Imran Firasat: ein Gejagter im Europa schwindender Meinungsfreiheit

Immer wieder „stolperte“ ich bei meinen Recherchen zu religiöser Intoleranz, Christenverfolgung und die immer schmaler werdenden Korridore der Meinungsfreiheit in Westeuropa über den Namen „Imran Firasat“. Sein Fall steht exemplarisch für die Umkehrung des Verursacherprinzips beim Thema „sozialer Frieden“ und „innere Sicherheit“ in Ländern wie Spanien oder jetzt auch Norwegen.

Imran_Firasat_2Nein, ich werde hier nicht noch einmal den ganzen Fall Firasat nacherzählen. Alle eifrigen Leser dieses Blogs kennen ihn ohnehin zur Genüge und ich habe ja schon mehrfach über den heimatlosen Exil-Pakistani berichtet, der einfach den Mund über Menschenrechtsverletzungen und Gewaltbereitschaft, die nach seiner Ansicht direkt aus dem Herzen der islamischen Religionsideologie stammen, halten mag. Alle Versuche, ihn und seine Publikation „mundo sin islam“ nicht nur MUND-tot zu machen, sind bislang gescheitert. Zuletzt haben wir hier im Blog Anfang Juni über diesen aufrechten Mann berichtet, dem ein gerades Rückgrat, freiheitliche Werte und auch sein christlicher Glaube wichtiger sind, als die Anpassung an den synkretistischen, weltlichen Zeitgeist. Ich möchte dennoch ausdrücklich darauf verweisen, dass man durchaus auch in manchen Punkten anderer Meinung sein mag, als Herr Firasat, ohne dass dadurch der Skandal seiner Behandlung etwa in Spanien weniger groß oder gefährlich würde. Man muss nicht hinter jeder Aussage seiner Schriften oder Filme stehen, um zu erkennen, dass wo unbequemen Zeitgenossen der Mund im Namen der „Sicherheitslage“ verboten werden soll, grundlegende Pfeiler westlicher Demokratie zu Gunsten gewaltbereiter Kreise eingechränkt werden. Denn hier wird das Verursacherprinzip umgekehrt: Nicht etwa der Mahner Firasat ruft zu Gewalt auf, praktiziert diese und unterstützt Gruppen, die dies tun, sondern er warnt vor genau diesen Kreisen, die offensichtlich die spanische Politik und Justiz unter Druck gesetzt haben, ihm den Flüchtlingsstatus abzuerkennen. Aber, wie schon gesagt: mehr dazu unter dem bereits oben gesetzten Link in meinem letzten Beitrag über diesen Fall.

Hier soll es nun um die aktuelle Lage von Imran Firasat gehen, die sich in den letzten Wochen radikal verändert hat. Da Spanien also Imran Firasats Aufenthaltsstatus annulliert hatte und er mit seinen dagegen gerichteten Klagen vor dem Obersten Gericht Spaniens gescheitert war, stand einer Abschiebung nach Pakistan oder Indonesien, beides Länder, wo ihn strafrechtliche Verfahren zweifelhafter Rechtsstaatlichkeit erwarten und die durch dementsprechende Hasspredigten aufgewigelte Öffentlichkeit wahrscheinlich ohnehin lynchen würde, nur noch wenig im Wege. Zwar gab und gibt es noch die Möglichkeit, die Angelegenheit auf die europäische Ebene zu verhandeln und dort vielleicht Spanien dazu zu verpflichten, Firasat nicht in ein Land abzuschieben, in dem ihm aktuell der Tod droht. Aber mal ehrlich: wer glaubt noch an „europäische Gerechtigkeit“ angesichts höchst zweifelhafter Urteile und massiver, politischer Einflussnahme auf den Europäischen Gerichtshof in den vergangenen Jahren ? Imran Firasat setzte offensichtlich auch nicht mehr alles auf diese Karte und verschwand im Juni „von der Bildfläche“. Er ging in den Untergrund um seine Möglichkeiten auszuloten, zu überleben. Und ich meine das wörtlich.

