Somalia: „Untergrund-Kirchen“-Leiter ermordet

Auf dem „Weltverfolgungsindex“ der Hilfsorganisation „open doors“ steht Somalia auf einem schockierenden zweiten Platz. Und was immer man auch von den Kriterien, nach denen diese Liste zusammengestellt wird, halten mag, so sagt das doch immerhin so viel aus, als dass Somalia ein Land ist, in dem schwerste Verfolgung stattfindet. Nur Nordkorea steht noch vor Somalia in der besagten Liste.

 

Also eine „Silbermedaille“ in der Kategorie Christenhass für Somalia. Ich gestehe, das nötigt mir keinerlei Respekt ab, sondern sorgt dafür, dass sich ungezählte Fragen stellen. Über die politischen Verhältnisse im Lande, über die Macht der Clans und Warlords und deren Verbindungen zu einem aggressiv-mörderischen Islam Marke „Al-Shabaab“ etc. Zur besseren Einschätzung für Sie, werte Leser, sei hier noch einmal die allgemeine Einschätzung von „open doors“ zu Somalia zitiert:

Mit einer Punktzahl von 80 liegt Somalia auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex an zweiter Stelle und gehört zur Kategorie „Extreme Verfolgung“. Die Stellung der Christen in Somalia hat sich gegenüber 2013 verschlechtert, als das Land mit 74 Punkten auf Position 5 geführt wurde. Die meisten Christen in Somalia sind Konvertiten aus dem Islam, außerdem es gibt eine verschwindend kleine Gruppe ausländischer Entwicklungshelfer.
(Hervorhebungen von mir.)

Also „Extreme Verfolgung“ herrscht dort für Menschen, die wie Millionen anderer auf diesem Planeten sich als Christen bezeichnen und diesen Glauben an Christus als Teil der trinitarischen Einheit Gottes leben wollen. Selbst atheistische Religionskritiker müssen doch wohl zugeben, dass man dieses Recht niemandem vorenthalten sollte, zumal es zu den Inhalten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen gehört. (Art. 18, Gedanken- und Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit) In einer Erklärung zu diesem Artikel im Internet fand ich folgendes:

Artikel 18 ver­bürgt die Reli­gions­frei­heit sowohl im pri­vaten wie im öffentlichen Raum. Die Reli­gions­frei­heit umfasst sowohl die Bil­dung der eige­nen religiösen oder weltan­schaulichen Überzeu­gun­gen wie auch ihren Wech­sel und ihre pri­vate oder öffentliche Kundgabe ein­schließlich der Weit­er­gabe, der Lehre und des Ritus.

Wie ich bereits in einem anderen Artikel erwähnt habe, sind aber diese universellen, von der UN nur „deklarierten“ Menschenrechte von den Staaten der sog. „Organisation der Islamischen Konferenz“ (OIC) auf einer Konferenz in Kairo 1990 eingeschränkt und unter Scharia-Vorbehalt gestellt worden, wie sogar das politisch gefärbte und keinesfalls immer faktensichere, deutschsprachige Wikipedia zugeben muss:

Im Jahr 1990 beschloss die Organisation der Islamischen Konferenz die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“, die inhaltlich erheblich von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte abweicht, obwohl sie im Wortlaut ähnlich gehalten ist. Sie garantiert z. B. keine Gleichberechtigung von Männern und Frauen und kein Recht auf freie Wahl der Religion oder des Ehepartners. Weiter stellt sie alle dargestellten Rechte unter den Vorbehalt der islamischen Schari’a.
(Hervorhebungen von mir)

Ist es nun verwunderlich, dass der Sudan etwa, wo derzeit eine christliche Ärztin ihr schariakonformes Todesurteil erhielt, zu den Gründungsmitgliedern der OIC gehört ? Ebenso übrigens wie Somalia. Womit wir nun endlich beim Thema dieses Beitrages angekommen wären, bitte verzeihen Sie mir die langwierige Einführung, die nur zum besseren Verständnis der Situation von Christen dort dienen sollte. In diesem Zusammenhang sei noch einmal open doors zitiert:

