Usbekistan: Christen wird Beerdigung verweigert

Zugegeben, die Nachrichten, die jetzt aus dem zentralasiatischen Usbekistan nach außen gelagen, fallen wohl eher unter die Kategorie „Christendiskriminierung“ und noch nicht in den Bereich offener Verfolgung. Dennoch möchte ich auf die geschilderten Dinge kurz eingehen, da wir ja die Reihenfolge kennen, in der Christenverfolgung sich aufbaut (und das nicht nur in Zentralasien): Beschimpfen, verleumden, diskriminieren, ausgrenzen und schließlich verfolgen, vertreiben und töten.

In dieser Abwärtsspirale des Irrsinns religiöser Diskriminierung hat Usbekistan nun offensichtlich einen weiteren Schritt abwärts getan. Denn es erscheint mittlerweile so, dass Christen auf staatlichen Friedhöfen des Landes mit unschöner Regelmäßigkeit das Begräbnis verweigert wird. Die norwegische Menschenrechts-Monitorgruppe „Forum 18“ hat die Informationen dazu geliefert und der Blog von Stephen J. Bos berichtet darüber. Was passiert also in Usbekistan ?

Usbekistan

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Offensichtlich haben die staatlich geführten Friedhöfe des Landes in vielen Landesteilen die Verwaltung derselben an die örtliche Moschee und deren Autoritäten übergeben. Zwar ist der eigentliche Eigentümer der Grundstücke weiterhin der Staat Usbekistan, aber das „Alltagsgeschäft“ übernimmt nun der örtliche Imam. Eine scheinbar kosteneffektive Form des „outsourcing“ sozusagen. Das hat jedoch für die christliche Minderheit des Landes negative Konsequenzen. Denn nun weigern sich offensichtlich viele Imame oder sonstigen, islamischen Autoriäten, auf „ihren“ Friedhöfen Christen die Beisetzung zu gestatten. Vor allem ex-Muslime müssen sich dabei oftmals Beschimpfungen und Herabwürdigungen gefallen lassen. Hier ein Fallbeispiel:

Gayrat Buriyew verstarb im April 2014. Er lebte in einem Ort nahe der Hauptstadt Taschkent und wollte logischerweise auch dort beerdigt werden. Aber: Gayrat Buriyew und viele seiner Angehörigen sind protestantische Christen. Daraufhin wurde ihnen im örtlichen Friedhof die Beisetzung verweigert. Und zwar vom offensichtlich dafür zuständigen Imam, der sich dabei ausdrücklich auf die Scharia berufen haben soll und es selbstverständlich auch nicht unterlassen habe, die Christen als „dreckig“ zu beschimpfen. Generell sei es nicht gestattet, Abweichler vom Islam mit Muslimen gemeinsam zu bestatten. Ich sehe hier eine interessante Parallele zur Diskussion in vielen, deutschen Städten, wo Muslime ebenfalls darauf dringen, eigene Begräbnisstätten, oder doch zumindest gesonderte, nur für Muslime bestimmte, Abschnitte auf den öffentlichen Friedhöfen zu erhalten. Oft genug dringen sie auch damit durch, da Kommunen gerne im Namen von Vielfalt und Toleranz handeln möchten. Ist das aber nun ein Beitrag zur Öffnung und Vielfalt unserer Gesellschaft oder ein Nachgeben gegenüber religiösem Separatismus und Überlegenheitsdenken ?

Wie dem auch sein mag, in der Regel werden usbekische Christen scheinbar nun dazu gezwungen, unabhängig von ihrer Konfession, ihre verstorbenen Angehörigen auf den noch vorhandenen, russisch-orthodoxen Friedhöfen zu bestatten. Denn selbst, wo die örtliche Moschee nicht die Verwaltung über die Begräbnisplätze hat, übt sie doch zumeist mächtigen Druck auf die Kommunen Usbekistans aus, Christen von den allgemeinen Friedhöfen fernzuhalten. Oft genug erfolgreich, da die Beamten mit den Korangelehrten einer Meinung sind. Eine echte Gefahr für den eigentlich säkularen Staat Usbekistan, der die Gleichwertigkeit seiner Bürger auch im Tode garantieren sollte. Eine würdelose Posse also, die aber vor ca. 20 Jahren noch weitgehend undenkbar gewesen wäre.

Wir sehen also auch hier: die Abwärtsspirale religiös motivierter Intoleranz in Zentralasien dreht sich langsam aber sicher immer weiter.

Beten wir doch für die christlichen Gemeinden Zentralasiens (Usbekistans, Kirgistans und Kasachstans vor allem). Bitten wir um offene Ohren in diesen Ländern für das Evangelium, um offene Herzen von verstockten Beamten und sonstigen Funktionsträgern für die Anliegen aller Bürger. Vielleicht bitten wir auch um ein Gemeindewachstum, damit Christen nicht mehr so einfach gesellschaftlich marginalisiert und „in die Ecke gedrängt“ werden können.

(Quelle: „Bosnewslife“ vom 21. Mai 2014)

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2 Gedanken zu “Usbekistan: Christen wird Beerdigung verweigert

  1. So wie in Usbekistan ist es noch nicht aber das ist ja auch ihre Taktik! Mit geschickter Lüge (was laut Koran sogar Erlaubt ist) wird so bei uns der Islam als scheinbar „Friedlich“ und „Tolerant“ oder sogar „Gegen jede Gewalt“ in s Bewusstsein der Leute und deutschen Politiker Eingeimpft damit der Islam weiter Fußfassen kann in Deutschland.

    Schlimm das man in EU und Deutschland nicht aus dem offenen Islam dort wo der Islam schon lange sein wahres Gesicht zeigt Gelernt. Weder Somalia, Sudan oder hier aktuell Usbekistan!
    Im Gegenteil werden sogar mit EU Mittel Moscheen gebaut!!! Wir werden wohl bald alle den Islam offen auch so zu spüren bekommen wie z.b. in Usbekistan. Dann ist es aber zu Spät!

    • Tja, schon vor ein paar Jahren sagte eine Arbeitskollegin mal zu mir: „Solange man in der Türkei keine Kirche bauen darf, sollte es in Deutschland auch keine Moscheen geben.“ Quid pro quo oder das Denken der soz. „reziproken“, gegenseitigen Anerkennung und Toleranz. Man mag solche Denkweisen vielfach als „zu einfach“ oder „unangemessen vereinfachend“ bezeichnen, aber ich finde noch immer in einer Welt, wo die notorischen Gut- und Bessermenschen noch immer vom „Ewigen Frieden auf Erden“ träumen, darf man auch durchaus diese Gedanken diskutieren. Oder, um es an das Thema des Beitrags anzupassen: Keine Friedhöfe für Christen in Usbekistan, keine Sonderbehandlung für Muslime in Europa. Warum sollten wir Europäer immer die „Besseren“ Leutchen sein, die vom „wie du mir, so ich dir“-Prinzip abweichen und „darüber erhaben“ sind ? Schließlich haben ja gerade unsere Multikulti-Freunde und ihre Sympathisanten auch vehement daran gearbeitet, die christliche Ethik zu torpedieren und sie abzuschaffen. Dann müssen wir wohl auch nicht mehr „die andere Wange hinhalten“ oder uns für das „Unrecht des Kolonialismus und Imperialismus“ ewig selbst geißeln.

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