Am 08. Juli 2014 tauchte Herr Imran Firasat schließlich in Oslo, Norwegen wieder auf, spazierte in eine Polizeiwache, stellte sich und beantragte politisches Asyl. Ausgestattet mit allen Papieren, die er seit seiner Ausreise aus Pakistan angesammelt hatte (und die ihm noch nicht rechtswidrig von spanischen Behörden abgenommen worden waren) versuchte er nun, in Norwegen einen neuen Anlauf auf den legalen Aufenthaltsstatus zu nehmen. Da er aber bereits ein ähnliches Verfahren in Spanien, also laut EU-Abkommen einem „sicheren Drittstaat“, durchlaufen hat, steht es auch hier in den Sternen, was wohl aus diesem unbequemen Mann werden wird. Immerhin hatte man ihn anfänglich in Norwegen noch anständig behandelt (anders als in Spanien, zumindest in den letzten Monaten, wo er seine Personalpapiere abgenommen bekam und von Beamten beleidigt wurde). Er konnte den Behördenvertretern dort seinen gesamten Fall, von der Flucht aus der Heimat angefangen, in Ruhe vortragen und hatte volle Bewegungsfreiheit in Oslo. Dieser Übergangszustand ist aber nun beendet. Auf Druck „interessierter Kreise“ ? Das ist schwer zu beweisen, aber Fakt ist: Imran Firasat wurde am 16. Juli 2014 in aller Stille (man könnte auch sagen: „klammheimlich“) in Haft genommen. Freunde und Bekannte konnten ihn selbst per e-mail nicht mehr erreichen und begannen, Nachforschungen anzustellen. Diese brachten zutage, dass Herr Firasat ins Kongsvinger – Gefängnis gesteckt wurde. Eine offizielle Begründung dafür steht bislang noch aus. Aber die o. g. Vermutung, dass es um Verstöße bzgl. der sog. „Dubliner Konvention“ (Drittstaaten-Regelung) gehen könnte, liegt nahe. Spanien habe jedoch bislang keine Rückführung auf sein Territorium beantragt, so heißt es. Offensichtlich ist Imran Firasat eine „heiße Kartoffel“, die niemand anfassen will und die nun im Gefängnis darauf wartet, in welchem Topf sie dann letztendlich landet.

Was würde wohl passieren, wenn Deutschland alle Flüchtlinge, welche von sicheren Drittstaaten wie Italien, Spanien, Frankreich, Polen etc. nach Deutschland (und auch Großbritannien, aber das soll nicht mein Thema sein) „durchgewunken“ werden, ins Gefängnis stecken würde ? Den Proteststurm der Empörung von Medien, Kirchen und Menschenrechtsverbänden mag man sich kaum vorstellen. Hat hingegen von Ihnen, meine sehr geschätzten Leser, irgendjemand einen Ton etwa von „Amnesty International“, der ARD oder der Evangelischen Kirche zum Fall Firasat gehört ? Merkwürdig, nicht wahr ? Denn immerhin ist hier doch ein Christ auf der Flucht, bekommt aber nicht einmal von den großen Kirchenverbänden Europas wenigstens die obligatorischen, wohlfeilen Worte an die Seite gestellt, auf die hingegen jeder Wirtschaftsflüchtling ganz sicher bauen darf.

Beten wir für Imran Firasat. Seine Geschichte erzählt uns viel über den Zustand der Welt.

(Quelle: „dispatch international“ vom 20. Juli 2014)

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Ein Gedanke zu “Imran Firasat: ein Gejagter im Europa schwindender Meinungsfreiheit

  1. Das hört sich ja nicht so schön an und passt in das Bild in unseren EUropa wo man gegen den Islam nicht s mehr negatives sagen darf! In Nordreihenwestfahlen wird durch die Grünen durchgesetzt eine Datenbank aufgebaut wo „Beleidigungen gegen den Islam“ von Bürgern mit Name (!) gesammelt werden….

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