Weltverfolgungsindex 2014: open doors spricht Klartext

Die christliche Hilfsorganisation „open doors“, die seit Jahrzehnten zu Gunsten der verfolgten Christen Aufklärungsarbeit leistet, veröffentlichte am 08. Januar 2014 ihren jährlichen „Weltverfolgungsindex“. Dabei gab es sowohl wenig Überraschungen was die Platzierungen der Länder angeht, als auch den beinahe unvermeidlichen Aufruf zu mehr Wachsamkeit und Beachtung für das Thema in der freien Welt.

opendoors-logo1Als „Nr. 1“ der Verfolgstaaten gilt für open doors nun bereits zum zwölften Male in Folge Nordkorea. In der weltweit weitgehend isolierten Kim-Diktatur werden die Menschen massiv gleichgeschaltet, so dass z. Bsp. der Besitz einer Bibel oder gar die Weitergabe des Evangeliums dort mit Lagerhaft bzw. dem Tode bestraft wird. Das bürgerkriegs-geschüttelte Syrien ist mittlerweile auf dem „Bronzerang“ 3 angekommen. Dort hatte es in den vergangenen 2-3 Jahren schlimmste Massaker an christlichen Geistlichen und „einfachen“ Gläubigen durch islamistische Milizen gegeben.
Interessant ist auch, dass unter den wenigen „Neulingen“ in der Top-50 der Staaten, in denen Verfolgung stattfindet, sich mit der zentralafrikanischen Republik ein weiteres Bürgerkriegsland befindet, in dem islamische Milizen die Machtübernahme planen und bereits systematisch mit dem Plündern von Kirchen begonnen hatten, nachdem ihr „Seleka“-Bündnis im Frühjahr 2013 die Macht ergriffen hatte.

So ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass der Leiter von open doors Deutschland, Markus Rode, gegenüber den Medien auf die Gefahr in islamischen und von politischen Unruhen betroffenen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens hinweist. Bei „idea.de“ wird er folgendermaßen zitiert:

Extremistische muslimische Organisationen stehen bereit, dort die Macht zu ergreifen, wo sich durch Revolutionen ein Machtvakuum aufgetan hat.

So spricht Rode auch beispielsweise beim Thema Syrien von „schlimmsten Greueltaten“, die dort an Gläubigen begangen werden. Eine Einschätzung, der ich mich nach dem Studium vieler Informationen ausdrücklich anschließen möchte.

Der syrische Bürgerkrieg hat sich zu einem Stellvertreterkrieg islamistischer Gruppen wie der ISIS entwickelt, die ein christenfreies Syrien unter der Scharia erreichen wollen.

Das Wissen um all diese Entwicklungen ist jedoch durch eine relativistische und um „Äquidistanz“ zu allen handelnden Kräften bemühte Berichterstattung unserer Medien (welche Objektivität und Sachlichkeit eben mit rückgratlosem und haltungslosem Bla-Bla verwechseln) hierzulande nicht sehr weit verbreitet. Wie ich bereits seit Jahren nicht anzumerken aufhöre, gibt es noch immer weite Kreise der Öffentlichkeit und der Christenheit hierzulande, die ABSOLUT NICHTS über die Christenverfolgungswelle wissen oder gar wissen wollen ! Ich komme oftmals gar nicht aus dem Kopfschütteln heraus, wenn ich mit intelligenten, modernen und kritischen Christen in Kontakt komme, die mich, wenn ich ein paar Wahrheiten aus Nigeria oder Syrien zum Besten gebe, anschauen, als ob ich ein zwielichtiger Märchenerzähler auf einem Basar in Turkmenistan wäre.

So wird wohl auch die von open doors bewusst sehr vorsichtig geschätzte Zahl der im Jahr 2013 um ihres Glaubens willen ermordeten Christen weltweit, die man dort mit 2.123 angibt, kaum einen Widerhall in unseren Gemeinden finden. Dass es sich hierbei um eine Verdoppelung der Opferzahlen im Vergleich zum Jahr 2012 handelt und damit ein höchst alarmierender Trend sich abzuzeichnen scheint, ist sicherlich den Herren Zollitsch und Schneider auch keine Predigt wert. Schade.

So bleibt also der Appell von open doors, mehr für die Verbreitung der Fakten zu tun, sicher in weiten Teilen unserer Medien-, Polit- und Kirchenlandschaft auch in diesem Jahre wieder ungehört. Idea:

Open Doors appelliert an Kirchen, die Medien und die Politik, den Menschenrechtsverletzungen an Christen noch entschiedener entgegenzutreten. Der Weltverfolgungsindex solle die Situation in den betroffenen Ländern bekanntmachen und helfen, Druck auf die Regierungen auszuüben.

Rode:

Wir wünschen uns, dass der Weltverfolgungsindex nicht nur als Gradmesser der Christenverfolgung weltweit gesehen wird, sondern dazu führt, dass unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft, vorrangig die Kirchen und die Politiker, sich noch intensiver für verfolgte und bedrängte Christen einsetzen.

Ich persönlich „WÜNSCHE“ mir auch den Weltfrieden, eine im Kern einige Christenheit, ein hübsches Schloss für meine Tagträume und genug Nahrung für alle Menschen. Aber ich WEISS eben, dass dies in absehbarer Zeit nicht wahr wird. Ich hoffe, Markus Rode ist sich also ebenfalls dessen bewusst, dass fromme Wünsche in dieser Welt oftmals kraftlos sind und ungehört verhallen.

Umso erfreulicher ist es, dass zumindest die christlichen Medien, wie die von mir immer gerne mal zitierte, evangelische Nachrichtenagentur „idea.de“ oder das katholische „kath.net“ immer gerne das Thema der Verfolgung aufgreifen und es dabei gelegentlich auch nicht an kritischen Tönen bezüglich der Aufmerksamkeitsdefizite unserer Gesellschaft fehlen lassen. Ebenso erfreulich, dass Organisationen wie open doors oder die „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ es sich nicht nehmen lassen, unsere Zivilgesellschaft ebenso wie die Kirchen hierzulande immer wieder an das Leid unserer Geschwister weltweit zu erinnern. Als vielköpfiges und engagiertes Gewissen sozusagen.

(Quelle: „idea.de“ vom 08. Januar 2014)

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