USA: Fall Gelareh Bagherzadeh aufgeklärt

Vor ca. 2  Jahren haben wir hier im Blog über den Fall der in Houston, Texas, ermordeten, christlichen Aktivistin Gelareh Bagherzadeh berichtet. Nun scheint es, als ob der Fall endlich aufgeklärt sei, denn ein Tatverdächtiger wurde mittlerweile in Gewahrsam genommen und wegen der Tat angeklagt. 

in Memoriam: Gelareh Bagherzadeh

in Memoriam: Gelareh Bagherzadeh

Wer glaubt, als Christ und „normaler Mitmensch“ lebt es sich nur in Ländern wie Nordkorea oder Somalia lebensgefährlich (die Nummern 1 und 2 im Weltverfolgungsindex der Organisation „open doors“), der denke bitte noch einmal darüber nach. Denn es kann überall gefährlich sein, wenn man einen klaren, vielleicht sogar biblischen und christlichen Standpunkt vertritt und durch sein Leben repräsentiert. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an die iranisch-stämmige Studentin der Molekularbiologie (erste Quellen sprachen noch von einer Medizinstudentin, was wir damals auch fälschlich so widergegeben haben, sorry for that) Gelareh Bagherzadeh, die am 15. Januar 2012 in Houston erschossen wurde, als sie in ihrem Wagen mit einem Freund über das Handy telefonierte. Nur wenige Monate zuvor war sie zu einer Nachfolgerin Christi geworden. Sie arbeitete ehrenamtlich auch in einer baptistischen Gemeinde Houstons als Dolmetscherin für Farsi. Bereits seit 2009 war sie auch politisch aktiv und an Protesten gegen das iranische, repressive Islamregime von Teheran beteiligt und setzte sich vehement für die Durchsetzung der von der US-Verfassung garantierten (Frauen- !) Rechte auch innerhalb der iranisch-stämmigen „community“ Houstons ein. .

Die Ermittler der Houstoner Mordkommission zeigten sich damals, in der Folge der Tat, einigermaßen desorientiert darüber, wo sie den Täter zu suchen hätten. Eine Frau, die so viele „Angriffspunkte“ bot, da wucherten die Spekulationen natürlich wild ins Kraut und die Polizei zeigte sich damals gegenüber den Medien einigermaßen ratlos, was Herkunft und Motiv des Täters anging. Kein Wunder also, dass die private Organisation „crimestoppers“, die sich darum bemüht, Bürgern Informationen zur Selbstabsicherung zu geben sowie dazu aufzufordern, die Ermittlungsbehörden aktiv bei der Suche nach Schwerverbrechern zu unterstützen, eine stattliche Summe von 200.000 US-Dollar auslobte für Hinweise, die zu einer Festnahme führen. Eine Summe, die von den crimestoppers in dieser Höhe noch nie zuvor in den Raum gestellt worden war. Das zeigt die Bedeutung des Falles.

Nun wird aber bekannt (natürlich nicht durch unsere Massenmedien, die auch kein Wort darüber verloren, dass bspw. die Terrorgruppe „Al-Shabaab“ am vergangenen Samstag einen Anschlag auf das somalische Parlament verübt hat, immer interessant, was so durch den „Rost“ fällt in den Redaktionen), dass ein hochverdächtiger Mann mittlerweile in Gewahrsam genommen und vor einem Gericht angeklagt wurde. Mal gucken, ob wir es schaffen, aus den wenigen Informationen, die die britische Zeitung „Daily Mail“ sozusagen „durchsickern“ lässt, zu erkennen, was da im Januar 2012 auf einer Straße in Houston wirklich passiert ist. Es scheint zumindest kein „drive-by-shooting“ gewesen zu sein, wie manche Medien voreilig spekuliert hatten. Von „gezieltes Attentat im Auftrage der Mullahs aus Teheran“ bis „privates Eifersuchtsdrama“ war auch weiterhin viel gemutmaßt worden und leider ist noch immer nur sehr wenig klar.

Die Polizeibehörde von Houston hält jedenfalls mit den Details auffällig zurück. Bekannt ist nur, dass der Verhaftete Ali Irsan heisst, 56 Jahre alt ist und aus Jordanien stammt. Desweiteren seien zwei weitere Personen in diesem Zusammenhang verhört und vorläufig festgesetzt worden. Es gebe außerdem Verbindungen zur Familie von Gelarehs ehemaligem Lebensgefährten. Dessen Zwillingsbruder wurde übrigens im November 2012 ebenfalls ermordet. Dieser als Coty Beavers identifizierte Tote hatte ein Jahr zuvor eine Hochzeitslizenz für sich und die Tochter von Ali Irsan, Nesrin, beantragt. Die „Daily Mail“ spekuliert also nun weiter (bitte legen Sie, liebe Leser, diesen Gedankengang also nicht mir ins Körbchen) dahingehend, dass Ali Irsan die „Neuchristin“ Bagherzadeh für diese ungewollte und vermeintlich mit der Familie Irsan nicht abgesprochene Ehe verantwortlich machte und die in nahöstlich-islamischen Kreisen berühmt-berüchtigte „Familienehre“ durch die Tötung von Gelareh wiederherstellen wollte. Vergleichbare Fälle aus deutschen Landen oder dem Rest der Welt gäbe es zur Genüge. Dennoch veröffentlicht auch die Houstoner Staatsanwaltschaft bislang keine weiteren Details zu dem laufenden Verfahren, weshalb noch immer ein wenig über die Motivlage des Täters und seine genau Beziehung zum Opfer gerätselt werden darf.

Beten wir für die baptistische Gemeinde von Houston, die seit mehr als zwei Jahren ohne ihre Schwester Gelareh auskommen muss und für die trauernde Familie, die vielleicht nun ein wenig Frieden erhalten wird, wenn die Tatumstände sich im Laufe des Prozesses aufklären werden.
Immerhin kann jetzt niemand mehr behaupten, dieser Blog würde nicht versuchen, seine aufgegriffenen Fälle auch „weiterzuverfolgen“.

In diesem Sinne.

(Quelle: „daily mail“ vom 23. Mai 2014)

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