Sudan: weiterer Fall von „Apostasie“ und „Ehebruch“ (UPDATE)

Wer bislang dachte, der Fall Meriam Yahya Ibrahim Ischak aus dem Sudan sei „nur ein bedauerlicher Einzelfall“, der sieht sich nun scheinbar eines Besseren belehrt. Denn es ist mittlerweile noch ein Fall bekannt geworden, in dem eine sudanesische Christin verhaftet und unter Anklage gestellt wurde, nur, weil sie keine Muslima ist.

Noch ein paar Worte zum Fall Ischak vorweg:

  • Wie ich bereits auf der entsprechenden „Fallseite“ hier im Blog (siehe link oben) berichtet habe, hat Frau Ischak ihre Tochter im Gefängnis entbunden. Am 27. Mai 2014 wurde ihr zweites Kind geboren. Einen Bericht dazu gab´s sogar auf „Spiegel online“:
  • Mittlerweile bestreiten die Behörden des Sudan, dass Frau Ischak erfolgreich ihr Studium der Medizin an der Universtiät von Khartum absolviert habe. Sie sei lediglich eine Labortechnikerin, die an der technischen Hochschule ausgebildet worden sei. Erstaunlicherweise finden sich aber auch keine Nachweise für diesen Ausbildungsgang, wie ihr Anwalt betont, der diese absurden Vorwürfe zurückweist.
  • Mittlerweile gibt es auf „change.org“ auch eine Petition zu Gunsten von Meriam Ischak, die bereits deutlich über 500.000 Zeichner hat. Wer sich dafür interessiert (Englisch) der kann sie hier finden:
    Petition bei „change.org“:
  • Am 21. Mai 2014 hat hier in Berlin bereits eine erste Protestkundgebung zu Gunsten von Frau Ischak stattgefunden. Laut der Veranstalterin sollen sich rund 50 Personen zusammengefunden haben, um vor der Botschaft des Nord-Sudan in Deutschland ihrem Unmut über das Todesurteil für Meriam Ischak Luft zu machen. Das ist schon mal was, denn die Einladung erfolgte noch recht kurzfristig. Eine weitere Kundgebung ist geplant. Sobald ich die genauen Daten habe, werde ich sie unter den „Terminen“ veröffentlichen. Ein Datum steht dafür noch nicht fest, ich bin aber im Kontakt mit der Organisatorin, die versprach, mir rechtzeitig Details mitzuteilen. Wir werden sehen.
    Ich hoffe, bei dieser Kundgebung selbst anwesend zu sein und Bilder davon mitbringen zu können, die ich gerne zusammen mit einem Bericht hier im Blog veröffentlichen würde.
  • Die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ hat mittlerweile unter dem Eindruck des Falles Meriam Ischak eine Unterschriftenliste gegen „Rassismus und Sexismus“ im Nord-Sudan entworfen und lässt diese unter Interessierten kursieren. Wer also Wert darauf legt, den Fall Meriam unter diesen Kategorien eingeordnet zu sehen, der kann diese Liste auch bei uns im Blog herunterladen. U-Liste-Stoppt Rassismus im Sudan
  • UPDATE vom 01. Juni 2014: Angeblich werde Meriam Ischak in wenigen Tagen „begnadigt“ und freigelassen. Weltweit hatten sich Politiker (der GB-Premierminister Cameron z. Bsp. nannte die Vorgehensweise des Sudan „barbarisch“, hat Frau Merkel überhaupt Stellung bezogen ?????) schockiert gezeigt und Menschenrechtsgruppen Protest-Petitionen gestartet, die Hunderttausende von Zeichnern bekamen. Wir werden sehen, ob Meriam Ischak freikommt. Kommt auch Frau Faiza Abdallah dann frei ? Auch das gilt es, zu beobachten.
    (Quelle: „BBC“ vom 31. Mai 2014)

SudanNorden-mapNun aber zur Entwicklung im Nord-Sudan. Es wird mittlerweile berichtet, dass eine weitere Christin, die aus den süd-sudanesischen Nuba-Bergen stammende Frau Faiza Abdallah, 37, im Ort El-Gadarif verhaftet worden sei. Als sie am 02. April 2014 versuchte, sich in einem Regierungsgebäude ihres Wohnortes die „nationale Identifikationsnummer“ zuteilen zu lassen, fragten Beamten sie auch nach ihrer Religionszugehörigkeit. Auf die Antwort, sie sei Christin, wurde sie festgehalten und schließlich der Polizei übergeben. Die Beamten wären wegen ihres islamisch klingenden Nachnamens „misstrauisch“ geworden.

