Laos: christliche Familien aus Dorf vertrieben

Erinnern Sie sich an meinen Beitrag zur Definition von „Christenverfolgung“, in dem ich u. a. darauf hinwies, dass für mich die Verfolgung auch darin bestehen kann, dass man Gläubigen die Heimat raubt ? Aktives Vertreiben von Christen aus ihren Häusern, Wohnblöcken, Heimatorten etc. ist für mich in jedem Falle als Verfolgung zu definieren, da sie meist mit einer religiösen „Säuberung“ der betreffenden Regionen einhergeht.

LAOS

LAOS

Ein unschönes Beispiel dafür ist immer wieder Laos, welches ja nicht ganz umsonst auf Platz 21 des Weltverfolgungsindexes von „open doors“ steht. Das von einer sozialistischen Regierung verwaltete und von einer mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung bewohnte südostasiatische Land ist für Christen offensichtlich ein unfreundliches Pflaster. Vor allem im ländlichen Raum toben sich örtliche Funktionsträger und buddhistische Mönche gerne an Christen aus, die ihnen als „fremdbestimmt“ und „westlich“ gelten. Von der Ausgrenzung von allen Maßnahmen der Infrastruktur (Trinkwasser, Saatgut, ärztliche Versorgung…) bis zur offenen Vertreibung aus dem Heimatort ist so ziemlich alles drin für die Nachfolger Christi in Laos. Das beweist auch wieder der jüngst bekanntgewordene Fall aus dem Süden des Landes, der sich bereits vor ein paar Wochen abspielte, jedoch erst jetzt an die Öffentlichkeit drang.

In der Savannakhet – Provinz (Distrikt Phin) verließen Anfang März 2014 sechs christliche Familien ihren Heimatort, das Dorf Natahali, nachdem dort massiver Druck auf sie ausgeübt worden war, zum Buddhismus zurückzukehren. Ihnen war zuvor die Vertreibung angedroht worden, da man keine Christen im Ort haben wolle. Die Behörden von Savannakhet sprechen zynischerweise von einer „freiwilligen Umsiedlung“ (klingt für mich wie Nazi-Terminologie, die haben auch immer „umgesiedelt“, oder denken wir mal an die Armenier in der Türkei, die wurden 1917 auch „umgesiedelt“ und auf Todesmärsche geschickt….) der Christen, damit diese „Konfrontationen“ aus dem Wege gehen könnten. Die Familien haben sich mittlerweile ca. 10 km entfernt von Natahali angesiedelt und damit begonnen, sich neue Unterkünfte zu bauen, nachdem die Dorfverwaltung ihnen unmissverständlich klargemacht hatte, dass sie in ihrem Heimatort nicht mehr willkommen sind.

Dies alles hatte nach der Konversion dieser Familien zum Christentum begonnen, wie „asia news“ in einem Beitrag berichtet. In der Folge waren die Spannungen zwischen den Christen und der Dorfverwaltung langsam stärker geworden. Am Ende standen die Dorfschulzen schließlich im Dezember 2013 mit der Polizei und mit Räumungsbefehlen in der Hand vor den Türen der Gläubigen, um ihnen klarzumachen, dass Natahali für sie keine Heimat mehr ist. Auch dies wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Zustände in Sachen „Rechtsstaatlichkeit“ und „Rechtssicherheit für alle Bürger“ in Laos, wenn Christen dort mit der Staatsmacht bedroht werden, um ihnen die Bürgerrechte vorzuenthalten. Darauf weist auch die Organisation „Human Rights Watch for Lao Religious Freedom“ (HRWFLRF) mit Sitz in den USA hin, die solche und ähnliche Fälle immer wieder ans Tageslicht fördert und so eine Öffentlichkeit für die Zustände in Laos herstellt. Wie dem auch sei, der gewaltsamen Räumung im Dezember 2013 widersetzten sich die Nachfolger unseres Herrn in Natahali jedoch noch, aber die Situation wurde unhaltbar, als am 11. März 2014 die Dorf-Funktionäre in einer öffentlichten Versammlung die Christen beschimpften, sie als „Anhänger einer fremden, amerikanischen Religion“ diffamierten (seit wann war Jesus Amerikaner ? Paulus, ein Amerikaner ? Augustinus, Thomas von Aquin, John Wyclif, Luther, alles Amerikaner ? Schon schlimm, wenn man die Universalität der „Guten Nachricht“ überhaupt nicht versteht.) und schließlich unmißverständlich dazu aufforderten, zum Buddhismus zurückzukehren. Daraufhin sahen die örtlichen Christen keine andere Möglichkeit mehr, als Natahali zu verlassen, da sie natürlich ihren Glauben nicht aufgeben wollten. (Wie hätten SIE eigentlich reagiert, liebe Leser, wenn man Sie in die gleiche Situation gestellt hätte ? Eine Frage, die sich engagierte Christen in unserem Land immer mal wieder stellen sollten.)

Dies alles geschieht in einem Klima wachsender, religiöser Intoleranz in Laos, das auch von „open doors“ und ähnlichen Menschenrechtsgruppen wie der schon erwähnten HRWFLRF dokumentiert wird. Wer sich etwas in die Details einlesen will, kann dazu natürlich unsere „Laos – Rubrik“ nutzen.

(Quelle: „asia news“ vom 28. März 2014)

Advertisements

2 Gedanken zu “Laos: christliche Familien aus Dorf vertrieben

  1. Bei uns geht es noch etwas zahmer zu aber die Methoden sind ähnlich! Als Christ hatte ich gerade erst die Verantwortung gesehen in einer Blindenhilfsgruppe aus meinem Bundesland auf yahoo Groups die Menschen zu warnen vor einer Esoterikerin die für Hunderte Euros mit einer „Speziellen Heilsitzung“ Menschen auch ohne Augenlicht totzdem sehend zu machen mit einen „Inneren Auge“.

    Ich habe vor der Dunklen Seite der Geistigen Welt für die Seele gewarnt und auf Gott hingewiesen der doch Blinde Menschen mit Fähigkeiten Ausstattet die genügen. (Sehe es bei meiner blinden Frau)
    Daraufhin wurde ich wüste beschimpft was ich für „Kirchliches“ hier mit meinem Beitrag leistete und es gefälligst zu unterlassen (!) etc.

    Wie in Laos wo man Christen „Amerikanisches Einmischen “ unterstellt so ist es bei uns in Deutschland mit Kirche! Selbst wenn man von sich Privat die Worte Schreibt ist man sofort Kirche?
    Verfolgung im offenen gibt es so noch nicht bei uns aber Unterschwellig Subtiler form. Grausam nicht fassbar und Beweisbar.

    • Ja, soweit sind wir mit der „Säkularisierung“ schon gekommen. Wer immer sich im öffentlichen Raum als Christ zu erkennen gibt, muss damit rechnen, diffamiert, ausgegrenzt und möglicherweise auch strafrechtlich verfolgt zu werden oder seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Noch dazu, wenn man nicht einer der „sich ständig für die Bibel entschuldigenden“ Großkirchen angehört, sondern Jesus und das Wort Gottes noch Ernst nimmt. Die Zeiten, in denen man auch in Europa und Teilen Amerikas gegen „die Mächte der Welt“ steht, einfach weil man Jesus nachfolgt, sind längst da, nur sagen uns das die meisten Pastoren und Theologen nicht offen. Stattdessen überlegen sie sich Strategien, wie man „die Kirche“ mit der Welt versöhnen könne. Ein Trauerspiel.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s