Nigeria: regelmässige Attacken auf Christen

Das Jahr 2014 fängt für Christen in den ländlichen Regionen Nord- undZentralnigerias nicht erfreulich an. An den ersten drei Sonntagen im Januar gab es jeweils Angriffe auf christliche Orte und Kirchen.

Karte von Nigeria.

Nigeria

In Nigeria kehrt kein Frieden ein. Die Konflikte im Lande gehen blutig weiter, auch wenn ich es einige Zeit lang vorzog, hier im Blog nicht darüber zu berichten. Die Gleichartigkeit der in den letzten Monaten eingehenden Nachrichten bewog mich dazu. Wie dem auch sei: die sozialen Spannungen im vermutlich bevölkerungsreichsten Land Afrikas, zumindest aber Westafrikas, haben nicht abgenommen und nehmen auch weiterhin gewalttätige Züge an. Auch hier im Blog habe ich in der Vergangenheit wiederholt über die Spannungen zwischen dem ölreichen Süden und dem ärmlich-landwirtschaftlichen Norden, zwischen den 12 nördlichen Staaten, die die Scharia bereits als Rechtsgrundlage eingeführt haben, und den anderen Bundesstaaten sowie nicht zuletzt zwischen muslimischen und christlichen Nigerianern berichtet.

Eine weitere, hierzulande vielleicht in der Beobachtung etwas unterschätzte Konfliktlinie innerhalb Nigerias ist die zwischen eher nomadischen Völkern und eher gesetzt-landwirtschaftlich lebenden Völkern (darf man noch „Stämme“ sagen ? Im Zeitalter politisch-korrekter Sprechverbote bin ich mir da nicht mehr sicher.) In diesem Zusammenhang müssen viele der Überfälle in den letzten Jahren auf Dörfer und Dorfgemeinschaften gesehen werden. So wurden beispielsweise die ackerbauenden Völker der Tiv und Birom, die in einigen zentralen Bundesstaaten leben, mehrfach Opfer von Überfällen nomadischer Völker wie der Fulani. Die hierzulande in der Medienberichterstattung zwecks vermeintlicher Seriosität gepflegte Äquidistanz zu den Konfliktparteien verdeckt dabei aber zumeist die Brisanz und Stoßrichtung der Gewalt. Dabei wird auch ganz bewusst die religiöse Komponente kleingeschrieben und heruntergewichtet.

Realität hingegen ist aber, dass die sehr wohl im Land vorhandenen, sozialen Spannungen durch islamische Extremisten der “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) benutzt werden, um ihrem Ziel, der gewaltsamen Errichtung eines Allahs-Staates in Nigeria, Vorschub zu leisten. Sieht man nämlich genauer hin und analysiert die Spannungslinien in Nigeria, dann trifft man auf eine rote Linie, die nur übersehen kann, wer bewusst und willentlich wegschaut. Islamischer Norden gegen überwiegend christlichen Süden, islamische Nomaden-Völker gegen überwiegend christliche Ackerbauern… Diese Liste ließe sich fortsetzen. Die gezielte Landnahme durch die Vertreibung anderer Völker etwa durch die Fulani in Gebieten, in denen sie niemals ansässig waren, ist auffällig. Ebenso auffällig, wie die Tatsache, dass die Angriffe, die zunächst nur in den überwiegend von Muslimen bewohnten 12 Bundesstaaten des Nordens auftraten, mittlerweile auch im Zentrum und sogar südlich einer Linie quer zur fast im Landeszentrum gelegenen Hauptstadt Abuja stattfinden. Bundesstaaten wie „Plateau“ und „Benue“ bekommen das zu spüren. Dort werden „christliche“ Dörfer und Kirchen seit etwa 3 Jahren mittlerweile auch Opfer von gewalttätigen Attacken durch Marionetten der Ex-Boko-Haram.

Nigeria_StaatenDie staatlichen Sicherheitsbehörden haben derweil einen schweren Stand gegen die Gewalt im Lande. Vor einigen Jahren wurde eine Gemeinsame Einsatzgruppe („joined task force“ JTF) von Polizei und Militär gegründet, um vor allem der “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) ihre Entfaltungsmöglichkeiten zu nehmen. Bedingt durch eine hohe Durchsetzung des Sicherheitsapparates mit Sympathisanten und Zuträgern der Terroristengruppe ist jedoch die Effektivität der Maßnahmen der JTF begrenzt. So kann auch das im Jahre 2013 verhängte Verbot der “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) nicht effektiv durchgesetzt werden. Immerhin stellt die Einschätzung der Behörden Nigerias, dass es sich bei dieser Gruppe um eine Terrororganisation handelt, eine dringend notwendige Klärung dar.