Für Christen und die Kirche ist die Lage in Somalia außerordentlich hart gewesen. In jüngster Zeit sind Christen muslimischer Herkunft bei ihrer Entdeckung oft auf der Stelle getötet worden – mitunter genügte auch der bloße Verdacht, sich vom Islam abgewendet zu haben.  …
Einem Open Doors-Feldforscher zufolge waren Normalbürger – in Zusammenarbeit mit Al Shabaab – an der Tötung von Christen beteiligt: „Christen sind durch ihre Nachbarn an die Al Shabaab verraten worden“, so der Mitarbeiter. Derartige Vorfälle haben zu einem hohen Maß an Furcht und Misstrauen unter Gläubigen geführt. Man will um jeden Preis vermeiden, dass die eigene Gemeinschaft entdeckt wird. Die Konsequenz ist, dass Christen ihren Glauben in ihrem lokalen Umfeld streng geheim halten müssen. Sie treffen sich in sehr kleinen Gruppen und sind oft isoliert.

Somalia

Der Einfluss der Al-Shabaab ist also in der somalischen Gesellschaft deutlich spürbar. Nun haben sie ihr Interessengebiet aber auch auf Äthiopien, Kenia und Uganda ausgedehnt. Diese allgemein feindselige Einstellung gegenüber dem Christentum hat nun dazu geführt, dass die wenigen Christen, die es in Somalia gibt, de facto im Untergrund leben und somit wie einst Teile der Urgemeinde weitgehend isoliert und vom Tode bedroht sind. Dennoch gab und gibt es immer wieder einige, wenige Menschen, die es wagen, auch unter diesen Umständen ihr Kreuz auf sich zu nehmen und zu versuchen, die wenigen christlichen Gruppen in ihrer Nähe  zu organisieren. Zu diesen bewundernswerten Nachfolgern Christi gehörte bis vor Kurzem auch Abdishakur Yusuf, der in Somalia fünf verstreute, christliche Mingruppen im Großraum Mogadischu miteinander vernetzte und sie betreute. 

Am 16. März 2014, gegen 09:40 Uhr Ortszeit, wurde Abdishakur Yusuf vor seinem Haus in einem Vorort Mogadischus erschossen. Er hinterläßt eine Ehefrau und drei Kinder im Alter von 11, 8 und 5 Jahren. Diese Information erreicht die Weltöffentlichkeit deshalb erst jetzt, weil die gefährdete Lage der Christen Somalias sie dazu brachte, den Mord an Bruder Yusuf erst einmal nicht publik zu machen, so lange, bis sie es ohne ein verstärktes Risiko für Leib und Leben tun konnten. Eine Quelle, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, wird wie folgt zitiert:

Er wurde mehrfach ins Gesicht geschossen, so dass er fast nicht mehr zu identifizieren war. Wir mussten Therapie- und Trostsitzungen abhalten für unsere Mitglieder.

Dies bezieht sich auf die große Trauer, die der Verlust Bruder Yusufs unter seinen Bekannten hervorgerufen hat.Es reflektiert auch auf den Respekt und die Sympathie, die er unter den Christen genoß. Seine Familie wurde mittlerweile umquartiert, um ihre Sicherheit vor weiteren Anschlägen zu verbessern. Christen Somalias bitten nun um Gebet für die Familie von Abdishakur Yusuf und für die kleine Untergrundgemeinschaft im Land. Ich schließe mich dieser bitte hiermit ausdrücklich an. Bitten wir doch den Vater, die Herzen der mordgierigen Christenhasser in Somalia zu berühren, ihr Handeln zu ändern und die Lage der Untergrundkirchen zu verbessern.

(Quellen: „wikipedia“ , „menschenrechtserklaerung.de“, „Länderprofil Somalia-open doors“ und „morningstar news“ vom 23. Mai 2014)

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