Spanien: Imran Firasat soll abgeschoben werden

Liebe Leser, erinnern Sie sich noch an Imran Firasat, den Pakistani, der sich beharrlich weigert, sich vom spanischen Staat und Justizsystem den Mund verbieten zu lassen ? Wir hatten über seinen Fall bereits vor einigen Jahren erstmalig berichtet. Er wog seine mögliche Abschiebung gegen ein Verstummen über sein Leib- und Magenthema ab und entschied sich, weiter aktiv zu bleiben, weil er auf das Recht der freien Meinungsäußerung setzte. Nun scheint er den bitteren Preis dafür zahlen zu müssen. Ein Fall, den man durchaus als Menetekel betrachten kann…

Jenny und Imran Firasat und ihre Kinder

Jenny und Imran Firasat und ihre Kinder

Eine kurze Zusammenfassung für alle Neuleser und diejenigen, die sich nicht mehr so genau daran erinnern, wer Imran Firasat ist und was er tut bzw. getan hat folgt. Wer unseren detaillierteren Bericht zur Person Firasat lesen möchte, der kann diesen Bericht hier im Blog nachlesen.
Imran Firasat ist Pakistani. Seine Ehefrau Jenny ist Indonesierin. Eigentlich ein guter Grund, weshalb man nicht nur ein sondern gar zwei „Heimatländer“ haben könnte, wo die Familie Firasat sich niederlassen kann. Aber, es kommt ein bestimmte Faktor hinzu, der die Firasats unerwünscht macht: sie sind keine Muslime. Imran Firasat, als Ex-Muslim sogar ein „Apostat“, also ein Mensch, der seinen Glauben aus Überzeugung und nicht aus Tradition gewählt hat und den Islam willentlich verließ. Er fühlte sich schon bald nach seiner Konversion in der Heimat nicht mehr sicher. Wir alle wissen, warum, deshalb erspare ich mir Details, die ohnehin aus vergleichbaren Fällen auf der ganzen Welt bekannt sind. Herr Firasat beantragte im Jahre 2004 (andere Quellen sprechen vom Jahr 2006, ich kenne die behördlichen Dokumente nicht, sei´s drum) nach langwieriger Flucht Asyl im EU – und Nato- Mitgliedsland Spanien.

Noch macht diesen Fall nichts „besonders“. Kein Leser dieses Blogs oder sonstiger Mensch, der sich mit Christenverfolgung auskennt und mit der Menschenrechtslage in Pakistan vertraut ist, dürfte sonderlich überrascht sein. Nun aber, beginnt die Lage absurd zu werden, denn auch in Spanien wurden Herr Firasat und Familie Opfer von Anfeindungen durch Muslime, von Verleumdungen und jeglicher Form der Gewalt. Was tut ein EU-Staat, der sich europäischen Werten (oder nur den eintreffenden Euros aus deutschen Steuersäckeln ?) verbunden fühlt ? Schützt er den Flüchtling und lässt ihm Hilfe zukommen ? Nein, denn Herr Firasat ist kein „pflegeleichter“ Zeitgenosse. Er schreibt als Ex-Muslim über die Gefahren, die von weiten Teilen dieser Polit-Religion ausgehen, engagiert sich dafür, dass Zeitgenossen diejenigen Hassprediger ernstnehmen, die zu Gewalt und Mord aufrufen und stellt in Gespräch und Publikationen Zusammenhänge zwischen deren Reden und den Taten etwa von Leuten wie der „Boko Haram“ und Konsorten her. Man mag das als problematisch oder übermässig politisierend empfinden, in jedem Falle aber sind solche Analysen durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Oder doch nicht ?

Denn im Jahre 2008 floh Imran Firasat, über dessen Aufenthaltsstatus noch immer nicht endgültig entschieden war, vor den Nachstellungen der Anhänger der „Friedensreligion“ (nein, es ist nicht das Christentum gemeint, wo man „die andere Wange hinhalten“ soll) in das Heimatland seiner Frau, nach Indonesien. Dort wurde ihm im Jahre 2010 der Prozess wegen „Blasphemie“, also Allahs-Lästerung, gemacht. Vermutlich, weil er auch dort nicht einfach still sein und über die Dinge, die ihm auf dem Herzen liegen, schweigen wollte. Nachdem seine Freunde und Verwandten in der Lage waren, massive Schmiergeldzahlungen in die „richtigen“ Taschen zu leiten, wurde er schließlich in einen Flieger gesetzt und wieder nach Spanien abgeschoben, während seine Frau Jenny unter obskuren Vorwänden für ein Jahr ins Gefängnis gesteckt wurde. Auch den Kindern wurde jahrelang die Ausreise zum Vater verweigert, weil sie allesamt als indonesisch angesehen wurden, obwohl mindestens eines der Kinder Anrecht auf die spanische Staatsbürgerschaft hätte.

