Usbekistan: absurde Verfolgung von Christen

In Usbekistan gelten strenge Gesetze, was das Praktizieren von Religionen und die Weitergabe von Informationen religiöser Natur angeht. Staatliche Kontrolle reguliert außerdem sehr streng, von wem und welcher Form religiöse Inhalte gepredigt werden dürfen. Dies mag uns in der freien Welt merkwürdig vorkommen, in ehemaligen Ländern der Sowjetunion und anderen Regionen ist das staatliche Prerogativ in Glaubensdingen jedoch nicht unüblich.

Usbekistan

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Dabei bewegen sich Staaten wie Usbekistan immer am Rande der Verletzung internationaler Konventionen zu den Menschenrechten, besonders der Religionsfreiheit. Nicht ganz grundlos rangiert das Land auf Platz 15 des aktuellen Weltverfolgungsindexes der christlichen Hilfsorganisation „open doors“. Die staatliche Kontrolle und der durch staatliche Organe ausgeübte Repressionsdruck auf Christen lässt nicht nach. Das gesellschaftliche Klima, das vor allem im informellen und auch familiären Bereich wirksam ist, verschlechtert sich laut „open doors“ auch zunehmend.

Vor diesem Hintergrund muss auch die jüngste Nachricht der norwegischen Menschenrechts-Monitorgruppe „Forum 18“ gesehen werden. So sind nämlich am 11. November 2013 drei protestantische Christinnen aus der Fergana-Region, die sich in der Öffentlichkeit untereinander über ihren Glauben unterhielten, zu einer hohen Geldstrafe wegen „illegaler Weitergabe ihre Glaubens“ (de facto also „illegalem Predigen“) verurteilt worden. „Forum 18“ spricht sogar davon, dass eine Einheit der Geheimpolizei NSS die Anklage gegen die drei Christinnen konstruiert haben soll, nachdem sie die Gespräche der Frauen mitgehört haben sollen. In jedem Falle haben die Betroffenen nun einen Einspruch an den höchsten Gerichtshof Usbekistans eingereicht, da sie sich keiner Schuld bewusst sind. Man darf gespannt sein, ob dort nun das Urteil des örtlichen Richters kassiert werden wird. Oliyahon Haydarova, Mavzhudahon Azamova and Latifahon Zhurayeva hoffen in jedem Falle darauf. Auf Anfrage von „Forum 18“ zumindest wusste der zuständige Richter Akram Toshpulatov den Artikel 241 des Verwaltungsgesetzes anzuwenden, in dem das Lehren von religiösen Inhalten an strenge Auflagen gebunden wird. Da eine schriftliche Ausfertigung des Urteils vom November 2013 jedoch erst am 11. Januar 2014 an die Angeklagten ergangen ist, haben sie erst jetzt die Möglichkeit gesehen, einen Widerspruch zu formulieren.

Wie auch immer dies am Ende juristisch zu bewerten wäre, aber selbst wenn die Damen auf der Straße gestanden und alle Passanten zum Bekennen ihrer Sünden und zur Umkehr zu Gott durch Jesus aufgerufen hätten, wie einst Johannes der Täufer, so wäre dies schwerlich eine Sünde. Das Bekennen und das Reden vom Glauben ist uns durch die Heilige Schrift direkt geboten. Man erinnere sich diesbezüglich an den Missionsbefehl (Mt. 28, 19). Auch das „Caesar was Caesars“ und „Gott was Gottes“ gilt hier nicht, da Gottes Gebot immer über menschlichem Gesetz steht, bei allem Respekt vor weltlicher Autorität. Sollen die drei Frauen also nur „legal“ um ihre Ersparnisse erleichtert werden ?

Mögliche Gebetsanliegen: Bitten wir doch darum, dass den drei unbescholtenen Bürgerinnen Usbekistans auch weltliche Gerechtigkeit widerfährt, denn die ausgesprochenen Geldstrafen sind recht erheblich (das Doppelte des monatlichen Mindestlohns im Land). Auch für einen neuen Geist der Offenheit in Zentralasien könnten wir beten.

(Quelle: „forum 18“ vom 29. Januar 2014)

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