Wie ein Medienbericht aussagt, stammt ihre Familie ursprünglich aus der Nuba-Region des Sudan, die heute zum selbständigen Süd-Sudan gehört. Sie seien vor ihrer Geburt Christen geworden und hätten in der alten Heimat auch ihre Tochter Faiza einige Zeit lang im christlichen Glauben erzogen und auch alle zusammen eine evangelikale Kirchengemeinde besucht. Ihren Namen hätten sie jedoch beibehalten, weil es ja keinen Grund gibt, diesen zu ändern (nicht wahr, Pierre Vogel oder Sven Lau !), wenn man seinen Glauben findet. Später zogen sie jedoch in den Norden um. Faiza heiratete dann einen katholischen Christen aus dem Süd-Sudan.

Dieser hat jedoch bereits im Jahre 2012 unter Verfolgungsdruck das Land verlassen. Seine Frau bekam nun am 08. April 2014 von einem Gericht ihrer Region mitgeteilt, dass ihre Ehe „nichtig“ und aufgelöst sei, da sie ja nur eine „Abtrünnige vom Islam“ sei, und als solche gar keinen Christen hätte heiraten dürfen. Dies gilt, wie wir ja schon von Meriam Ischak wissen, als sog. „Ehebruch“ und wird, auch dies ist von Frau Ischak bekannt, mit 100 Peitschenhieben bestraft. Der Scharia sei Dank, denn ein „Austritt“ aus dem Islam ist ja nicht möglich und zieht die Todesstrafe nach sich. Auch dies ist vom Fall Ischak her vertraut. Im Zusammenhang mit dem Fall Abdallah wird außerdem berichtet, dass Beamte der „Immigrations- und Staatsbürgerschafts-“ Behörde regelmäßig auf der Suche nach Christen seien, die dann zur „Rückkehr zum Islam“ gezwungen werden sollten. Wer jetzt denkt, dass kann ja auf Faiza Abdallah gar nicht zutreffen, da sie niemals Muslima gewesen ist, der kennt das islamische Recht nicht. Denn nach der islamischen Religions-Logik, die in der Scharia ihren Ausdruck findet, würde angeblich jeder Mensch als Muslim geboren und nur durch „Verwirrung und Abirrung“ vom „einzig wahren Glauben“ dazu gebracht, Atheist zu werden oder einer anderen Religion anzugehören. Deshalb sprechen Muslime auch nicht von einer „Konversion“, wenn bspw. ehemalige Christen sich dem Islam zuwenden, sondern von einer „Reversion“ oder „Rückkehr“.

Und diese „Rückkehr“ wird nun auf aggressivste Art und Weise von allen im Nordsudan verbliebenen Christen erwartet. Dies beweisen nicht zuletzt die Fälle Ischak und Abdallah. Bei Weigerung droht Tod. Den mit Christen verheirateten Frauen zusätzlich die 100 Peitschenhiebe wegen „Ehebruchs“.

In diesem Sinne, bitte behalten sie den Sudan in Ihren Gebeten. Denken Sie bitte an das Schicksal von Faiza Abdallah und Meriam Yahya Ibrahim Ischak. Sprechen Sie doch vielleicht auch in Ihren Gemeinden, Hauskreisen und mit sonstigen, christlichen Freunden darüber. DANKE !

(Quelle: „morningstar news“ vom 27. Mai 2014)

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4 Gedanken zu “Sudan: weiterer Fall von „Apostasie“ und „Ehebruch“ (UPDATE)

  1. Ja, es ist langsam an der Zeit nicht nur an die Opfer zu denken und für diese zu beten, sondern auch an die Regularien der Täter. Der Islam wird hier sehr hofiert. Ich frage mich angesichts solcher geschilderten Ereignisse, warum überhaupt? Warum wird einer Politreligion hier so der rote Teppich ausgerollt, den er nun wirklich nicht verdient hat. Bereits in der Türkei haben Christen gegen ungleiche Rechte zu kämpfen. Die Türkei wird durch Herrn MP Erdogan immer islamischer. Islamischer bedeutet: islam-radikaler auf leisen Sohlen. Der Überfall auf Nordzypern hat Christenvertreibungen und Kirchenzerstörungen nach sich gezogen, dass es nur so rauchte. Darüber echauffiert sich kein Mensch. DAs wird wie eine Grippe klaglos hingenommen und mit dem Unterschied, dass gegen Grippe Medikament genommen werden, gegen solche Menschenrechtsverletzungen aber nichts unternommen wird.

