Nigeria: Warum die „Boko Haram“ so erfolgreich ist…

Zugegeben: ein Thema, das eigentlich eher in den Bereich der „Politik“ fällt, aber konkrete Auswirkungen für die Christenheit Nigerias und benachbarter Staaten hat. Warum hat es die islamische Terror-Armee “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) so erfolgreich geschafft, den Staat Nigeria zu einem de-facto Bürgerkrieg herauszufordern ?

Nigeria_StaatenEinem Bürgerkrieg, in welchem nicht zufälligerweise vor allem Christen zu Opfern gemacht werden ? Nun, da sind natürlich kriminelle Aktivitäten wie Kidnapping, Waffen- und Drogenhandel, die immer wieder als Geldquellen der Terrorgruppe genannt werden. Da wurde auch seit Jahren über den Einsatz von internationalen, dschihadistischen Söldnern spekuliert, über Geldflüsse aus Afrika und vom Golf, über die gute Vernetzung mit islamischen Terror-Banden in ganz Afrika („Al-Kaida des Maghreb“ und „Al-Shabaab“) und natürlich über den stetigen Zufluss von Waffen durch korrupte, nigerianische Beamte und internationale Waffenschieber. Was konkret an all diesen Gerüchten dran ist, darüber vermag ich wenig zu sagen. Ich selbst weiß nur von einem Pastor in Nigeria, der schon vor Jahren vor der Gefahr des Söldnereinsatzes auf Seiten der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) gewarnt hatte.

Der Hauptgrund aber, warum diese „Vorhut der Islamisierung“ Nigerias seit fünf Jahren immer „erfolgreicher“ in der Lage ist, den Staat herauszufordern und auf ihrem Weg unzählige Christen zu ermorden, ist das sozio-politische Klima im Norden des Landes. Den fanatischen „Allahs-Kriegern“ stehen schlecht bezahlte, oftmals nur unzureichend ausgebildete Polizei- und Armee-Einheiten der sog. „Task Force“ gegenüber. Die Zivilbehörden der nördlichen Bundesstaaten, in den bereits die Scharia als Rechtsgrundlage gilt, sind mit Zuträgern und Sympathisanten der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) durchsetzt. Und zusätzlich beutet diese Allahs-Armee („Gruppe“ oder „Sekte“ zu schreiben verharmlost eigentlich die Gefahr, die für den Staat und die Christenheit Nigerias besteht) auch noch ethnische Spannungen zwischen verschiedenen, nigerianischen Völkern aus (Stichwort: „Fulani und Birom“), indem es etwa die nomadischen, muslimischen Fulani ihre Drecksarbeit der „religiösen Säuberung“ und Vertreibung auf dem Lande machen lässt.

Worüber aber schon länger spekuliert wurde und was ich bislang in den Artikeln für diesen Blog ein wenig außen vor gelassen habe, weil es schwer zu beweisen war, ist die offene Kooperation von nigerianischen Militärs mit der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”). Nun aber berichtet die „Associated Press“ darüber, dass ZEHN Generäle Nigerias sowie weitere fünf hochrangige Offiziere von einem Militärgericht wegen der Zusammenarbeit mit den islamischen Terroristen und Waffenschieberei an diese verurteilt wurden. Weitere vier Offiziere wurden wegen „Disloyalität“ zu Gunsten der Terroristen schuldig gesprochen. Außerdem wird im Artikel, der diese Fakten berichtet, weiterhin angeführt, dass Soldaten der nigerianischen Armee sich an den Massakern der Terror-Armee beteiligt haben sollen, um hinterher fröhlich wieder in ihren Kasernen aufzutauchen. Dies deckt sich mit Augenzeugenberichten, die mehrfach darauf hinwiesen, dass Männer in Uniformen bei diversen Überfällen auf vor allem von Christen bewohnte Dörfer, auf Kirchen und Pastoren gesehen sein worden. Ebenso hat Präsident Goodluck Johnathan selbst schon seit längerem Spekulationen gestützt, nach dem selbst in seiner Regierung und nicht nur den Regionalverwaltungen des Nordens, Sympathisanten der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) existieren sollten. Er entließ daraufhin und wegen der Unfähigkeit im Kampf gegen die Terroristen im Januar 2014 die gesamte Militärführung und wenige Wochen später auch den Verteidigungsminister.

Hier gilt es nun, weiter zu spekulieren. Warum kollaborieren Politiker und Armee-Angehörige, bis hoch zu Generälen, mit der  “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”), führen ihnen Waffen und Informationen zu ? Da ist sicherlich zum einen Teil die Korruption zu nennen. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, wie die Söldner schon im 30-jährigen Krieg wussten. Und offensichtlich kann die islamische Terror-Armee besser zahlen oder zumindest die Einkommen der sicher sträflich unterbezahlten Militärs deutlich aufbessern. Aber, ich sage es so offen, auch wenn es noch nicht bewiesen ist: ich gehe auch davon aus, dass viele politisch Verantwortliche, Zivilbeamte und Militärs die Ziele der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”), nämlich die komplette Islamisierung Nigerias und die Umwandlung in einen Allahs-Staat, befürworten und durch ihre Kollaboration unterstützen wollen. Möglicherweise aus Solidarität mit den „Glaubensbrüdern“, weil diese Staatsbediensteten und Militärs selbst Muslime sind. Aber, wie gesagt, bevor mir hier wieder „Islamophobie“ oder „Hass auf Muslime“ unterstellt werden wir, dies ist bisher nur eine begründete Spekulation, weil die Medien nichts über die religiösen Affilitäten der verurteilten Generäle und Offiziere aussagen.