In Spanien kämpfte Imran Firasat seitdem darum, eine Anerkennung als Flüchtling aus religiösen Gründen endgültig durchzubekommen, damit er einen rechtlich gesicherten Status habe und dauerhaft im Lande bleiben könne. Zunächst sah es gut aus. Bis 2012 hatte er zunächst einmal Ruhe und eine vorläufige Anerkennung. Dann jedoch begannen die Behörden, seinen Status „erneut zu prüfen“, weil seine Initiative für das Publikations- und Verbreitungsverbot des Korans wegen dessen gefährlichen Inhalten in Spanien, die bis in einen parlamentarischen Prüfungssausschuss vorgedrungen war, für Wellen der Empörung seitens diverser Muslim-Verbände gesorgt hatte. Seine publizistische Tätigkeit und politischen Initiativen wurden scheinbar zu einer außenpolitischen Belastung für Spanien. Der Kampf um das unbefristete Aufenthaltsrecht begann nun für Imran Firasat. Dieser Kampf wurde jedoch gegen extrem unwillige Behörden geführt, die dem „Unbequemen“ Mann jeglicherlei Knüppel zwischen die Beine zu werfen begannen. So wurde ihm mehrfach die Abschiebung angedroht, es wurden ihm von Polizeibeamten seine letzten Personalpapiere abgenommen und er DANACH dann als „sin papeles“ (ohne Papiere) eingestuft, mit dem man ohnehin nach Gutdünken verfahren könne. Nicht viel Unterschied zu den Behörden von Indonesien, wie es scheint. Aber weiterhin hielt Herr Firasat an seinen Überzeugungen fest (mag man sie teilen oder nicht, dennoch kann man eigentlich niemanden dafür bestrafen, dass er welche hat) und betrieb bis September 2013 beispielsweise weiterhin die Webseite „Mundo sin Islam“ (Welt ohne Islam), auf der er Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Welt aufzeigte.

Ebenfalls im für ihn so kritischen Jahr 2012 drohte ihm der Dachverband indonesischer Muslime, das sog. „Ulema-Council“, damit, seine Familie zu töten. Im besonderen, seine Kinder zu köpfen, auch wenn das Council NOCH nicht in der Lage sei, Hand an Herrn Firasat selbst zu legen. Dieser Tag könnte nun näher rücken, denn nachdem sein Antrag auf Asylgewährung abgelehnt worden war (Christen können scheinbar per se keine Opfer religiöser Verfolgung sein. Sagen Sie das mal den Kopten, den irakischen Flüchtlingen in Jordanien oder den syrischen Assyrern…), hatte er gegen diesen Entscheid geklagt. Wie nicht anders zu erwarten hatte er erstinstanzlich verloren und nun seine Hoffnung auf den Obersten Gerichtshof Spaniens gelegt, der schließlich darüber zu entscheiden hatte. Und, wie wenig überraschend, auch dieser besteht in einem Urteilsspruch vom 30. Mai 2014 auf der Ausweisung Herrn Firasats, weil dessen publizistische Tätigkeit den „inneren Frieden“ Spaniens bedrohe. Immerhin haben diese „Oberrichter“ angeordnet, dass er in kein Land abgeschoben werden dürfe, in welchem ihm eine Gefahr für Leib und Leben drohe. Aber können die Spanier dies wirklich noch unterscheiden ? Daran bestehen berechtigte Zweifel. Immerhin haben sie so indirekt zugegeben, dass es tatsächlich Leute gibt, die Herrn Firasat töten wollen.

