Großbritannien: Premierminister thematisiert Christenverfolgung

In Großbritannien gibt es eine zwar noch nicht sehr alte, aber gute Tradition, in der der amtierende Ministerpräsident um die Osterzeit herum einen Empfang für Vertreter der verschiedenen Kirchen gibt. Auf diesem Empfang gab der aktuelle „Prime Minister“ ihrer Majestät, David Cameron, in diesem Jahr interessante Dinge von sich, die auch unser Thema betreffen.

david-cameron_1635080iMag es nun innenpolitisches Kalkül gewesen sein oder echte Herzensangelegenheit: in jedem Falle hat der britische Premierminister David Cameron beim diesjährigen Osterempfang für die Vertreter der diversen, in seinem Land vertretenen Kirchen einige wohltuende Akzente gesetzt, von denen man sich wünschen würde, auch hierzulande wären sie noch möglich. Allein die Tatsache, dass der britische Hirte aller orthodoxen Kopten, Anba Angelaos, an diesem Empfang teilnahm, ist ein Signal in Richtung Nahost, das nicht unterschätzt werden darf. Ich frage mich ernsthaft, ob der liebenswerte, aber immer ehrliche und streitbare Bischof Damian, der koptische „Oberhirte“ in Deutschland, im Berliner Kanzleramt derzeit genauso gern gesehen wäre. Ehrlich gesagt höre ich da schon wieder die diversen „Proxys“ der Muslimbrüder in Deutschland hyperventilieren und Gift und Galle spucken, sollte dies wirklich einmal passieren. Aber unsere „Angela-indifferent“ wird sicher keinen vergleichbaren Osterempfang abhalten, ist sie doch die Vorsitzende der atheistischen LINKEN, UPS, da habe ich was verwechselt und tatsächlich für einen Moment geglaubt, ihre Partei hätte ein „C“ wie „christlich“ im Namen.

Wie auch immer: David Cameron (dessen Partei kein C im Namen hat) zeigte sich auf dem Empfang nach Meldungen britischer Medien entspannt, aber auch ungewöhnlich offen, was sein eigenes Glaubensbekenntnis und sein Glaubensleben angeht. Schon einige Zeit zuvor war ihm mal kurz entschlüpft, dass er ein praktizierendes Mitglied der „Church of England“ sei. Nun aber ging er noch ein wenig weiter und verriet, dass er auch seinen Kindern versuche, christliche Werte zu vermitteln und vorzuleben. Ebenso ließ er die Öffentlichkeit Anteil nehmen an seiner Vorliebe für die mit Gesang gefeierte Abendmahlsfeier in der „St. Mary´s Abbots“-Kirche in Kensington. An jedem Donnerstag, an dem er daran teilnehme, finde er „Momente des größten Friedens“. Man mag das für PR halten, aber angesichts der immer stärker werdenden Widerstände gegen christliche Traditionen und Werte in Großbritannien, kann man die Aussagen David Camerons auch durchaus als PR-mäßig kontraproduktiv, als „mutig“ oder doch zumindest bewusst gegen eine bestimmte Zeitgeistströmung rudernd ansehen. Denn er bekannte ebenso offen, dass er aus seinem Glauben und damit auch aus der Bibel seine „Guidelines“ für moralisches Verhalten ableite. Auch wenn er betonte, dass jedermann andere Quellen für seine individuelle Ethik haben mag, so sei eine christliche Orientierung doch „nicht das schlechteste Handbuch“ fürs Leben.

Und ab jetzt beginnt es, für die an Christenverfolgung interessierten Gläubigen weltweit noch interessanter zu werden: Denn Cameron sprach relativ offen über die Defizite in Sachen Religionsfreiheit in der Welt. Er äußerte sich als Politiker zwar zunächst ganz allgemein dahingehend, dass er sich für weltweite Religionsfreiheit ausspreche. Dies ist noch eine Allerweltsphrase die wir sogar von Gregor Gysi, oder irgendwelchen Grünen durchaus auch ab und an hören könnten. Dann aber machte er deutlich, dass Christen momentan die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft auf diesem Planeten sind. Dies ist eine Aussage, die wir in dieser Deutlichkeit hierzulande höchstens noch von dem unermüdlichen Volker Kauder, aber ganz sicher nicht mehr von der deutschen Bundeskanzlerin hören können. Cameron forderte denn auch ein verstärktes Engagement gegen Christenverfolgung und jede andere Form religiöser Verfolgung. Ebenso ein Schwerpunkt, den weder die GroKo noch die Opposition in unserem Absurdistan setzen würden.

