Großbritannien: Prediger bekommt Entschädigung

Wie es um die Religionsfreiheit in Großbritannien bestellt ist, wissen wir etwas besser Informierten ja schon länger. Während dort salafistische Einpeitscher regelmäßig ihre Kundgebungen abhalten und für ihre Religion und Weltsicht werben dürfen, haben es christliche Straßenprediger schwer, obskuren Anklagen wegen „Diskriminierung“ etc. zu entkommen. Kommt uns das ein wenig bekannt vor ? Na, hierzulande ist es ja auch nicht viel anders.

Großbritannien

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Aber es gibt auch mal frohstimmende, kleine Nachrichten aus dem „Vereinigten Königreich“ der Elisabeth, wie etwa die, dass der im Jahr 2011 wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ verhaftete Prediger John Craven, 57, eine Entschädigung für die „unrechtmäßige Festnahme“ erhalten wird. Was war damals eigentlich geschehen ? Rekapitulieren wir mal:

John Craven führte in Manchester eine Straßenevangelisation durch. Wir alle kennen das ja sicher. Ob wir es nun mögen, oder nicht, ob wir dafür begabt sind, oder nicht: viele Kirchengemeinden, die an der Bibel und den darin enthaltenen Missions- und Taufbefehlen (Sie wissen schon, liebe Leser: „Taufet alle Völker“ und so) orientiert sind, gehen auch auf die Straße, um ganz selbstverständlich Menschen zur Begegnung mit Jesus einzuladen. In unserer „westlichen“ Zivilisation ein durchaus gebräuchliches und (NOCH !, in Brunei wird es gerade für illegal erklärt, wer weiss, wann es hier soweit ist) legales Mittel, um Seelen zu retten und auch noch ein paar neue Mitglieder zu gewinnen. Ich selbst habe höchst unangenehme Erinnerungen an meine Versuche, den Glauben mit „Dahergelaufenen“ Passanten zu teilen, denn ich bin weder dazu begabt, noch sonderlich geduldig mit Menschen, die Jesus verspotten oder hochmütig meinen Glauben verurteilen. Eigenschaften, für deren Abmilderung ich noch beten muss, ich weiss es ja. Aber John Craven aus Manchester ist offensichtlich nicht von Selbstzweifeln angekränkelt und ging frohgemut auf die Straße, um den Menschen von ihrem Erlöser Jesus Christus zu berichten. Ich vermute mal, er hatte auch ein paar Traktate dabei, die er interessierten Gesprächspartnern in die Hand drücken konnte, etc. Als er von zwei Jugendlichen angesprochen wurde, die seine Haltung zur Homosexualität „erkunden“ wollten, antwortete er wohl biblisch korrekt und setzte ein versöhnliches „Gott liebt nicht die Sünde, aber die Sünder liebt er doch“ hinterher. Daraufhin sollen die Jugendlichen ihn durch Gesten und Worte provoziert und beschimpft haben. Das alles kennt man ja zur Genüge. Was nun aber folgte, wirft ein Schlaglicht auf die Zustände, die Christen (fast ausschließlich Christen, denn jeder andere darf ja sagen, was wer will) zu erwarten haben, im Angesicht diverser „Antidiskriminierungsgesetze“ in vielen, westlichen Ländern. Denn die Jugendlichen erstatteten daraufhin Anzeige bei der Polizei gegen John Craven. Er habe sie durch seine Aussagen „beleidigt“.

Police-Konstable Alistair McKittrick von der „Greater Manchester Police“ verhaftete daraufhin nicht etwa die Provozierer und Ruhestörer, sondern den Straßenprediger wegen angeblicher „Störung der öffentlichen Ordnung“. Können wir uns solches Tun nicht auch hierzulande vorstellen ? Ich erinnere mich daran, dass in einer deutschen Stadt vor ein paar Jahren islamische Extremisten eine Demonstration durchführten und die Polizei eine in einem am Wege liegenden Haus angebrachte, israelische Flagge unter Einbruch in die Wohnung entfernte, da diese Flagge ja dafür sorgen könne, dass „die öffentliche Ordnung nachhaltig gestört“ würde. Durch wen nur, durch wen ? Das Verursacher-Opfer Prinzip wird also nicht nur bei der Queen Elisabeth auf den Kopf gestellt, damit „alles schön ruhig bleibt“ im Lande. Aber, anders als in Angelas Absurdistan, wo vermutlich alles möglich ist, gab es für den 19 Stunden hinter Gittern verschwundenen John Craven nun eine Art „Happy End“, denn bevor sein Fall endlich vor Gericht kam, erreichte er einen Vergleich mit der offensichtlich inzwischen peinlich berührten Polizei, der ihm die „stolze“ Summe von 13.600 Britischen Pfund zusprach (ca. 16.550 Euro). Wegen „unrechtmäßiger Verhaftung, falscher Haft und Verstößen gegen die Menschenrechte“. Ein kleiner Sieg des Rechtsstaates über die „Meinungsdiktatur“ unserer Tage, aber auch ein Skandal, dass der Straßenevangelist überhaupt erst damit drohen musste, sich seinen Status als unbescholtener Bürger auf juristischem Wege zu erhalten. Dennoch bleiben Fragen offen: wird John Cravens Verhaftung nun auch aus den Akten gestrichen ? Wird er die Jugendlichen, die ihn provoziert und angezeigt haben, nun seinerseits belangen können ?

Immerhin war Craven ja auch während der 19 Stunden ganze 15 Stunden lang weder ein Getränk noch Nahrung angeboten worden. Auch seine Medikamente, die er aufgrund einer rheumatischen Erkrankung einnehmen muss, wurden ihm verweigert. Würde man solches mit Terrorverdächtigen tun, sprächen ganze Armeen von society-Anwälten sicher schon wieder von „Folter“ und „Verhältnissen wie in Guantánamo“. (Was natürlich nicht stimmt, da in Guantánamo bestens für die Inhaftierten gesorgt wird, aber das ist eine ganz andere Geschichte.) Craven gibt selbst eine Einschätzung des gesamten Vorfalls zu Protokoll:

Es scheint, als ob die Aktionen der Polizei darauf zugeschnitten waren, mir und anderen Straßenpredigern den Eindruck zu vermitteln, dass wir das Evangelium in der Öffentlichkeit nicht mehr predigen könnten, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Falls wir es dennoch täten, würden wir verhaftet.

Besorgniserregend und komplett im Widerspruch zur Europäischen Menschenrechtskonvention die in ihren Artikeln 9 und 10 eindeutig klarstellt, dass der Ausdruck der eigenen Religion und die Vermittlung von Informationen und Ideen darüber durch keine offizielle Behörde eingeschränkt werden darf.

(Quelle: „charisma news“ vom 01. April 2014 / kein Aprilscherz)

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