Bangladesch: Erneut gezielter Angriff auf Christen

Bangladesch ist einer der „Neuen“ im aktuellen Weltverfolgungsindex 2014 der christlichen Hilfsorganisation „open doors“. Zwar nur auf Platz 48 „wiedereingestiegen“ in diese „Top-50-Charts“ der Länder, in denen Christen ihren Glauben nicht ungehindert leben können, stellte sich mir dennoch die Frage, warum dieser von regelmäßigen Naturkatastrophen heimgesuchte Zwergstaat im Nordosten Indiens wohl überhaupt auf die Liste gelangt ist. Nun, diese Frage wurde mir gerade durch einen Beitrag bei „persecution.org“ beantwortet.

Bangladesh

Bangladesh

Bangladesch, das auch einst als „Ost-Pakistan“ zum Refugium indischer Muslime geworden war, ist eigentlich ein Dauergast in den Top-50. Nach einiger Zeit, in der die öffentlich bekannt gewordenen Akte der Christenfeindlichkeit nachgelassen zu haben schienen, ist es jetzt wieder im engeren Fokus der Beobachter aufgetaucht.
Eigentlich ist Bangladesch ein säkularer Staat, der in seiner Verfassung auch die freie Religionsausübung verankert hat. So gibt es z. Bsp. (anders als im benachbarten Indien und in Pakistan) keine Antikonversions- oder Blasphemiegesetze. Aber, wie wir Beobachter der Verfolgung ja wissen, ist Papier eben geduldig. De facto ist das Land, welches zu knapp 90 % von Muslimen bewohnt wird, (9 % Buddhisten und Hindus, weniger als 0.5 % Christen) zu einem heißen Pflaster der religiösen Intoleranz geworden. Vor allem extremistische, islamische Gruppierungen wie Islamic Chatra Shibir, Hefazat-e-Islam oder Horkatul Jihad üben starken Druck auf die Regierung aus, die Scharia als Grundlage der Rechtsprechung einzuführen und damit praktisch alle Nichtmuslime zu Staatsbürgern zweiter Klasse zu degradieren. Um diese Ziele zu erreichen, schrecken sie vor der Lahmlegung von staatlicher Infrastruktur und natürlich auch vor der Gewalt gegen Andersdenkende und gegen Nichtmuslime nicht zurück. Vor diesem soeben grob skizzierten Hintergrund muss die folgende Nachricht gelesen werden, die von „persecution.org“ publiziert wurde:

Am 07. Januar 2014 wurde der ältere Bruder des Bischofs von Mymensingh Pomen Kubi, in dessen Haus von einer Gruppe fanatischer Muslime mit Messern attackiert. Dieser Bruder mit Namen Soren Kubi, wurde gegen 11.00 Uhr vormittags durch eine Gruppe von vier Brüdern, deren Namen bekannt sind, in seinem Haus in Bagra Gram im Jamalpur – Distrikt angegriffen, mit Messern attackiert und getreten. Auch andere, im Hause Anwesende, wurden körperlich angegangen, danach wurde die Residenz verwüstet und geplündert. Zwei Nachbarn, die den Bewohnern von Soren Kubis Haus helfen wollten, wurden ebenfalls verletzt. Alle Opfer sind mittlerweile in Krankenhäusern zur Behandlung. Die vier Täter, Dudu Kha und seine drei Brüder Jalil Kha, Chhanu Kha und Eski Kha, befinden sich jedoch erwartungsgemäß noch immer auf freiem Fuße. Vermutlich gilt ein Angriff auf „Ungläubige“ auch der Polizei in Bangladesch als eher weniger intensiv zu behandelnder Vorfall. Ähnliche, stillschweigende Komplizenschaft zwischen Tätern und Strafverfolgungsbehörden bzw. Justiz ist auch aus Pakistan oder Indien bekannt. Über die Motive der Täter zu diesem Angriff kann ebenfalls nur spekuliert werden. Ein „Signal an die Ungäubigen“ im Rahmen von Wahlen oder ähnliches könnte als mögliche Motivation herhalten.

Wie der von mir hier bearbeitete Bericht nämlich weiter betont, seien die Bewohner der Ortschaft Bagra Gram mittlerweile ob der völligen Unsicherheit von Leib und Leben verunsichert und in höchster Unruhe. Die Unfähigkeit der Polizei und das gegen alle Nichtmuslime gerichtete, öffentliche Klima von Diskriminierung und Gewalt haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Eine Kontaktperson der christlichen Monitororganisation „International Christian Concern“ wird mit den Worten zitiert:

Wir wissen nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist.

Starke Worte, die eine große Verwirrung und Angst ausdrücken. Wie würden wir reagieren, wenn geistliche Leiter in ihren Häusern angegriffen, Konvertiten verprügelt oder Kirchen angezündet würden in …. sagen wir mal Thüringen, Hessen oder Niedersachsen ? Wie würden die Christen der betroffenen Landkreise oder Städte sich fühlen und was würden sie tun ?

Wie auch immer: als mögliche Gebetsanliegen bieten sich hier die Sicherheit und der Schutz der religiösen Minderheiten in Bangladesch an und die Umkehr der Hassprediger zur Liebe und zur Wahrheit. Fromme Wünsche zwar, aber an Gott dürfen wir alle unsere Bitten richten, auch die mit wenig Aussicht auf Erfolg.

(Quelle: „persecution.org“ vom 10. Januar 2014)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s