordert. Gespräche ergaben sich immer wieder mit Passanten, die mehr über dieses Anliegen wissen wollten oder einfach nur neugierig waren, warum sich wohl dieser kleine, bunte Haufen hier, scheinbar auf einem x-beliebigen Bürgersteig in Berlin-Mitte, versammelt hatte. Aber auch an „Gegenwind“ fehlt es hier selten. So schimpfte ein gutgekleideter, junger Mann, dass „der Scheiß Ami“ (Kenneth Bae, dazu später mehr) gefälligst „im Knast bleiben“ solle. Auch, als die Sprechchöre angestimmt wurden, bekam die Gruppe Beschimpfungen aus dem nahegelegenen Hostel-Fenster zugerufen. Wer für etwas einsteht, muss eben auch etwas aushalten können.

Was mir persönlich so positiv an der „Mahnwache Nordkorea“ auffällt, ist ihre überkonfessionelle Zusammensetzung. Da ist ein Straßenevangelist ebenso willkommen wie ein katholischer Lektor oder ein evangelisches Ehepaar mit großen Sympathien für Israel. Wer sich zu Christus bekennt und wem es nicht gleichgültig ist, dass Nordkorea aus gutem Grund seit Jahr und Tag die „Nr. 1“ im Weltverfolgungsindex der Hilfsorganisation „open doors“ ist, der ist hier am richtigen Platz. Schon seit fünf Jahren nun, was ich persönlich für bewundernswert halte. Und so ist es auch keine Überraschung, dass die Mahnwache für Nordkorea

  • am 25. September 2014 (Donnerstag, 14 – 15 Uhr, Glinkastraße 5-7, Berlin-Mitte) von der „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGfM) unterstützt werden wird,

die gemeinsam mit diesen christlichen Aktivisten auf das Thema Nordkorea aufmerksam machen will. Bitte diesen Termin unbedingt vormerken ! Bitte, wenn möglich auch dorthin kommen und so für eine ordentliche Teilnehmerzahl sorgen !
Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder der Mahnwache auch, um für konkrete Anliegen bezüglich Nordkoreas gemeinsam zu beten. Sie sehen, liebe Leser, dies ist eine Gruppe ganz nach meinem Herzen.

Kenneth Bae, a Korean-American Christian missionary who has been detained in North Korea for more than a year, meets a limited number of media outlets in PyongyangWas den Aktivisten aber seit einiger Zeit auf dem Herzen liegt, ist das Schicksal des Pastors Kenneth Bae. Bisher hatte ich aus verschiedenen Gründen darauf verzichtet, es hier im Blog darzustellen, aber die Frauen und Männer von der Mahnwache haben mich unmißverständlich darauf aufmerksam gemacht, dass ich Kenneth Bae nicht vergessen dürfe. Deshalb hier also seine Geschichte in wenigen Sätzen:

  • Kenneth Bae ist gebürtiger Südkoreaner und wanderte 1985 in die USA aus. Hier machte er seinen Oberschulabschluss und studierte zwei Jahre Psychologie an der Universität von Oregon und zog später nach Lynnwood, Washington. Die Jahre danach sind schlecht dokumentiert, aber es scheint, dass Bae ein Reiseunternehmen in der sog. „Sonderwirtschaftszone“ im Grenzgebiet der beiden Koreas eröffnet hätte. Dort, in Rason, wurde er auch im November 2012 verhaftet, wegen angeblicher „Aktivitäten zum Umsturz der Regierung“ angeklagt und schließlich am 30. April 2013 zu 15 Jahren schwerer Strafarbeit verurteilt. Nach Angaben aus seinem Umfeld sei Bae Diabetiker und bekomme nicht die notwendigen Medikamente im Lager. Bei zwei Gelegenheiten sei seine Gesundheit bereits akut so zerrüttet gewesen, dass er in ein Krankenhaus verlegt werden musste. Da die USA keine diplomatischen Beziehungen mit Nordkorea unterhalten, ist das Verhandeln für eine Freilassung von Bae und mindestens zwei weiteren, inhaftierten US-Bürgern schwierig. Anfang September 2014 durfte Kenneth Bae ein beaufsichtigtes, kurzes Interview mit CNN führen, was vielleicht darauf hindeuten könnte, dass Nordkorea ihn als Verhandlungsmasse betrachtet und gegen entsprechende Vorleistungen der USA freilassen wird.

Mehrfach wurde deshalb auch von der Mahnwache lautstark die sofortige, bedingungslose Freilassung Kenneth Baes gefordert. In den USA plant derweil seine Schwester, Terry Tschang, eine Reise nach Washington, um dort Parlamentarier, das Außenministerium und den Präsidenten noch einmal nachdrücklich auf das Schicksal ihres Bruders aufmerksam zu machen und sie zu mehr Aktivität zu seinen Gunsten aufzufordern. Denn der Gesundheitszustand ihres Bruders scheint sich bereits wieder rapide zu verschlechtern.

In diesem Sinne, bitte unterstützen doch auch Sie das weltweite Gebet für die Freilassung Kenneth Baes. DANKE !

(Quellen: „time magazine online“ vom 01. September 2014 und „the Seattle Times“ vom 01. September 2014)

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Ein Gedanke zu “Mahnwache Nordkorea: „Vergiss nicht Kenneth Bae !“

  1. Am gestrigen Donnerstagnachmittag habe ich das erste mal von der Beständigen Mahnwache vor der nordkoreanischen Botschaft in der Glinkastraße (Ecke/U-Bahnhaltestelle Mohrenstraße) erfahren. Kurz vor meiner Abreise aus der Bundeshauptstadt wollte ich noch einmal an der nordkoreanischen Botschaft vorbeischauen und Gebete über den Eisernen Vorhang schicken; da traf ich auf eben jene kleine Gruppe von Demonstranten. Ich dachte: Gott sei Dank, es gibt doch noch Menschen welche hier demonstrieren. Wem Menschenrechte tatsächlich etwas bedeuten, der kann nicht nur für seine eigene Menschenwürde kämpfen, dem können die Menschen in Nordkorea nicht gleichgültig sein.

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