Syrien: Zahlen der Christenverfolgung

Man kann diesen Beitrag als Ergänzung zum Artikel über die Behandlung syrischer Kirchenmänner durch Senator John McCain in Washington betrachten. Heute las ich einen Artikel, in dem über den Besuch der syrischen Kirchenmänner in den Hallen der Macht der USA berichtet wird.

Syrien

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Die Vertreter der christlichen Kirchen Syriens, die auf Einladung der Menschenrechts-Organisation „Barnabas Fund“ in Washington weilten, brachten traurige und markerschütternde Geschichten aus dem bürgerkriegsgeschüttelten Land mit. Wir haben bereits in meinem gestrigen Artikel gesehen, dass diese Wahrheiten für den ein oder anderen Verantwortungsträger im US-Kongress zuviel waren, da sie ihr vogefasstes Bild von der Lage in Syrien zu konterkarieren scheinen.. Aber die um Aufmerksamkeit und Anerkennung ihrer Situation bemühten Gottesmänner hatten auch Schätzungen im Gepäck, was das Ausmaß der Verfolgung angeht. Der Barnabas-Fund ließ diese Angaben veröffentlichen.

Zunächst einmal ließen sie keinen Zweifel daran aufkommen, dass viele der Anschläge, denen Christen zum Opfer fallen, eben keine „Zufälle“ sind und die Christen eben keine „Kollateralschäden“ eines sich ausweitenden Bürgerkrieges darstellen. Die von der Ideologie des Islamismus motivierten, sunnitischen Rebellen-Milizen bedrohen, vertreiben und töten oftmals ganz bewusst Nichtmuslime bzw. von ihnen als Nichtmuslime angesehene Alawiten, Drusen oder Schiiten. Kommen wir nun zu ein paar der vorgestellten Sachverhalte, die vielleicht dank diffuser Medienberichterstattung oder mangels Interesse in der „westlichen“ Öffentlichkeit und leider auch in unseren Kirchen nicht bekannt sind:

  • Der Barnabas Fund und die Abordnung der syrischen Kirchen veröffentlichten die Zahl von mindestens 1.200 Christen, die alleine im Jahr 2013 gezielten Anschlägen zum Opfer fielen.
  • Weiterhin wurde verlautbart, dass 600.000 syrische Christen bisher im Laufe des Bürgerkrieges ihr Land verlassen hätten und z. T. als Flüchtlinge in Nachbarstaaten leben.
  • Mindestens 30 % aller Kirchen im Lande (einige davon auf der Basis uralter, christlicher Versammlungsorte) wurden bisher schwer beschädigt oder gleich ganz zerstört.

Als Beispiel für gezielte Christenmorde erzählte der Primas der armenischen Kirche von Damaskus, Bischof Armash Nalbandian, die Geschichte von einem Überlandbus, der von Rebellen gestoppt wurde. Die beiden christlichen Fahrgäste wurden ausgesondert, abseits geführt, getötet, enthauptet und ihre Köpfe in hübschen Tortenschachteln verpackt in den Bus zurückgelegt, bevor er weiterfahren durfte. Solche Dinge sind, wie unzählige andere, ebenfalls bestätigte Greueltaten belegen, keine Einzelvorgänge.

Die Zustände nähmen mittlerweile solche Ausmaße an, dass die Existenz des Christentums in Syrien als solches gefährdet sei, so ließ sich der Prebyterianer-Pastor Riad Jarjour aus der hart umkämpften Stadt Homs zitieren. Die syrischen Kirchenmänner wiesen darauf hin, dass ausländische Staaten einen massiven Einfluss auf die Entwicklung in ihrer Heimat nähmen. Saudi-Arabien, Katar und die Türkei würden Rebellen ausrüsten und Dschihadisten nach Syrien durchschleusen, die dann viele der christenfeindlichen Greuel verübten. Beobachter wollen ausgemacht haben, dass der Delegation viel Sympathie entgegenschlug bei ihrer Tour durch die „Vorzimmer der Macht“, dass aber kein politisch Verantwortlicher ihnen irgendwelche konkreten Hilfszusagen gemacht habe.

(Quelle: „christian today“ vom 08. Februar 2014)

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