Usbekistan: Verfolgung läuft weiter

Die Flut von Maßnahmen gegen die Religionsfreiheit, die durch Usbekistan läuft, schlägt immer neue Wellen. Von ihr sind vor allem Zeugen Jehovas und (das Thema meines Blogs legt das nahe…) Christen betroffen. Jüngste Beispiele folgen.

Usbekistan

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So wurde am Morgen des 17. August 2014, einem Sonntag, die Privatwohnung der christlichen Familie Alpajew in der Navoi-Region von Angehörigen der Anti-Terror-Einheit der usbekischen Polizei gestürmt. Noch einmal zum Kopfschütteln: ANTI-TERROR-POLIZEI geht gegen Christen vor ! Die ja allgemein dafür bekannt sind, Sprengstoffgürtel zu tragen, Menschen vor laufenden Kameras den Kopf abzuhacken und Frauen zu versklaven. Was hatten diese schlimmen, schlimmen Menschen also getan ? Richtig, sie hatten sich mit Freunden und Familienangehörigen, die im Ausland wohnen (Russland, Israel) zu einem sonntäglichen Gebetstreffen im privaten Rahmen versammelt. Na, da muss man doch etwas dagegen tun können ! Wäre ja noch schöner, wenn in Zentralasien so etwas wie die „böse, westliche“ Religionsfreiheit um sich greifen würde !

Und so kam es dann auch. In die Wohnung wurde von der Polizei eingebrochen, es wurde kein Durchsuchungsbefehl vorgelegt, sämtliche Schränke wurden durchsucht, jegliche christliche Literatur beschlagnahmt, Computer wurden konfisziert, die Anwesenden, deren Gastgeber zur baptistischen Gemeinde zu zählen sind, wurden verbal eingeschüchtert, fotografiert und den ausländischen Gästen wurden die Pässe abgenommen. Dies mit der Angabe, dass man sie ihnen nach dem Abschluss des Prozesses für ihre Ausweisung dann zurückgeben würde. Die Gäste, Familie Soljanow, wurde am 23. August 2014 nach Russland abgeschoben. Schöne, neue Welt. Ich höre die Zweifler an den von „Forum 18“ akribisch gesammelten Fakten schon wieder murmeln: „Einzelfall“ und…“das geschieht schon mal da unten“.

Ach, ja ? Nun, zuvor waren bereits am 02. August 2014 in Tschirtschik, Region Taschkent, 15 Beamte verschiedener, regionaler Sparten in das Haus von Pastor Stanislaw Kim eingedrungen. Unter ihnen mindestens 3 Polizisten. Der Geistliche spielte derweil mit Familienangehörigen und Freunden Volleyball im Garten. Während dieser Razzia wurden wiederum diverse christliche Bücher konfisziert, ebenso zwei Computer-Festplatten, ein Fotokopierer und ein Drucker. Alle Anwesenden, bis auf Pastor Kim und seinen Sohn, wurden von der Polizei abgeführt und zur nächsten Wache gebracht, wo sie erkennungsdienstlich behandelt wurden. Beobachter werten diese Maßnahme als Vorbereitung auf einen Anklage gegen Pastor Kim. Offensichtlich sollen die konfiszierten Materialien und die von den Besuchern eingeholten Aussagen auf Möglichkeiten durchgesehen werden, dem Geistlichen Verletzungen geltender Vorschriften und Gesetze bezüglich der Ausübung von Religionen vorzuwerfen und eine derartige Anklage erfolgreich vor Gericht durchzusetzen.

Und dies ist nur die Spitze des Eisberges. Laut „Forum 18“ sollen die Sicherheitsbehörden Usbekistans seit Januar immer offensiver gegen Versammlungen und sonstige Treffen von relgiöser Natur vorgehen. Neue Gesetze und Vorschriften sollen angeblich die Kontrolle des Staates über die Religionsgemeinschaften verstärken. Ähnliche Vorfälle, wie die zwei oben beschriebenen, habe es seit Jahresbeginn überall im Lande gegeben. Vor allem Medien mit religiösen Inhalten unterliegen wohl strengsten Auflagen bezüglich ihrer Anschaffung, Lagerung und Weitergabe sowie ihres Druckens und Kopierens.

Beten wir für eine Änderung der Religionspolitik in Usbekistan zum Besseren.

(Quelle: „Forum 18“ vom 01. September 2014)

 

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