USA/Nahost: Wie die USA Christen im Stich lassen…

„God´s own country“, die USA, sind in den letzten Jahren mehr und mehr dadurch aufgefallen, dass ihnen außenpolitisch die Interessen der Christen gleichgültig geworden sind. In allem, was die USA speziell in Sachen Terror-Bekämpfung oder Nah- und Mittelost-Politik betreiben, in allen dementsprechenden Überlegungen in Washington spielen die religiösen Minderheiten wie Bahai, Juden und vor allem Christen überhaupt keine Rolle mehr.

IkarteUSAhr Schutz und ihre Unversehrtheit haben nicht einmal mehr untergeordnete Priorität bei den Experten und Gehirnakrobaten der „Think-Tanks“. Man erinnere sich nur einmal daran, dass es locker 5 Jahre und unzählige Massaker gebraucht hat, bevor das US-State-Department (Außenministerium) sich dazu durchrang, die „Boko Haram“ – Bewegung in Nigeria offiziell als Terrorgruppe wahrzunehmen. Diese unheilvolle Entwicklung habe ich in der Vergangenheit immer gerne der Obama-Administration angehängt und tatsächlich hat diese gehörig dazu beigetragen, dass es soweit gekommen ist. Ihre VerMuslim-Brüderung z. Bsp. in Ägypten hat Kräfte freigesetzt und ermutigt, die sich nun in Nordafrika, Syrien und im Zweistromland immer brutaler an Christen vergehen. Kirchen anzünden, Priester entführen und töten, Christen aus ihren Wohngegenden vertreiben etc. (Ein Bericht dazu aus der linksliberalen „New York Times“ dazu, falls Sie mir nicht glauben wollen.) Auch die islamistischen Rebellen in Syrien werden von CIA-Angehörigen ausgebildet und mit Waffen versorgt, die zumeist mit katarischem oder saudischem Geld bezahlt wurden. Aber, ich muss es eingestehen, diese Entwicklung wird offensichtlich von beiden, großen Parteien oder zumindest Teilen von ihnen, mitgetragen. Einzig und allein die Demokraten Obamas zu beschuldigen greift hier zu kurz.

Warum erzähle ich das hier so ausführlich und gebe mir mit der Einführung soviel Mühe ? Nun, weil mich vor Kurzem eine sehr interessante „Randnotiz“ aus den USA erreicht hat. Kennen Sie noch den ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten aus Arizona John McCain ? Er verlor das erste  „Duell“ mit Barrack Hussein Obama, deutlich höher als sein „Nachfolger“ Mitt Romney übrigens. Er gratulierte dem Sieger brav, aber zog sich fortan nicht ins Privatleben zurück. John McCain ist noch immer ein einflussreicher Senator im US-Kongress, der vor allem im Bereich der Außenpolitik seine Duftmarken zu setzen versucht. So hat er etwa im Mai 2013 eine geheime Auslandsreise nach Nahost unternommen, in der er u. a. Gespräche mit Angehörigen der „Al-Nusra“-Front geführt hat. Einer Rebellengruppe in Syrien, die als Brückenkopf der Al-Kaida gilt. Au weia ! Auch gilt McCain als vielleicht prominentester Befürworter eines US-Eingreifens im syrischen Bürgerkrieg.

Gleichzeitig bemühen sich Vertreter der christlichen Minderheiten in Nahost und Nordafrika darum, dass „der Westen“, zu dem die US unzweifelhaft gehören, endlich das Ausmaß der Diskriminierung, Vertreibung und Ausrottung des Christentums in diesen Ländern wahrnimmt und offen darüber gesprochen wird. Denn das Schweigen ist an dieser Stelle eben nicht „barmherzig“ sondern ganz im Gegenteil ebenso herz- wie gnadenlos. Unter Politaktivisten gab es immer so ein Zitat: „Wer schweigt, macht sich mitschuldig.“ Wir sollten darüber nachdenken, ob das hier nicht ebenso anwendbar ist. Zumindest gemahnen uns die diversen Botschaften der Kirchen „des Ostens“ immer wieder daran. Auch erinnern sie uns daran, dass unsere Massenmedien, unsere Politiker und Kirchenfunktionäre über ihre Leiden schweigen. Die Hilferufe der Bischöfe aus Syrien, dem Libanon oder Ägypten sind mittlerweile ungezählt. Auch hier im Blog haben wir immer wieder darüber berichtet. So etwa HIER und HIER. Nun kommt vor dem bisher Beschriebenen also folgende Meldung aus den USA:

