China/USA: Hickhack um Flüchtling

Was passiert eigentlich verfolgten Christen, wenn sie in „der Freiheit“ irgendwo im Westen angekommen sind ? Wenn sie sich unter Lebensgefahr der unerträglichen Situation für Gläubige in diversen Regionen der Welt entzogen haben, wenn sie ihre Heimat aufgeben mussten, um das nackte Leben und das ihrer Familie zu retten ?

Diese Frage stellt sich öfter mal, wenn man über die Situation verfolgter Christen nachdenkt, recherchiert und berichtet. Wie ist das z. Bsp. mit der offiziellen Anerkennung als Flüchtling durch das UNHCR ? In der Vergangenheit habe ich öfter darüber berichtet, wie Christen, die bspsw. aus Afghanistan oder dem Irak geflohen sind, schon diese ganz simple Registrierung als Glaubensflüchtlinge schwergemacht oder verweigert wird. Sobald sich dann aber ein Aufnahmeland finden sollte, geht mit der dortigen Bürokratie wieder alles weiter etc. Für die oftmals traumatisierten Nachfolger Christi eine demütigende und in ihrer Lage oft unnötig schmerzvolle Prozedur schließt sich nämlich an: das „Nachweisen“, dass man religiös verfolgt wurde.

Wie weist man das nach ? Durch Stigmata, also „Wundmale“, wie sie unser Herr Jesus hatte ? Durch die Narben von Folter oder die Stimmen der haßerfüllten Peiniger, die einen nachts aus dem Schlaf rütteln, weil man seine Alpträume nicht abschütteln kann, wie den Straßenstaub ?
Anders gesagt: hier hängt viel vom „Ermessensspielraum“ der Sachbearbeiter der nationalen Flüchtlingsbehörden ab. In diesem Zusammenhang haben z. Bsp. auch verschiedene, deutsche Menschenrechtler und Christen darauf hingewiesen, dass z. Bsp. iranische Glaubensflüchtlinge oftmals ein Spießroutenlaufen von einem Sachbearbeiter zum nächsten durchmachen müssen, da sich in deutschen Behörden offensichtlich niemand vorstellen kann, dass die Islamische Republik Iran seine religiösen Minderheiten, in diesem Falle die Konvertiten zum Christentum, diffamiert, diskriminiert und mit pseudo-juristischen Verfahren überzieht, inhaftiert, foltert und somit verfolgt. Gerade Iraner müssen oftmals Details über den christlichen Glauben „aufsagen“, die selbst hiesige Gläubige kaum auswendig wüssten, um bei den entsprechenden Ämtern als Christen überhaupt nur registriert zu werden.

Chang_QaingAber, der Deutschland – Schelte sei hier ein Ende gemacht, denn in den USA sieht die Lage ja nicht besser aus, wie der Fall von Chang Qaing Zhu belegt. An dieser Stelle möchte ich keine tränenrührigen Details zum Besten geben und damit die Seriosität des Anliegens von Chang eher noch unterminieren. Stattdessen nur das „Ende vom Lied“: Chang Quaing Zhu war in China Mitglied einer staatlich nicht anerkannten Hauskirche. Er wurde mehrfach inhaftiert und gefoltert. Im Jahre 2009 gelangte er in die USA, ersuchte dort um Asyl wegen religiöser Verfolgung und wurde dort von der zuständigen Richterin Barbara Nelson einer intensiven „Bibelinquisition“ unterzogen. In der Folge wurde Bruder Chang dann attestiert, dass er „nicht christlich genug“ sei, um als Glaubensflüchtling Asyl in den USA erhalten zu können. Bevor jetzt wieder die berüchtigten Besserwisser aus ihren Ritzen kriechen und schreien: „Böse USA, das habe ich ja schon immer gewusst !“ möchte ich anmerken, dass es ähnliche Vorfälle, wie bereits erwähnt aber eher im Bezug auf Iraner, auch hierzulande gibt. Wer Christen draußenhalten will, findet scheinbar auch immer einen Weg, nur die „ihm genehmen Flüchtlinge“ aufnehmen zu müssen. Gläubige Nachfolger Jesu gehören oftmals nicht dazu.

Ironischerweise soll Bruder Chang aber im Gespräch mit der Richterin ausgerechnet über die Geschichte der Wandlung des Saulus zum Apostel Paulus gestolpert sein, wie „china aid“ berichtet. Die Wandlung eines schlimmen Verfolgers der Urgemeinde zu ihrem wirkmächtigsten Apologeten, dessen Briefe heute einen wesentlichen Teil des Neuen Testamentes ausmachen, ist auch wahrhaftig ein gewaltiges Bild für die Macht Gottes, Menschen zu verändern. Ich gestehe jedoch, auch ich könnte nicht auf Anhieb sagen, in welchem Jahr wohl diese Wandlung nun genau stattgefunden hat und Bruder Chang ist wohl daran gescheitert, dass er es auf Anfrage von Richterin Nelson auch nicht konnte. Da muss man sich doch manchmal fragen, ob die Absichten solcher „Befrager“ auch wirklich rein sind. Klar, sollte man sich nicht offen belügen lassen müssen, wenn man über den Status eines Asylbewerbers oder Flüchtlings befinden muss. Aber gerade Christen bekommen in mehr als einem „westlichen“ Land (in anderen Ländern sowieso) öfter die Botschaft vermittelt, dass ihre Verfolgung, ihr Leiden und ihre Geschichten weniger bedeutsam, weniger wichtig wären, als die Nöte anderer Menschen auf der Flucht.

Da ich aber diese Geschichte auf einer positiven Note beenden möchte, so teile ich Ihnen, liebe Leser, nun mit, dass Chang Quaing Zhu doch noch eine Chance auf Asyl in den USA aus Gründen der religiösen Verfolgung bekommt. Denn ein Revisionsgerichtshof (bitte verzeihen Sie meine Nichtjuristen-Sprache, wenn solche Gerichtshöfe vielleicht „Appelationsgerichte“ oder anders heißen, dann schreiben Sie mir doch bitte, damit ich die Terminologie noch lerne und mich korrigieren kann) hat mittlerweile das erstinstanzliche Urteil von Barbara Nelson für nichtig erklärt und ausgesagt, dass sie ihr Urteil, Chang sei nicht glaubwürdig, so nicht hätte fällen dürfen. Bruder Chang bekommt so also am Donnerstag, den 27. März 2014, eine weitere Möglichkeit zu erklären, warum er China verlassen musste. Er könnte also bald einen legalen Status erlangen.

(Quelle: „china aid“ vom 21. März 2014)

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