In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, was sich derzeit in den USA andeutet, nämlich dass möglicherweise Frau Hillary Clinton die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei, der Demokraten, anstrebt. Unter ihrer Führung hat sich das US-Außenministerium jahrelang geweigert, die von Menschenrechtlern geforderte Deklarierung der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) zur terroristischen Organisation vorzunehmen. Diese Deklarierung hätte ein Hilfsangebot an den nigerianischen Staat erleichtert, den US-Sicherheitsbehörden ermöglicht, die Geld- und Waffenflüsse der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) zu untersuchen und auch den angrenzenden Staaten, die unlängst selbst Truppen gegen diese islamische Terror-Armee in Bewegung gesetzt haben, Informationen zur Bekämpfung dieser Organisation zur Verfügung zu stellen. Die US-Bürger sollten sich fragen, warum erst jetzt, angesichts der Entführung der mehr als 200 Schulmädchen, auch Politiker der Demokraten aufwachen. Also ich würde Frau Clinton nicht über den Weg trauen, ehrlich, denn ihre Kurzsichtigkeit hat nicht zur Deeskalation der Lage in Nigeria beigetragen und sicher auch dabei geholfen, die Terroristen so stark zu machen, wie sie heute sind. Ob die Schulmädchen deshalb nicht entführt worden wären ? Das ist nicht zu sagen, aber geholfen hat die Ignoranz des US-State-Department, die erst 2013 unter Frau Clintons Nachfolger Kerry aufgegeben wurde, ganz sicher nicht. Begründet wurde diese Haltung vor 2013 übrigens mit denselben Argumenten, die man auch heute noch in der Weltpresse zu hören bekommt: der nigerianische Konflikt wäre ausschließlich ethnisch oder wirtschaftlich motiviert. Diese These muss aber dringend hinterfragt werden.

Denn die gezielten Angriffe auf von Christen bewohnte Ortschaften, die auf eine Vertreibung hinauslaufen, die Brandanschläge auf Kirchen und die Morde an Pastoren sind kein Zufall. Lesen Sie einfach nach in unserer „Nigeria“-Rubrik, da gibt es genügend Lesestoff aus den letzten Jahren. Zwar werden bei Bombenanschlägen auf Bahnhöfe, Bus-Stationen, Regierungsgebäude etc. auch Muslime von der “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) getötet, aber diese gelten den Fanatikern nur als unvermeidliche Kollateralschäden. Manche gar als „Kollaborateure der Regierung“. Christen gelten ihnen aber in jedem Falle als „Freiwild“. Bereits im Jahre 2012 hatte die „Boko Haram“ allen Christen in den nördlichen 12 Bundesstaaten Nigerias ein Ultimatum zur Umsiedlung in den überwiegend christlichen Süden gestellt. Seitdem wird immer wieder über Fluchtwellen und sog. „Binnenvertreibung“ innerhalb Nigerias spekuliert. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das erste Ziel der Terroristen wohl die „Christenreinheit“ des nigerianischen Nordens und die Errichtung eines Emirats dort ist, wie „katholisches.info“ vor einigen Wochen unter Bezug auf den Beitrag eines Terrorismus-Experten im italienischen „Corriere della sera“ berichtet hat.

Wer also die religiöse Komponente diese Konfliktes ausblenden will, der unterschätzt die Tatsache, dass es für die radikalislamische “Gruppe zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) so etwas wie die Trennung von Staat und Moschee nicht gibt. In ihrem Denken und ihrer Auslegung der islamischen Urtexte kann es dies nicht geben. Weltliche Macht und religiöse Gleichschaltung unter dem Banner des Islam sind für sie untrennbar miteinander verbunden. Das muss man wissen, wenn man über den Konflikt in Nigeria berichtet, dies muss man im Hinterkopf behalten, bei allem, was man darüber liest oder hört. Es erklärt viele, grausame Detailberichte und viele Greueltaten, die von dieser islamischen Terror-Armee verübt werden. Nigerianische Christen, vor allem im Norden, sind sich dieser Fakten ebenfalls schmerzhaft bewusst. Solidarisieren wir uns doch mit ihnen ! Beten wir für sie und verbreiten die Wahrheit über ihre Leiden.

(Quelle: „Associated Press“ vom 03. Juni 2014/via „yahoo news“)

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2 Gedanken zu “Nigeria: Warum die „Boko Haram“ so erfolgreich ist…

  1. Danke, lieber „Stefanus“, für diesen tiefschürfenden Beitrag, an dem sich unsere sogenannte „Qualitätspresse“ ein Beispiel nehmen könnte – ja, wenn denn um Qualität und nicht um Staats-Konformität bemühte Journalisten wären.

    • Vielen Dank für Ihren lieben Kommentar. Ich weiß nicht, wie „tiefschürfend“ meine Beiträge wirklich sind, aber ich versuche, sie so „wahrhaftig“ wie möglich zu verfassen. Das ist sicherlich nicht der Anspruch vieler deutscher und internationaler Journalisten, die lieber auf „Äquidistanz“ ihrer Haltung zu allen handelnden Personen und Parteien achten und darauf, nur niemanden gegen sich aufzubringen. Ein selbstauferlegtes Duckmäusertum, das umso widerlicher wird, je mehr diese Autoren darauf bestehen, angeblich KEINE Schere im Kopf zu haben.

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