Laos: christlichen Kindern wird Schulbildung verweigert

Lange habe ich nichts mehr über das südostasiatische Laos geschrieben. Nicht, dass es an schlechten Nachrichten von dort gefehlt hätte, aber sie wiederholten sich auf so fatale Art und Weise, dass ich Sie, liebe Leser, nicht alle paar Wochen mit einer neuen Story über vertriebene Christen, die von lokalen Autoritäten zum „Abschwören oder Abhauen“ gezwungen wurden, langweilen. Lesen Sie einfach mal ein paar Details dazu in der „Laos“-Rubrik nach. Diese Beiträge sind zwar älter, aber greifen weiterhin.

LAOS

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In der ländlichen Savannakhet – Provinz haben es Christen schwer. Seit längerem schreiben wir hier im Blog über Vertreibungen, Versuche lokaler Autoritäten, Christen zum Abschwören zu bewegen oder das Vorenthalten von infrastrukturellen Leistungen für Laoten, die sich zur Gemeinde Christi zählen. Zu diesem Kaleidoskop „kunterbunter“ Diskriminierung kommt jetzt eine neue „Farbe“ dazu. Denn es wird vermeldet, dass jetzt im Dorf Saisombun in der bereits erwähnten laotischen Provinz drei Schülerinnen die Teilnahme am Examen der „Liansai Dorfschule“ sowie jeder weitere Unterricht verweigert wird.

Die Schülerinnen mit Namen (nein, die sind nicht erfunden) Noi, 15, Net, 15, und Nut, 14, bekamen am Dienstag, den 20. Mai 2014, mitgeteilt, dass ihnen die Teilnahme am obligatorischen Examen ihrer Schule verweigert wird, weil sie aus christlichen Familien kommen. Der Ortsvorsteher habe verfügt, dass Christen ihr Recht auf Bildung „verspielt“ hätten. Daraufhin hat eine Älteste der christlichen Gemeinschaft Saisombun, Frau Kaithong, eine Beschwerde an die Bildungsbehörde des zuständigen Atsaphangthong – Distrikts geschrieben. Über diesen Einspruch wird in den nächsten Tagen verhandelt.

Viel Aussicht auf Erfolg hat aber auch diese Maßnahme nicht, denn am Ende entscheiden, so sagt es der mir vorliegende Artikel der Organisation „Human Rights Watch for Lao Religious Freedom“ (HRWLRF), wieder der bereits zuvor unfähige Schuldirektor und der bereits erwähnte Ortsvorsteher über die Angelegenheit.

Laos steht im „Weltverfolgungsindex“ der Hilfsorganisation „open doors“ auf Platz 21 und damit noch immer in der vorderen Hälfte des 50 Länder umfassenden Rankings. Open doors schreibt dazu:

Laos ist eines von den fünf verbliebenen marxistisch-leninistischen Ländern der Welt und steht folglich jedem als westlich empfundenen Einfluss feindlich gegenüber. Um die Kontrolle zu behalten, setzt die kommunistische Partei die kleine christliche Minderheit im Land unter enormen Druck, da sie Christen als „Agenten des Auslands“ betrachtet.

Auch im vergangenen Jahr haben die Christen hohen Druck erfahren. Davon betroffen waren nicht nur Christen buddhistischer Herkunft, sondern auch Mitglieder traditioneller Kirchen.

Sie bekommen also einen kleinen Eindruck davon, womit es Nachfolger Christi in Laos zu tun haben. Insofern ist die Christendiskriminierung dort immerhin keine Überraschung.

Derweil haben Sicherheitskräfte desselben Atsaphangthong – Distrikts in der Savannakhet – Provinz am 25. Mai 2014 in einem nahe Saisombun gelegenen Ort eine christliche Versammlung gestürmt. Am Sonntag, den 25. Mai 2014, hatten sich ca. 80 Gläubige im Hause des Pastors Phupet im Ort Donpalai versammelt. Gegen 09.00 Uhr stürmten Polizisten das Haus, beschimpften die Christen, konfiszierten mehr als 50 Bibeln, hielten einige davon hoch und schrien die Gläubigen an: „Dies sind schlechte Bücher !“. Es wurden Vorwürfe erhoben, Pastor Phupet hätte „illegal“ Personen zum Gottesdienst transportiert. (Man sieht daran schon, wie sich christenfeindliche Beamte in diversen Ländern anstrengen müssen, um irgendwelche, an den Haaren herbeigezogenen Gesetzesverstöße von Christen zu konstruieren, denn ähnliche Vorgänge kennen wir aus Indien, Sri Lanka, Pakistan und Nepal.) Hier hingegen reagierte der Ortsvorsteher von Donpalai anders, als sein schon erwähnter Kollege von Saisombun. Er kam, sprach mit den Polizisten, bestätigte, dass sich die anwesenden Christen hier im Ort schon seit Längerem friedlich versammeln und niemand zur Teilnahme gezwungen werde.

Daraufhin zogen die Polizeibeamten zähneknirschend, aber die konfiszierten Bibeln einbehaltend, wieder von dannen. Der Bürgermeister versicherte Pastor Phupet weiterhin, dass er nichts von der bevorstehenden Razzia gewusst habe. Ich weiss, dass Laos nicht gerade oft in den Massenmedien auftaucht. Auch wird dort nicht (wie angeblich am Hindukusch) Deutschland durch die Bundeswehr verteidigt, oder es gibt wohl auch keine nennenswerten Rohstoffe, die dieses Land zu einem Ziel von Invasionen machen würde. Dennoch leben dort auch ethnische und religiöse Minderheiten, auf deren Situation es ein Augenmerk zu heften gilt. Deshalb:

Bitte beten Sie doch auch ab und zu für Christen in Laos. Damit sie nicht (wortwörtlich, zum Teil) im Dschungel hausen müssen oder weiter permanenten Nachstellungen unterworfen werden. Danke.

Ihr

Martin Clemens Kurz

(Quelle: „Human Rights Watch for Lao Religious Freedom“ vom 26. Mai 2014)

 

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Ein Gedanke zu “Laos: christlichen Kindern wird Schulbildung verweigert

  1. Wie in Laos oder anderen Marxistischen oder auch Sozialistischen / Kommunistischen Ländern wie auch die Vergangenheit des Sozialismus in Europa Ost zeigte es ist immer das gleiche !
    Was ich im Aufgeklärten Europa nicht verstehen kann, das sich auch seiner Geschichte stellen will, das ein Kommisionspräsident Herrn Schulz alle Kreuze EU weit aus der Öffenlichkeit verbannen will, er auch zu sein Sozialistisch Marxistischen Glauben steht – das sowas überhaupt wieder kommen kann!!!

    Auch für unser Europa sehe ich schwarz – für echte Bibeltreuen Christen! Dort wo Sozialismus Herrscht geht es uns Christen nicht gut! Schade nur das in unsern Land so viele Brüder Rot/Grüne Fan s sind !

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