Und hier ist dann leider der Punkt erreicht, an dem ich Camerons „Offenbarungen“ dann wieder relativieren muss und die Freude an den bisherigen Zeilen wieder ausbremse. Denn es ist eine Sache, wenn sich der britische Premierminister sozusagen halb „privat“ vor Kirchenleuten ein paar klare Aussagen zu seinem Glauben und der Gefährdung, der dieser Glaube in der Welt ausgesetzt ist, entlocken lässt. Eine andere Sache ist es aber, sich anzusehen, wie es um das Land bestellt ist, welches David Cameron im Namen seiner Königin regiert. Es ist sozusagen „Allgemeingut“ geworden festzustellen, dass es um das traditionell christlich-europäische Wertefundament in Großbritannien nicht allzugut bestellt ist. Wir Deutschen denken ab und an, hierzulande wäre der Werteverfall angesichts von pädophilen Politikern,  „Gender-Instituten“ und „Unisex-Toiletten-Kampagnen“ in einer deutschen, von Kirchensteuer-Geldern finanzierten Großkirche bereits weit fortgeschritten. Die Wühlarbeit von christliche Werte zerstörenden Minderheitenlobbies im Lande der Queen ist aber beinahe noch erfolgreicher, wie auch viele Beispiele aus unserer „Großbritannien-Rubrik“ immer wieder beweisen. Im Namen völlig falsch interpretierter „Toleranz“ und „Antidiskriminierung“ wird gerade auf der Insel der Queen den eigenen Wurzeln immer heftiger das Wasser abgegraben und vor allem traditionelle Kirchen und missionarisch-evangelikale Christen stoßen dort seit einigen Jahren auf gesellschaftliche Widerstände, denen sie noch vor wenigen Jahren keinesfalls ausgesetzt worden wären.

So sind Fälle bekannt, wo sowohl massiv in die Grundrechte der freien Meinungsäußerung, der freien Berufsausübung, in das Prinzip der Vertragsfreiheit und der Gleichbehandlung vor Gericht eingegriffen wurde. Ein Arzt darf selbst auf Anfrage seiner Patienten um den Preis einer rufschädigenden „Rüge“ in seiner Personalakte nicht mehr über seinen christlichen Glauben sprechen. Ein Straßenevangelist darf nicht mehr frei zur Nachfolge Christi einladen, zumindest nicht mehr in den „Scharia-Zonen“ Großbritanniens. Ein Ehepaar, das ihr eigenes „bed and breakfast“ betreibt, darf sich die Gäste nicht mehr selbst und frei aussuchen, die physischen Attacken auf Priester nehmen zu usw. Bedauerlich ist, dass diese unheilsamen Entwicklungen auch langsam in den USA Einzug halten und zwar dort ebenso unter dem Banner von „Gleichbehandlung“ und „Antidiskriminierung“. Dort wie hier sind es vor allem aggressive Atheistenverbände und islamische Interessenvertretungen, die solche Dinge befürworten und sich permanent durch deutlich sichtbare, christliche Symbolik und christliche Rituale „beleidigt“, „ausgegrenzt“ und „gestört“ fühlen, aber das ist wieder eine etwas andere Geschichte. Um auf Premierminister David Cameron zurückzukommen, so fragt man sich, inwiefern ein Mann, der um die Probleme des Christentums weltweit offensichtlich weiß, keine Mehrheiten für eine andere Außen- und Innenpolitik in Großbritannien mehr zustande bekommt. Denn in beiden Bereichen leistet das „United Kingdom“ den Auflösungserscheinungen massiven Vorschub. Man kann nämlich beim besten Willen nicht behaupten, dass etwa die britische Außenpolitik in irgendeiner Weise Rücksicht auf die verfolgten, christlichen Minderheiten bspw. in Afrika, Nahost oder Asien nehmen würde. Gerade auch in Bezug auf die „Commonwealth“-Staaten zeigt ihrer Majestät Regierung keinerlei Interesse an einem Schutz christlicher Bevölkerungsanteile. Beispiele dafür seien Nigeria oder Kenia. Selbst Frankreich, dass mit den aggressivsten Christenverfolgern aus Nahost „auf du und du“ ist, schützt zumindest die französisch-sprachigen, christlichen Minderheiten so gut es geht wie etwa in Mali.

Aber hier bin ich schon längst wieder im Bereich der Politik angekommen, wo ich eigentlich gar nicht so tief eintauchen wollte. Nur kurz zusammengefasst: mit David Cameron äußert sich nun zumindest ein derzeit politisch Verantwortlicher im „Westen“ sehr eindeutig zur weltweiten Christenverfolgung und dem Anwachsen religiöser Intoleranz weltweit. Das ist vielleicht nicht viel, könnte aber ein Anfang sein. Wie kann es nun gelingen, mehr solche klaren Aussagen von Politikern zu bekommen und diese dann auch dazu zu überreden, ein wenig von ihrem Wissen dann auch mal in konkrete Innen- und Außenpolitik umzusetzen ? Dies wird eine der Zukunftsfragen sein, wenn man der Welle von Intoleranz gegenüber christlichen Werten und der anschwellenden Christenverfolgung noch irgendetwas entgegensetzen möchte. Versäumen wir es, ob als Kirchen, einzelne, wahlberechtigte Christen oder Gemeinden, hier Stellung zu beziehen und Wirkung zu entfalten, können wir nur noch achselzuckend auf die Übel der Welt schauen und hoffen, dass Christus bald zurückkehrt.

In diesem Sinne, beten wir für Offenbarungen und vielleicht sogar eine Erweckung unter den politisch Verantwortlichen in der (noch) freien Welt.

(Quelle: „Christian Today“ vom 10. April 2014)

 

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