John McCainEine Delegation nahöstlicher Kirchenleiter, die in Washington um offene Ohren für das Leid der Christen in ihrer Region ersuchten, hatte es tatsächlich erreicht, eine Sitzung mit Senatoren beider Parteien des Kongresses zu bekommen. Während dieses Treffens, das im Konferenzraum des Militärausschusses des Senats stattfand, muss es „hoch her“ gegangen sein, denn nachdem die Kirchenvertreter offen und unverblümt die Situation ihrer Schäfchen vor allem in Syrien angesprochen hatten, stürmte ein hocherregter und gar nicht von so viel Realität angetaner Senator McCain noch vor Ende des Gespräches aus dem Raum. Das Gespräch war nicht öffentlich, so dass man auf Augenzeugenberichte angewiesen ist, um sich vorzustellen, was da genau vor sich ging, aber es gehört auch nicht viel Phantasie dazu, sich die Details auszumalen.

Noch einmal sei darauf hingewiesen: McCain ist im Kongress ein einflussreicher Republikaner, dessen Spielfeld die Außen- und Sicherheitspolitik ist. Er ist für eine Intervention des Auslandes in Syrien zu Gunsten der Rebellen und hat sicherlich auch darauf hingewirkt, dass die USA zumindest zeitweise massiv die Anti-Assad-Milizen aufgerüstet und ausgebildet haben (im Libanon, wie man hört). Einem Mann mit dieser Prädisposition kommt ein Bericht über die Leiden, die solche einseitige Einflussnahme bei den syrischen Christen auslöst, sicher ungelegen. Mal sehen, was der Bericht, den ich hier als Hauptquelle angebe, noch so in petto hat:

Eine Quelle aus dem Umfeld des ebenfalls bei diesem meeting anwesenden, republikanischen Senators Lindsey Graham aus South-Carolina, beschreibt McCains Verhalten als „brüskierend“ gegenüber den Kirchenmännern. Er sei bereits lautstark brüllend in den Konferenzsaal hinein und auch in ebensolcher Echauffierung wieder hinausgestürmt, sagt die Quelle.

Er war ausgesprochen rüde, weil er davon ausging, dass diese syrischen Kirchenmänner nicht einmal hier im Senat sein sollten.

So habe er während des Meetings geflissentlich die Kirchenmänner ignoriert, in offensichtlich „sehr wichtigen“ Papieren geblättert und seinem Desinteresse an den Würdenträgern und deren Botschaften aus dem antichristlichen Ausrottungsfeldzug deutlich Ausdruck gegeben. McCain hatte es offensichtlich so auf die Spitze getrieben, dass selbst der ebenfalls als Interventionsbefürworter bekannte Senator Graham sich für dessen Stillosigkeit, die arg an unwirsche Präpubertäre erinnerte, bei den Syrern entschuldigen musste.

Warum befasse ich mich mit einer solchen, diplomatischen Banalität hier so ausführlich ? Weil sie symptomatisch aufzeigt, wie mit verfolgten Christen von Seiten westlcher Politiker umgegangen wird. Können wir uns solche Brüskierungen denn wirklich nicht auch von Seiten etwa deutscher Bundestagsabgeordneter (ich nenne jetzt keine Partei, aber Sie machen sich sicher Ihr eigenes Bild, liebe Leser) vorstellen ? Oder von Regierungsvertretern unserer Republik ? Ist es so schwer, sich vorzustellen wie deutsche Parlamentarier des „Außenpolitischen Ausschusses“ etwa sich mit nigerianischen Bischöfen treffen, nur um sie zu demütigen und ihnen zu zeigen, wie wenig ihre Nöte sie interessieren ? Na, da ist es schon schwerer sich auszumalen, dass deutsche Politiker überhaupt einem Treffen mit Bischöfen zustimmen, die eben nicht (wie die EKD und Konsorten) ganz „selbstverständlich“ nach ihrer Pfeife tanzen. Vielleicht würde man es hierzulande etwas „eleganter“ angehen und den braven Christen freundlich lächelnd zuhören, während man im Kopf bereits Pläne für „bessere Beziehungen zur Opposition in Syrien“ ausbrütet. Nicht jeder zeigt seine Verachtung so deutlich wie John McCain, aber das macht es auch nicht besser.

