Uganda: Warnungen vor Angriffen auf Kirchen

Auf dem afrikanischen Kontinent läuft ein Konflikt, der Christen, christliche Kirchen und deren Leitungspersonal ganz direkt betrifft. Wir alle wurden durch die Aufmerksamkeit, welche die Entführung von mehr als 200 (zumeist christlichen) Schulmädchen durch die Boko-Haram-Terrorgruppe auf Nigeria legte, wieder daran erinnert.

Uganda

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Aber auch in anderen Ländern spielen sich Dramen an Gewalt und Christenfeindlichkeit ab, die hierzulande leider, wie bis vor Kurzem auch der Konflikt in Nigeria, weitgehend unbeachtet bleiben. Weder in Kirchen noch den Massenmedien oder der Politik hört man Stimmen, die sich etwa mit der Lage in Eritrea, dem schleichenden Bürgerkrieg in Kenia oder der Unterdrückung christlicher Minderheiten auf der tansanischen Insel Sansibar beschäftigen. Es gäbe noch weitaus mehr Länder zu nennen, darunter das immerhin ein wenig in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückte Zentralafrika, Mali oder Somalia.

Von dort stammt auch die sog. „Al-Shabaab“-Bewegung, eine Terrorgruppe, die sozusagen der ostafrikanische Kooperationspartner der „Boko Haram“ Nigerias ist. Diese „Al-Shabaab“ ist bereits massiv in einen Konflikt mit dem kenianischen Staat verwickelt, weil es die Kenianer „gewagt“ hatten, der somalischen Regierung beim Bekämpfen islamisch-fundamentalistischer Terrorsippen dort behilflich sein zu wollen. In den Fokus der diversen, durch Koran, im Ausland ausgebildete Hassprediger, Petrodollars und Waffen „gedopten“ Terror-Armeen („Banden“ würde ihre Gefährlichkeit untertreiben, wie viele Nigerianer z. Bsp. nicht müde werden, anzumerken) geraten dabei auch und vor allem die Kirchen.

Ihr befriedender, positiver Einfluss auf Gesellschaft und Staat stellen für Männer wie die von der „Al-Shabaab“ offensichtlich ein Hindernis auf dem Weg zu Kriegen, Eroberungen und der Errichtung islamischer, von der Scharia geregelten, Allahs-Staaten dar. Neben staatlichen Stellen und Sicherheitsorganen werden so also auch immer wieder Kirchen, Pastoren oder einflussreiche, christliche Leiter zu Zielen von Brand- und Bombenanschlägen, Messer- und Feuerwaffenangriffen etc. In verschiedenen Beiträgen unserer „AFRIKA“-Rubrik können Sie, liebe Leser, Schlaglichter dieser Entwicklungen nachlesen.

Nun kommen Berichte aus Sicherheitskreisen in die Medien, wonach auch in Uganda Angriffe auf Kirchen befürchtet werden müssen. Die US-Botschaft in Kampala habe dementsprechende Informationen herausgegeben, die von ugandischen Behörden immerhin so ernst genommen werden, dass die Kirchen des Landes über die Situation in Kenntnis gesetzt wurden. Ich möchte dies noch einmal ins Verhältnis setzen. Stellen Sie sich, liebe Leser, doch einmal vor, am Sonntag, vor der Predigt, würde ein Vertreter ihrer Gemeinde vor die versammelten Gläubigen treten und aus einem Schreiben des Bundes- oder Landesinnenministeriums, des BKA oder des Verfassungsschutzes zitieren, nachdem Terror-Angriffe auf IHR GOTTESHAUS unmittelbar bevorstünden. Ich spreche hier ausschließlich für mich, wenn ich sage, dass mich ab sofort ein mulmiges Gefühl erfassen würde. Vor allem, wenn ich wüsste, dass es derartige Attacken bereits in einem Nachbarland, sagen wir mal Belgien oder Polen, gegeben hätte. Ich weiss, es fällt schwer, sich dies vorzustellen. Aber für Christen in immer mehr afrikanischen Staaten ist dies gelebte Realität (und nicht nur dort): Können und sollten wir also weiterhin achselzuckend wegschauen und uns sagen „der liebe Herrgott wird´s schon richten, Liebchen“ ?
Wie auch immer: laut einem Medienbericht sagt Rev. Mead Birungi von der „World Shine Ministries“-Kirche:

Alle Kirchen wurden informiert. Die Anti-Terror-Polizei und die Polizeibehörden in Uganda stellen Sicherheitspersonal für die Kirchen. Es gibt weiterhin Bemühungen, den Menschen mitzuteilen, wie solch eine Bombe aussehen könnte, damit sie diese identifizieren können. Wir sind deshalb besonders besorgt, weil wir gesehen haben, was in Kenia passiert ist.

Damit spielt er auf jüngste Attentate in Kenia an, die im Mai auf einen Markt in Nairobi und auf eine Schnellstraße verübt wurden und wieder mindestens 13 Todesopfer forderten. Mehrere westliche Länder (wiederum ohne Deutschland, das seine Bürger ohne Vorwarnung in alle Welt reisen lässt), darunter die USA, Australien und Frankreich, haben bereits Reisewarnungen für bestimmte Regionen Kenias ausgesprochen, die direkt auf die Terrorangriffe der Al-Shabaab zurückgehen. Reverend Birungi immerhin berichtet auch davon, dass der „interreligiöse Rat“ Ugandas derzeit daran arbeite, alle daran teilnehmenden Religionsgemeinschaften zu einer Verurteilung des Terrors zu bewegen.

Wir werden also sehen, wie sich die Lage in Kenia weiterentwickelt und auch ein wachsames Auge auf Uganda haben müssen, damit niemand mehr behaupten könne, dass der Terror „aus dem Nichts gekommen“ sei und man ja „gar nichts gewusst habe“. In diesem Zusammenhang sei noch eine persönliche Bemerkung erlaubt: ich bin davon überzeugt, dass wir von dem Gedanken wegkommen müssen, die christlichen Opfer der diversen, innerafrikanischen Konflikte seien IMMER UND ÜBERALL nur Kollateralschäden gewaltsam ausgetragener, sozialer Konflikte. Oftmals sind sie eben gezielt ausgesuchte und speziell wegen ihres gelebten Glaubens zu Opfern gemachte Ziele.

Beten können wir natürlich auch für den Frieden und die Menschen Ostafrikas. Fühlen Sie sich also bitte hiermit dazu ermutigt, liebe Leser.

(Quelle: „world watch monitor“ vom 22. Mai 2014)

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2 Gedanken zu “Uganda: Warnungen vor Angriffen auf Kirchen

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