Deutschland: Serie von Kirchen-Einbrüchen geht weiter

Erst vor kurzem habe ich hier auf dem Blog über Kirchenschändungen im südwestdeutschen Raum berichten müssen. Nun erreichen mich Nachrichten aus dem Rheinischen, die den gleichen Inhalt haben. Kirchen werden aufgebrochen, bestohlen und verwüstet. Ohne tieferen Sinn und Zweck, aber mit hohem Symbolwert.

Deutschland

Vor wenigen Tagen erst schrieb ich hier einen Artikel über Kircheneinbrüche im Breisgau, speziell über den in der katholischen Pfarrkirche St. Georg. Nun kommt ein auffällig ähnlicher Bericht aus dem nordrhein-westfälischen Bocholt. Auch dort wurde eine Kirche aufgebrochen, verwüstet und sogar einer Reliquie beraubt. Als Protestant habe ich´s zwar nicht so mit Reliquien, aber dennoch respektiere ich die Wirkung, die sie auf viele Gläubige haben und auch die hinweisende Bedeutung, die sie betreffs bestimmter, guter Werke von Heiligen haben. Niemals würde es mir, selbst in meinen „Papst-kritischsten“ Momenten einfallen, Katholiken auf eine derart widerliche Art und Weise zu brüskieren.

Aber das sehen wohl nicht alle Zeitgenossen so, denn in die Bocholter St. Norbert-Kirche wurde dreist eingebrochen. Der „Kölner Express“ schreibt dazu:

Glasscherben auf dem Boden, die Tür zum Beichtstuhl eingetreten. In der Sakristei waren alle Schränke durchwühlt. Den Bocholter Gläubigen bot sich nach dem Einbruch ein Bild der Verwüstung. Das Schmerzlichste: Die Täter entdeckten in der Glasvitrine am Altar das Holzkästchen mit den zehn Bergkristallen. Sie schlugen das Glas ein und nahmen auch das Kästchen mit. Auch darin: ein kleiner Knochen des Heiligen Norbert.

Was mir an dem Artikel gut gefällt, ist die Tatsache, dass der Autor eindeutig darauf hinweist, dass dies keine Einzeltat mehr ist, sondern, mit regionalen Ausprägungen, öfter vorkommt. So heisst sein Beitrag denn auch nicht umsonst: „Müssen wir unsere Kirchen bewachen ?“ Der Autor Dimitrij Soibel beantwortet die Frage indirekt selbst, indem er feststellt:

Einige Gemeinden sperren ihre Schätze inzwischen weg oder lassen ihre Kirchen bewachen.

Ja, so ist das in Deutschland 2014. Und wer jetzt mit dem süsslichen „aber das sind sicher nur arme Leute, die etwas Geld brauchen“-Verständnis-Gewäsch anfängt, dem zieht der Artikel auch diesen Zahn, denn mehrfach wird darauf hingewiesen, dass sich Sakralgegenstände und Reliquien gar nicht verkaufen lassen, weil es (noch ???) keinen florierenden Schwarzmarkt dafür gibt. So lassen denn auch die Täter zumeist ihre geraubten Gegenstände schnell wieder zurück. Z. Bsp. in Mülleimern. Kurz gesagt: Reliquien im Hausmüll.

Und so landen gestohlene Reliquien oft im Müll. In Bocholt warfen die Täter das Kästchen bereits in der Nähe der Kirche weg. Ein Schüler fand es und brachte es zurück in die Kirche.

Und dieser Einbruch ist nur einer in einer ganzen Reihe ähnlicher Taten wie der Express weiter schreibt.

Ob in Bocholt, Köln, Wesel, Essen, Aachen oder Mülheim. Überall schlugen die Täter in den vergangenen Monaten zu. Die Diebe hoffen offenbar auf eine leichte Beute.

In jedem Falle hat Pfarrer Heinz-Rudolf Gehrmann von St. Norbert in Bocholt keinerlei Verständnis für die Umstände dieser Taten und zeigt sich sehr betroffen und traurig über den Sittenverfall in seiner Diözese.

„Diese sinnlose Gewalt macht mich einfach traurig. Die Täter treten die Heiligtümer und religiösen Gefühle mit den Füßen.“

Nun, nur die religiösen Gefühle von Christen, Herr Pfarrer Gehrmann, nur die von Christen… Dies ist die Realität für Christen im Jahre 2014 in Deutschland. Und wer jetzt glaubt, das „werde schon wieder besser werden“, dem lege ich die Berichte der „Beobachtergruppe Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa“ ans Herz. Wer jetzt noch im „uns geht es ja immer noch sooooooooooo gut“-Wolkenkuckucksheim lebt, der will es nicht besser wissen und wird ins offene Messer laufen. Die Frage, die der Autor des Artikels im Kölner Express stellt, ob man Kirchen in Zukunft bewachen müssen, sollte jedenfalls eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden. Über kurz oder lang wird man hierzulande nicht mehr drumherum kommen, in bestimmten Regionen und Ballungsgebieten, die deutlich als Kirchen gekennzeichneten Gebäude zu bewachen. Wie im Irak oder Nigeria…

(Quelle: „Kölner Express“ vom 05. Februar 2014)

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