    Es ist ein menschenverachtendes Politikum, dass der gesamte Westen keine Scheu hat gegen China und Russland in Sachen „Menschenrechte“ das Wort zu erheben, aber ständig, stetig und devot die Rechtslage von Minderheiten und somit auch von Christen nicht einmal im ‚Entferntesten rügt, und zwar so rügt, dass es jeder auch vernimmt. Im Gegenteil: Muslimische Staaten stehen bis auf Iran, Irak und Syrien hoch im Kurs. Aber genau zwei dieser Staaten, nämlich Syrien und Irak ; waren es, die Christen in den islamischen Machtbereichen die friedlichsten Lebens- und Glaubenslebensweisen boten, die wir erkannt haben. Diese hat der Westen vorsätzlich kaputtgemacht und damit Weltkultur zerstört, wahrscheinlich für immer.

    Aber ich habe langsam den hoffnungsvollen Eindruck, dass dem Islam durch die Veröffentlichung solcher Einzelfälle in den Mainstreammedien endlich der breiten Öffentlichkeit, wenn auch zaghaft und tröpfchenweise, die angebliche Friedensmaske, hinter der er sich, sein Gottesbild und seinen Propheten bislang erfolgreich versteckt hat, stückchenweise heruntergerissen wird. Einzelfälle sehen nämlich anders aus. Sklavenhaltung in Mauretanien, keine Juden und Christen in Saudi Arabien, Terror in Nigeria und Syrien, islamischer Terror in den entlegendsten Gegenden, neuerdings auch in China und anderen Orten zeigen ein Gesamtschema, welches den Islamvertretern hier garnicht recht sein kann. Diese Fakten stören zunehmend die sich selbst im Mantrastil wiederholenden Sprüch „Islam ist Frieden“ und „Solche Einzelfälle und derTerrorismus hat nichts mit dem Islam zu tun“. Islam ist nicht Frieden. Islam ist Dschihad. Frieden ist erst, wenn der islam herrscht.

    Der Westen sucht politisch offensichtlich das Chaos. Die Terrortruppen des Islam sind ihm dabei behilflich. Denn diese werden offenischtlich nicht nur aus S-Arabien und Katar finanziert, sondern auch von den USA zum Teil zumindest in Syrien ausgebildet.

    Wie tief kann der Westen noch fallen?

    Es ist ja nicht so, dass der Islam an der EU-Misere Schuld hat. Schuld sind Politiker und Kirchen, die das Christentum ohne Not aufgegeben haben und den einzig wahren Kitt des europäischen Zusammenhalts, nämlich JESU Lehre durch linksgenderistische Manipulaitionsideologien in atheistisch-humanistischer Lebensmanier ausgehöhlt und gelöchert haben. Der islam ist nur in das relativistisch-beliebige Neutrumswerteschema der EU-Politik eingefahren wie ein Virus in einen immungeschwächten Körper. Er hat seine Chance genutzt und wir haben die Gefahren völlig unterschätzt.

    Das ist alles. Aber das ist kein Grund, das Glaubenskonstrukt des islams mögen zu müssen. Dieses Glaubenskonstrukt ist nämlich von Grund auf auf Legitmation von Gewalt aufgebaut. Wer aber als Religion und als Gesetzesvertreter dieser Religion wie das Gericht in Sudan Gewalt als Stilmittel für seine Ausbreitung verwendet, hat sich als Religion disqualifiziert.