(Kleines Detail am Rande: die Obama-Administration in den USA, insbesondere das Außenministerium/“State Department“ hat sich jahrelang mit Zähnen und Klauen dagegen gewehrt, die “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) als Terror-Organisation einzustufen und dementsprechend die eigenen Sicherheitsbehörden gegen sie und ihre internationalen Unterstützer ermitteln zu lassen sowie Nigeria im Kampf gegen diese Gruppe zu unterstützen. Erst in der Folge der Entscheidung Nigerias, die “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) zu verbieten, hat auch das State Department 2013 seine Einschätzung neu überdacht.)

Nun kommen also im Januar 2014 die schon beinahe „üblichen“ und erwarteten Meldungen aus den Bundesstaaten Kaduna, Borno und Benue. Christliche Berichterstatter aus Kirchenkreisen melden Übergriffe an jedem Sonntag im Januar. Am 05. Januar 2014 seien Attacken auf christliche Orte in der Manchuk-Region des Bundesstaates Kaduna durch rechtzeitige Mobilisierung innerhalb der Christengemeinden und der Sicherheitsbehörden noch abgewehrt worden. Am darauffolgenden Sonntag, den 12. Januar 2014, hätten Terroristen das Dorf Sabon Gari im Bundesstaat Borno angegriffen und dabei acht Christen getötet. Am nächsten Sonntag, den 19. Januar 2014, hätten demnach ebenso Angriffe auf zwei Dörfer (Oweto und Utuluewu) in der Verwaltungsregion Agatu im Bundesstaat Benue sieben getötete Christen ergeben. Beobachter halten es für möglich, dass erneut das Nomadenvolk der Fulani (Muslime) vor den Karren der “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) gespannt und von dieser auch bewaffnet wurden, um deren Drecksarbeit zu verrichten.

Über den letztgenannten Angriff gibt es mehr Details. So habe er gegen 10.00 Uhr morgens stattgefunden und die Angreifer hätten gezielt die Häuser der auf dem Weg in die Kirche befindlichen Christen attackiert. Die Bewohner begannen dann unverzüglich, ihre Dörfer zu evakuieren. Die Zahl von sieben Opfern der Angriffe wurde mittlerweile von den Polizeibehörden ebenso bestätigt wie die Angabe, dass bei demVersuch, die Ortschaften zurückzuerobern, fünf Soldaten umgekommen sind. Sprecher einer Organisation von Ranchern, die den Fulani nahestehen, bezweifeln zwar deren Beteiligung an den Taten, jedoch haben auch sie nur die zweifelhafte Erklärung parat, die Angreifer müssten von „außerhalb“ gekommen sein. Eine Erklärung, die übrigens auch von ägyptischen Behörden geliefert wurde, um das Bombenattentat auf die Kathedrale von Alexandria im Jahre 2011 zu „erklären“. Die Glaubhaftigkeit solcher Aussagen ist also berechtigtermaßen zweifelhaft. Zumal selbst der für Benue zuständige Vorsitzende des islamischen Rinderzüchterverbandes („Allah Cattle Breeders Association“, gibt´s tatsächlich !) Garus Gololo zugeben musste, dass die getöteten Soldaten wohl „in einen Schusswechsel zwischen Agatu und Fulani“ geraten seien. Es müssen also sehr wohl Fulani in der Region gewesen seien, was Herr Gololo zunächst energisch bestritten hatte.

Nun, die Details mögen umstritten sein, die Ergebnisse solcher Angriffe sind es nicht. 15 tote Christen, 5 tote Soldaten, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt wurden. Der von mir als Referenz und Quelle genutzte Artikel in „christian today“ erwähnt noch einige Details von weiteren Massakern, auf die ich aber hier nicht weiter eingehen will, da ich denke, Sie, liebe Leser, haben sicher bereits einen ausreichend nachhaltigen Eindruck gewonnen. Dennoch empfehle ich den unten verlinken Artikel zu lesen, wenn man sich ein realistisches Bild von den inner-nigerianischen Konflikten machen will. Kirchenschändungen und -verbrennungen inklusive.

Mögliche Gebetsanliegen: Ein Ende des Hasses und der Gewalt in Nigeria durch ein Einlenken der Angreifer. Wenn wir postulieren, dass bei Gott alle Dinge möglich sind, muss es auch möglich sein, fanatische Muslime der “Gruppe  zur Propagierung der Lehren des Propheten und des Dschihad” (Ex-”Boko Haram”) zum Frieden in Christus zu bekehren. Auch wenn jede, menschliche Wahrscheinlichkeit dagegen spricht.

(Quelle: „christian today“ Australia, 24. Januar 2014)

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