An dieser Stelle muss ich mal eine „Atempause“ einlegen und die Fakten rekapitulieren. Ein Pakistani wird Christ und wird daraufhin, ganz wie es in islamischen Gesellschaften üblich ist, von seiner Familie verstoßen, von ehemaligen Freunden gemieden, angefeindet etc. Als „Apostat“ ist man so langfristig seines Lebens nicht mehr sicher und so ersucht er um Asyl wegen religiöser Verfolgung in Spanien. Dort gerät er scheinbar vom Regen in den…weiteren Regen und bemerkt, dass Marokko dort gleich vor der Haustür liegt. Daraufhin siedelt er in die Heimat seiner Frau, das angeblich „moderate und ach-so-tolerante“ Indonesien um (lesen Sie unsere Indonesien-Rubrik, dann wird dieses Bild schnell verfliegen), nur um dort vermutlich unter Zuhilfenahme des Justizsystems weitere Verfolgung zu erfahren. Nach der Zwangsabschiebung „zurück“ nach Spanien wird ihm dort ebenso von einem offensichtlich durch die latenten Gewaltandrohungen islamischer Verbände eingeschüchterten Staat und Justizsystem die Anerkennung verweigert. (Lesen Sie dazu auch Auszüge aus der Ministerialkorrespondenz im unten verlinkten Quellartikel ! Da kann einem schlecht werden.) Diese Gewaltandrohung sieht immer ungefähr so aus: Ein Vertreter eines scheinbar seriösen Islam-Verbandes, der im Anzug und keinesfalls in Zauselbart und Kaftan daherkommt (man will nicht gleich so aussehen, wie der Islamist, der man wohl doch ist), wird in den Medien zu dem „Fall“ befragt und äußert seine Besorgnis über ein wachsendes Klima der „Islamophobie“ in diesem oder jenem Land. Wenn man diesem Eindruck entgegenwirken wolle, müsse man „natürlich“ einen Herrn Firasat bestrafen (er will sagen: Aufknüpfen und zuvor auspeitschen, beisst sich aber rechtzeitig auf die Zunge, damit es nicht herausrutscht) und ihm „keine Bühne für seine Hasspropaganda liefern“, weil (jetzt kommt der wichtige Teil:) sich ja sonst viele Muslime weltweit in ihren „religiösen Gefühlen verletzt“ fühlen könnten.

Mehr braucht dieser Herr auch gar nicht zu sagen. Wir haben kapiert. Keine Abschiebung von Imran Firasat=Krawalle in Pakistan, Indonesien, Malaysia, Ägypten …. Will man wirklich dafür und für dessen Folgen (Tote, Schwerverletzte, brennende Kirchen und brennende Flaggen von Spanien) verantwortlich gemacht werden ? Hier ist nun endlich der Bock zum Gärtner geworden und das „Ursache-Wirkung“ Prinzip umgekehrt, wie wir schon bei den Mohammed-Karikaturen und dem obskuren Filmschnipsel gesehen haben, der da mal im Netz kursierte. Denn Ursache ist ja gerade genau der Haß, der sich dann erwartungsgemäß entlädt und nicht etwa der beliebig gewählte Anlass. Karikaturen, ein Youtube-Filmchen oder die Webseite von Herrn Firasat sind letztlich beliebig austauschbar. Es geht nur darum, mit der jederzeit verfügbaren Wut von Muslimen Einfluss auf die Politik und die Freiheitsrechte in nichtislamischen Ländern zu nehmen. Wenn dann diese Länder vor diesem „Elefanten im Raum“, der möglichen Gewalt gegen ihre Institutionen (oder sogar, wie zwischen Saudi-Arabien und Holland mittlerweile einem Wirtschaftsboykott) zurückweichen, reiben sich die „Schreibtischtäter“ in Islamabad, Djakarta, Manama oder Bagdad zufrieden die Wänste und wissen, dass die Einführung der Scharia in Spanien (wahlweise Dänemark, den USA oder wo auch immer) wieder ein kleines Stückchen näher gerückt ist.

Ob das nun wirklich so ist oder sein wird, sei dahingestellt und darauf kommt es schon gar nicht mehr an. Aber eines ist nun einmal zur Binsenweisheit geworden: Perzeption ist Wahrheit. Und so sehen sich also gerade diejenigen Kräfte angesichts solcher höchstrichterlichen Urteile wie im Fall Firasat gestärkt, die Männer wie Mohammed Merah oder Mehdi Nemmouche dazu motivieren, in Europa Juden zu ermorden oder die derzeit in Syrien so gerne Christen ans Kreuz nageln oder köpfen und mit den Schädeln Fussball spielen. (Ich mache mir ernsthaft Sorgen, welche Bälle wohl bei der WM in Katar 2022 verwendet werden.) Diese Zusammenhänge sollte man kennen, wenn man die „Causa Firasat“ als unwichtiges, rein spanisches Justizproblem abtun will.

(Quelle: „gatestone institute“ vom 06. Juni 2014)

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