    Alle diese Einzelfälle, die der Autor dankenswerterweise schildert und nicht müde wird, diese zu schildern, entspringen aus diesem ausgrenzenden, gegenüber Dreifaltigkeitsschristen und anderen Religionsminderheiten herablassenden arroganten Ungeist, selbst die islamisch geprägten Ehrenmorde, in denen ganze Familienclans eine sich den islamischen Regeln gegenüber abtrünnig verhaltenden Frauen wie in diesem Fall. Und wenn es die Familie nicht tut, um ihre zweifelhafte „Ehre“ wieder herzustellen, haben wir ja noch die islamische Gesetzgebung, die Scharia, die das dann nachholt.

    Ja, beten wir nicht nur für die Opfer und deren Familien, sondern auch um den Hl. Geist für die Täter, damit sie endlcih nach 1 400 Jahren erkennen, dass sie religiös gesehen auf das falsche Vorbild gesetzt haben und JESUS und seine Lehre als Tor zum wahren Paradies erkennen mögen.

    • Nur ganz kurz: Danke für Ihre umfassende Betrachtung. Auch ich hoffe, dass die Häufung von Beispielen (Schulmädchen in Nigeria, Scharia in Brunei, Fall Meriam Ischak, Sklavenhaltung und Tode auf Baustellen für die Fussball-WM in Katar etc.), die sogar eher “linksgestrickte” Menschenrechtsgruppen (Amnesty, HRW) dazu gebracht haben, endlich auch einmal klare Analysen und Berichte zu liefern, auch dafür sorgen werden, dass die Aufmerksamkeit auf die Menschenrechtslage im islamisch geprägten Kulturraum gelenkt werden wird. Selbst, wenn oftmals die Massenmedien noch Nebelbomben abwerfen, was die Ursachen dieser Barbareien angeht.

      • Werter Stefanus1m. Die Nebelbomen müssen aber immer dichter gestickt werden. In der Bevölkerung hat der Islam keinen guten Ruf mehr, weder in GB noch in Frankreich. Nicht umsonst haben da die rechten Parteien besonders stark zugenommen. Das kommt nicht von ungefähr. Das ist die unkontrollierte Einwanderungspolitik der EU im Besonderen in GB von diesem vertrauensseligen Tony Blair, dem die Briten dieses Chaos zu verdanken haben.

        Auf Druck folgt Gegendruck. In Deutschland hält uns noch die Identitätskrise nach dem 2. WK noch zurück. Aber wenn Meister Erdogan so weiter macht, kann das nicht lange gut gehen. Hier wirken noch gehorsame PC-Ideologie-Kräfte.

        Es ist nur schade, dass es viele Menschen nicht schaffen, Muslime als Seelen und Kinder Gottes von der Politreligion Islam zu trennen. Aber das ist eine wichtige Voraussetzung, die Lage richtig und differenziert zu beobachten. Leider neigt der Mensch dazu, alles zu polarisieren und Muslime, die ja auch Opfer ihrer eigenen Religion werden, mit der Ideologie in einen Topf zu werfen.
        Diese gedankliche Gradwanderung ist schwer vermittelbar., aber auch zu leben. Aber selbst die brutalsten islamischen Terroristen sind Opfer ihrer eigenen Religionsregeln. Ich hege für sie kein Mitleid (denn, dann würde ich lügen), denn das kennen die gegenüber ihren Opfern auch nicht. Aber ich erkenne, dass diese Radikalen Opfer von radikalen Imamen werden konnten, weil auch dies Radikalimame von ihrem Vorbild nichtmuslimhassend inspiriert wurden. Wer von kleinhauf in dieses Feindbild des Hasses erzogen wird, kommt dann nicht mehr aus dieser Haut raus. Theoretische Mitleid ja, aber gefühlsmäßig erlebtes MItleid mit solchen Tätern wäre zwar christlich, aber ich gebe es zu, ich schaffe es nicht.

      • Ich kenne das Problem. Man weiss, dass die Muslime die ersten Opfer einer menschenverachtenden Ideologie im religiösen Gewande geworden sind, man betet ab und an für die Verblendeten, für die Täter von schrecklichen Massakern wie in Nigeria, aber im Endeffekt ist es schwer, wirkliche Vergebung im Herzen zu finden. Ich bewundere die nigerianischen Witwen, zentralafrikanischen Kirchen oder ägyptischen Priester, denen das gelingt. Sie sind wahre Gläubige, die das mit dem „betet für eure Verfolger“ und der Vergebung ganz tief im Herzen tragen. RESPEKT !

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