(Quelle: „judicial watch“ vom 05. Februar 2014)

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3 Gedanken zu “USA/Nahost: Wie die USA Christen im Stich lassen…

  1. Die Politiker des Westens müssen so handeln, wenn sie ihre Politik im wahrsten Sinne des Wortes „auf Teufel, komm raus“ als gerechtfertigt ansehen. Wer eine solche christenfeindliche Politik betreibt, muss über die Nöte von Christen bis hin zu deren Ausrottung, genauso handeln. Wer als Feindbild Assad aufbaut, kann keine Christensympathie mitbringen. So war es im Irak, so ist es in Syrien. Christen stehen dieser politischen Linie nur im Weg. Denn das „Spiegelvoraugenhalten“ haben Politiker mit Feindbildprägung nicht gern. Sie handeln im Grunde genauso wie Islamisten. Sie erklären Unrecht (nicht nur an Christen) zu Recht zu moralischem Verhalten und merken noch nicht einmal, dass sie eine Terrorpolitik betreiben. Christen sind zurzeit in Syrien wohl besser bei der Hisbollah oder beim Iran aufgehoben als bei den USA, so wahnwitzig sich das anhört.

    Der Syrienkonflikt ist für die USA nichts anderes als ein Stellvertreterkrieg, ein Wurmfortsatz des Kalten Krieges, der hier in die heiße Phase ohne jede Rücksicht auf Minderheitsrechte getreten ist. Die USA kann die Brüskierung durch Putin (und somit schon garnicht durch syrische Christenvertreter) durch dessen geschickten poliitischen Schachzug nicht verwinden. Die fühlen sich vorgeführt. Die USA hat sich eben die falschen Gegner ausgesucht in Syrien. Da ist es nicht so leicht wie in Lybien, den garnicht so verrückten Gaddafi ins Jenseits befördern zu lassen. Die USA, einschließlich der EU-Hofhunde haben in Nahost außer einer Politik der verbrannten Erde nichts, aber auch garnichts zu bieten als die Christenverfolgung aktiv mitzubetreiben. Das ist kein passives Handeln mehr. Wer Irak so ohne Nachkriegsplan besiegt, wer Syrien so irrational militärisch mitmischt und sich sogar am Nasenring der Al Kaida und anderen Terrorfanatikern politisch ins Bett legt, verkommt zu einer Polithure.

    Es ist zutiefst auffällig, dass ausgerechnet zwei Länder, in denen

    a) das Christentum eine uralte Tradition sein eigen nannte,
    b) das Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen am besten klappte und
    c) das Christentum durch militärische Angriffe und Einmischung gerade der USA und GB so den Feinden ausgeliefert wurde, so dass wir von Christenexodus sprechen müssen,

    dass wir die USA mittlerweile als islamaffin oder islamophil einschätzen müssen und feststellen müssen, dass die USA und die EU sich zu Handlangern islamischer Feindbilder in Bezug auf das Christentum degradiert haben. Menschenrechte sind da nur im Weg.

    Nur so ist die Reaktion von US-Größen zu verstehen, auf syrische Vorhalte so echauffiert zu reagieren.

    • Ja, im Großen und Ganzen muss ich leider Ihrer Einschätzung zustimmen

      dass wir die USA mittlerweile als islamaffin oder islamophil einschätzen müssen und feststellen müssen, dass die USA und die EU sich zu Handlangern islamischer Feindbilder in Bezug auf das Christentum degradiert haben. Menschenrechte sind da nur im Weg.

      Die Obama-Administration hat seit ihrer Machtübernahme die Außenpolitik auf „Muslimbruder“-Linie getrimmt. Inklusive Zerrüttung des Verhältnisses zu Israel und den ägyptischen Fortschrittlern. Das gelang und gelingt nur deshalb so gut, weil eben das Wahlvolk in den USA zumeist keinerlei Wert auf außenpolitische Aspekte legt, bevor es sich überlegt, wen es in der Wahlkabine ankreuzt. Innen- und Wirtschaftspolitik sind ihnen als „Hemd“ allemal näher, als der „außenpolitische“ Rock. Selbst Skandale wie die achselzuckend in Kauf genommene Ermordung des US-Botschafters in Libyen, die von Obama zumindest durch Untätigkeit hingenommen wurde, schrecken weder die Massenmedien in den USA auf, noch gar die Wahlberechtigten. Allerdings ist es angesichts der geradezu verrückt-islamophilen Tendenzen bei den Republikanern auch schwer, überhaupt Alternativen zu finden (der Ex-Kongress-Abgeordnete Alan West ist hier die Ausnahme, nicht die Regel).
      Da hat es mich schon sehr gewundert, dass ausgerechnet dieser Obama letztlich auf diesem „Gebetsfrühstück“ die Lage inhaftierter Christen überhaupt ansprach. Ein Themenwechsel oder nur etwas Kosmetik, um das „christliche Amerika“ nicht völlig zu brüskieren ? Man darf aus gutem Grund zweifeln.
      Übrigens ein ganz witziger, wenn auch älterer Kommentar zu Obama:
      http://kassandrenrufe.wordpress.com/2013/07/03/der-tiefe-fall-des-barrack-hussein-obama/

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