Ostern und die verfolgte Kirche

Wir Christen feiern Ostern. Eine einfache und klare Aussage, nicht wahr ? Der höchste, christliche Feiertag ist für alle Gläubigen ein Anlass, über Tod und Auferstehung, Leiden und Erlösung sowie die eigene Position im Glauben nachzudenken. Aber auch, um zu feiern und sich an dem, was die Auferstehung Christi für uns bedeutet, zu erfreuen. Denn die Botschaft ist gut: das Leben besiegt den Tod, Christus ist nicht mehr dem Vergehen unterworfen und lädt uns alle ein, ihm auf diesem Wege zu folgen. 

Vorzugsweise in der eigenen Gemeinde oder in sonstiger Gemeinschaft mit Christen, aber auch im intensiven Gespräch mit Gott, im Gebet und im Bibelstudium, kann man sich der Bedeutung von Ostern vergewissern. Soweit, so „banal“ für uns Christen in Deutschland, aber für unzählige Christen in vielen Ländern weltweit ist das ungestörte, das uneingeschränkte Feiern der Auferstehung des Herrn nicht selbstveständlich. Es ist geradezu undenkbar für sie, dass sie in ihrem schönsten Sonntagsanzug offen zur Kirche gehen, dort lautstark und in fröhlicher Gemeinschaft Christus loben und so etwas wie diese ominösen Schoko-Eier in sich hineinstopfen. Daran erinnert uns u. a. auch ein Gastbeitrag von Dr. David Curry, dem Präsidenten der christlichen Hilfsorganisation „open doors USA“ , für die „Christian Post“.

David CurrySpeziell haben es ihm dabei die Gläubigen in Ländern wie dem Irak, Nigeria oder Algerien angetan. Nicht grundlos weist er darauf hin, dass die Umstände, unter denen dort die Christen versuchen müssen, Ostern im Rahmen der Möglichkeiten zu begehen, uns in den Ländern der freien Welt daran erinnern sollten, wie kostbar die freie Religionsausübung, wie kostbar die Möglichkeit ist, unserem Herrn Christus die Ehre zu geben, ohne dass Panzerwagen uns beschützen müssen wie im Irak, oder ohne die Gefahr in die Luft gesprengt zu werden, wie in Nigeria. Er verweist dabei u. a. auch auf diverse Studien zur Religionsfreiheit, die klarmachen, dass Christen weltweit die am stärksten mit Repressionen, Diskriminierung und Verfolgung konfrontierte Religionsgruppe sind. Über Zahlen lässt sich in diesem Zusammenhang trefflich streiten, da eben auch die Definition von „Verfolgung“ und die Abgrenzung zwischen „staatlicher und nichtstaatlicher Verfolgung“ variieren.

Was aber in jedem Falle hängen bleibt, ist die massive Notlage, in der Christen sich weltweit oftmals nur deshalb befinden, weil sie Christen sind. Ihr Glaube unterscheidet sie von der Welt und diese kann (geistlich gesprochen) mit diesem Unterschied nicht umgehen und quält die Gläubigen deshalb in so unterschiedlichen Weltregionen wie Nahost und Südostasien. Dr. Curry erwähnt deshalb auch Beispiele von „österlicher“ Verfolgung. So sind im letzten Jahr zu Ostern allein in Nigeria 80 Christen gezielten und konzertierten Angriffen der islamischen „Boko Haram“-Terrogruppe erlegen, die ihre Wohnorte überfiel und dort die gewohnten Massaker verübte. Ebenso schreibt er von den massiven Schutzmaßnahmen, denen Kirchen im Irak unterworfen werden müssen, damit sie wenigstens IN ihren Ostergottesdiensten ein Mindestmaß an Sicherheit haben. Man mag sich jedoch kaum vorstellen, was ihnen auf dem Weg von und zur Osterfeier so geschehen mag und was wohl in Kirchen passieren wird, vor denen keine gepanzerten Fahrzeuge mit schwerbewaffneten Sicherheitskräften aufgefahren werden.

Aber Dr. Curry spricht auch von der Hartnäckigkeit, mit der Christen in „heißen Pflastern“ trotzdem den Auferstandenen feiern wollen. So zitiert er einen algerischen Christen mit den Worten: „Wir haben unsere Feierlichkeiten von Gott geschenkt bekommen. Wir müssen sie begehen !“ Klare, einfache Worte eines beinharten Glaubens. Solche Worte würde ich selbst mir von deutschen Kirchenvertretern mal im Zusammenhang mit Ostern oder anderen, kirchlichen Feiertagen wünschen, die ja auch hierzulande unter Beschuss stehen. Oder zumindest unter Banalitäten zugedeckt werden und ihren christlichen Gehalt zu verlieren drohen. Zum „Hasenfest“ oder „Eierfest“ wollen aggressiv auftretende Atheisten und deren Helfershelfer in Medien und Politik gerne die Auferstehung des Erlösers umdeuten. Gerade wir Christen im träge und bequem gewordenen Kirchenbetrieb unserer Tage sollten in diesem Zusammenhang mal auf Algerien, den Irak oder Nigeria schauen, wo man sich mit gottgewolltem Trotz weigert, der nackten Gewalt gegen das Evangelium nachzugeben und dennoch Ostern feiern wird.

Und selbstverständlich weist Dr. David Curry von open doors USA auch darauf hin, dass Christen gerade in der Karwoche und um Ostern herum natürlich für ihre Geschwister in Ländern der Unterdrückung und Verfolgung beten können. Wenn wir nämlich ihr Leid ignorieren, können wir auch nicht erwarten, dass sich andere mit uns solidarisch erklären, wenn wir einmal Hilfe brauchen. Z. Bsp. bei Dingen wie der dringend benötigten Binnenmission (habe ich darauf hingewiesen, dass allein in meiner Stadt nach einer aktuellen Studie mehr Atheisten leben, als Angehörige der einzelnen Konfessionen ? Nur gemeinsam haben Katholiken und Evangelische der Freikirchen und der Landeskirche mehr Mitglieder als es Nichtgläubige gibt), wo sich schon seit Jahren vor allem Prediger aus Afrika, Asien und den USA hervortun.

So schließt Dr. Curry seine Ausführugen denn auch mit den Worten:

Let’s not forget them at this very special time of year…..at our church gatherings, in our homes and in our hearts.
Lasst sie uns nicht vergessen in dieser besonderen Zeit des Jahres…in unseren Kirchenversammlungen, bei uns zu Hause und in unseren Herzen.

Das möchte ich genau so weitergeben und Sie alle, liebe Leser, dazu anregen, in ihren Karfreitags- oder Ostersonntagsgottesdiensten, Gebetsversammlungen etc. auch die verfolgten Geschwister wieder in ihr Gespräch mit Gott einzubeziehen. Ich werde es sicher tun.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest 2014.

Ihr

Martin Clemens Kurz

(Quelle: „Christian Post“  vom 15. April 2014)

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