Bangladesch: Nach Raubüberfall auf Kirche – 12 Festnahmen

Ein Land, von dem wir nicht oft hören, ist das kleine Bangladesch. Das in der Folge der nachkolonialen, indischen Teilung entstandene Ländchen in Asien ist vor allem durch seine massive Armut, die diversen Naturkatastrophen, die in Form von Monsun-Regen öfters das Land heimsuchen und …. ja, leider auch seine massive religiöse Intoleranz bekannt. 

Bangladesh

Bangladesh

Im traurigen Negativ-Ranking des „Weltverfolgungsindex“ von Open Doors rangierte Bangladesch seit Jahren irgendwo immer zwischen Platz 39 und 50. Derzeit nimmt es „nur“ den 48 Rang ein, was aber, wenn man das Länderportrait bei open doors ernstnimmt, keineswegs bedeutet, dass die Lage etwa von Christen sich dort auch nur marginal in den letzten Jahren verbessert hätte. Ganz im Gegenteil, schrittweise wird eine Einschüchterung und Entrechtung aller Nichtmuslime dort betrieben, was auch der jüngste Fall (bitte nicht mit „Einzelfall“ zu verwechseln !) aus Boldipukur wieder aufzeigt.

Denn dort wurde am 06. Juli 2014 die katholische Kirche von Räubern überfallen. Dies sei, so sagen Quellen aus dem Lande, keinesfalls eine Besonderheit, sondern geradezu an der Tagesordnung. Vor allem, wenn Bodenstreitigkeiten zwischen Einzelpersonen und staatlichen Institutionen auf der einen Seite und christlichen Gemeinschaften auf der anderen Seite sich nicht auf dem Kompromiss-wege oder gerichtlich im Sinne der Muslime regeln lassen.

Und so wird auch über den jüngsten Überfall auf die Kirche wieder nicht ganz grundlos spekuliert, dass die Täter dort versucht hätten, Eigentumsdokumente der Kirche betreffend ihres Grundes und Bodens, zu erbeuten. Dass dabei diverse Sakralgegenstände entweiht und geraubt wurden, versteht sich in einem derartigen Umfeld fast von selbst. Aber wir sollten nicht gar zu „hochmütig“ auf das ferne Bangladesch herabschauen, denn Kirchenschändungen, Entweihungen von Sakralgegenständen o. ä. finden in immer stärkerem Maße auch in Europa statt, wie wir ja auch hier im Blog bereits dokumentieren mussten. (Beispielsweise HIER) Vom Überfall in Boldipukur ist außerdem bekannt, dass er gegen 02.00 Uhr morgens damit begann, dass zwei Nachtwächter, die die Gemeinde vorsorglich engagiert hatte, überwältigt und gefesselt wurden. Danach wurde dort versucht, einige der aufgeschreckten und eingeschüchterten Nonnen zu vergewaltigen und einige männliche Geistliche wurden verprügelt, während andere Täter alle greifbaren Wertgegenstände raubten oder nach den besagten Besitzurkunden suchten.

Die Nonnen können, weil sie massiv traumatisiert sind, ihre Tätigkeit vor Ort nicht mehr ausüben und wurden in die Hauptstadt Dhaka zurückgerufen, wo sie versuchen, ihren Schock mit Gottes Hilfe zu verarbeiten und die Geschehnisse zu verarbeiten. Sprecher der Kirche zeigen sich besorgt darüber, dass mögliche Anwärter für die geistliche Laufbahn sich angesichts dieser Drohungen und dieser Gewalt, die aktiven Christen entgegenschlägt, ihre Entscheidung noch einmal überdenken könnten. Die Arbeit der Kirche in Boldipukur ist insofern wichtig, weil dort vor allem unterprivilegierte Teile der Urbevölkerung der Region betreut werden. Diese sollen oft von mächtigen Einzelpersonen um ihre Ländereien gebracht werden, wogegen sich auch die Kirche ausspricht.

Immerhin sind zwölf Verdächtige bislang festgenommen worden und sollen demnächst wegen des Überfalls auf die Kirche angeklagt werden. Wir werden mal schauen, ob es dann auch zu Verurteilungen kommen wird. Wenn man im Hinterkopf hat, dass etwa in Pakistan gerade der mutmaßliche Haupt-Täter des Mordes an Shahbaz Bhatti gerade auf Kaution freikam, weil sich sein Prozess unendlich in die Länge zieht, muss man auch in Bangladesch gewisse Zweifel an der Effektivität und Neutralität der Justiz haben. Ein Sprecher der „Bangladesh Christian Association“ hat mittlerweile eine exemplarische Bestrafung überführter Täter angemahnt, damit in potentiellen, weiteren Tätern eine höhere Hemmschwelle für weitere, antichristliche Gewalt entstehen könne.

(Quelle: „asia news“ vom 14. Juli 2014)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s