Pakistan: Asia Bibis Brief an den Papst

Der Fall der aufgrund von sog. „Blasphemievorwürfen“ im Gefängnis einsitzenden Asia Bibi aus Pakistan dürfte mittlerweile bekannt sein. Seit nunmehr 2009 wird sie hinter Gefängnismauern festgehalten, weil Arbeitskolleginnen der ehemaligen Feldarbeiterin ihr vorwarfen, sich abfällig über den „Propheten“ der Muslime geäußert zu haben. Nun droht ihr die Todesstrafe.

Asia Bibi

Asia Bibi

Seitdem haben Menschenrechtsorganisationen, Pop-Musiker und christliche Hilfsgruppen immer wieder auf die Gefahr der sog. „Blasphemiegesetzgebung“ Pakistans aufmerksam gemacht, die als Gummiparagraph im Strafgesetzbuch (Par. 295 C) eine willkommene Handhabe für Islamisten auf der Hatz nach Christen ist. Auch persönliche Rechtsstreitigkeiten werden durch diesen Paragraphen immer wieder zu „Blasphemie-Fällen“ gemacht, damit die als Angeklagte vorgeladenen Christen auf Eigentumsrechte verzichten oder in Familien-Streitigkeiten nachgeben. Die Blasphemiegesetzgebung wird also de facto als Knüppel zur Entrechtung von Nichtmuslimen in Pakistan missbraucht. Zur gerechten Einschätzung der Lage sei jedoch auch nicht unerwähnt, dass gelegentlich solche „Gerichtsfälle“ auch zu Gunsten der Angeklagten ausgehen, da es selbst in Pakistan noch einige, wenige Richter gibt, die zusammengezimmerte Anklagen und erlogene Zeugenaussagen durchschauen (wollen !) und offensichtlich ungerechtfertigte Prozesse abbügeln. Der Kummer, den solche Angelegenheiten jedoch den Angeklagten machen und die Ängste, die ihre Familien ausstehen müssen, da es eben so etwas wie eine „Rechtssicherheit“ europäischer Prägung im islamisch geprägten (und immer islamistischer werdenden) Pakistan für Nichtmuslime nicht gibt, ist jedoch die übliche Begleiterscheinung gehässiger und ungerechtfertigter Prozesse.
Auch zwei prominente, pakistanische Politiker, welche die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen gegen Asia Bibi anzweifelten (der ehemalige Minister für Minderheitenangelegenheiten Shahbaz Bhatti und der ehemalige Gouverneur von Pandschab, Salman Tasir) wurden mittlerweile ermordet. Zusammenhänge mit ihrem Engagement zu Gunsten religiöser Minderheiten werden vermutet, zumal einer der Fälle (Bhatti) bis heute nicht endgültig gelöst zu sein scheint.

Die „Sache“ Asia Bibis jedoch gehört scheinbar nicht zu Angelegenheiten, die auf eine zügige, geschweige denn positive Abwicklung rechnen dürfen. Immerhin wurde jetzt bekannt, dass sich die Inhaftierte in einem offenen Brief an den Papst gewandt hat. In diesem Schreiben wird sie unter anderem folgendermaßen zitiert:

Ich hoffe, dass jeder Christ in der Lage war, das vergangene Weihnachtsfest in Freude zu begehen. Wie viele andere Gefangene habe auch ich die Geburt des Herrn im Gefängnis in Multan, hier in Pakistan gefeiert.

Sie schreibt weiterhin von ihrer Dankbarkeit gegenüber einer Bildungsstiftung, die es möglich gemacht hatte, dass sie Weihnachten mit ihren Kindern und ihrem Mann verbringen konnte. An das Oberhaupt der katholischen Christenheit schrieb sie weiterhin:

Ich wäre gerne zur Weihnacht bei Ihnen in St. Peter gewesen, um mit Ihnen zu beten. Aber ich vertraue auf Gottes Plan für mich und hoffentlich wird es im nächsten Jahr erreicht werden.

Ich bin dankbar für alle Kirchen, die für mich beten und für alle, die um meine Freiheit kämpfen. Ich weiß aber nicht, wie lange ich noch so weitermachen kann. Dass ich noch am Leben bin, verdanke ich der Stärke, die mir eure Gebete gegeben haben. Ich habe viele Menschen, die für mich sprechen und kämpfen, aber leider bislang ohne Erfolg. Jetzt vertraue ich nur noch auf die Gnade Gottes, der alles vermag, das alles möglich ist. Nur Er kann mich befreien.

Weiterhin weist Asia Bibi auf die Umstände ihrer Haft hin und bedankt sich dafür, dass auch der Papst inständig für ihr Wohlergehen bete. Es ist gut zu wissen, dass Asia Bibi noch nicht völlig vergessen ist, auch wenn unsere Medien ihrem Schicksal fast gar keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Immerhin hat die „christian post“ über dieses jüngste Lebenszeichen der Dulderin berichtet und ich gebe es nun an Sie, liebe Leser, weiter. Weiss eigentlich Ihre Gemeinde, über Asia Bibis Schicksal bescheid ?

Mögliche Gebetsanliegen: Wer mag, der könnte ja für die Gesundheit und das geistliche Wohlergehen Asia Bibis beten. Auch für das Wohlergehen und die Unversehrtheit ihrer Familie könnten wir beim Himmlischen Vater ein gutes Wort einlegen.

(Quelle: „christian post“ vom 04. Januar 2014)

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