Ein kurzer Gedanke zu unserer Medienwelt…

Liebe Leser, seit Wochen schon stößt mir die Berichterstattung (bzw. das Fehlen derselben) über Zentralafrika übel auf. Monatelang herrschte auffälliges „Schweigen im Walde“, aber seit ein paar Wochen ist sogar unser „Leit-„Medium, der „Spiegel“ am Ball und berichtet fleissig.

zentralafrikanische-republik-karteErinnern wir uns: Zu Beginn des Jahres 2013 eroberte eine Allianz obskurer Milizen, die sich unter dem Namen „Seleka“ zusammenfand, die Haupstadt Bangui und entmachtete so den bisherigen Präsidenten Francois Bozizé. Dies kommt in politisch und wirtschaftlich instabilen Regionen der Welt schon mal vor und so war mir dies im März und April auch keine Meldung wert, obwohl sich schon länger Gerüchte über den Einsatz von Kindersoldaten und von Massakern im weltweiten Netz hielten. Im Mai jedoch tauchten langsam die ersten Meldungen auf, nach denen die siegreiche „Seleka“-Allianz ein Bündnis obskurer Islamisten sei, das jetzt munter damit begonnen habe, die Christen in den von ihnen beherrschten Gebieten des Landes zu schikanieren. Als schließlich die notorisch gut informierte, katholische Nachrichtenagentur „fidesdienst“ einige Schlaglichter auf die aktuelle Situation in der Zentralafrikanischen Republik warf, bestätigten sich manche Befürchtungen.

In diesem Moment wurde das auch eine Meldung für diesen Blog, da der „fidesdienst“ Quellen aus dem Lande zur Sprache kommen ließ. Ich möchte jetzt nicht näher auf diese Details eingehen, aber auch in den kommenden Monaten haben christliche Nachrichtendienste immer mal wieder auf die z. T. an üble Gruselfilme erinnernden Szenarien für die Christen im Lande hingewiesen. Da wurden Kirchen geplündert, christliche Wohnviertel zerstört etc. Viel interessanter ist es aber vielmehr, auf das beredte Schweigen der weltweiten Massenmedien zu diesen Verhältnissen hinzuweisen. Der Rebellenchef Michel Djotodie, der sich konsequenterweise zum neuen Präsidenten ausrufen ließ, wurde sowohl von Medien, als auch der „westlichen“ Politik stillschweigend als neuer, „starker Mann“ Zentralafrikas akzeptiert. Die Umstände seiner Machtergreifung und die Zustände nach derselben waren kein Thema in unseren ansonsten gerne an hysterischen Hexenjagden partizipierenden Medien oder unter den um die Rechte von russischen, spätpubertierenden Punk-Sängerinnen besorgten, deutschen Menschenrechtsverbänden. Misshandelte Priester, geplünderte Kirchen, vertriebene und getötete Christen „irgendwo im Busch“ (sorry, nicht meine Meinung, sondern die Geisteshaltung unserer „ach-so-politisch-korrekten“ Medien, Menschenrechtler, Politiker, Kirchenbonzen etc.) lockten damals niemanden hinter dem Ofen hervor. Nicht einmal die sprichwörtliche Katze, geschweige denn einen verantwortungsbewussten Kirchen-Oberbonzo.

Nun hat sich die Situation im Lande aber ein wenig verändert. Der Übergangspräsident Michel Djotodie löste offiziell die „Seleka“-Milizen bereits im September auf. Seitdem wüteten diese von den Massenmedien nun „Ex-Seleka“ genannten Banden auf eigene Rechnung weiter. Waren schon bislang Truppen der Afrikanischen Union im Lande stationiert und auch französische Einheiten mit der Sicherung wenigstens des Flughafens der Hauptstadt Bangui befasst, so wurde durch eine Resolution des Weltsicherheitsrates vom 05. Dezember 2013 auch die Entsendung weiterer Einheiten aus Frankreich ermöglicht.
Ebenso hat sich das Klima in Teilen des Landes verändert. In den ersten Wochen und Monaten nach der Machtübernahme der Seleka waren die Christen im Lande im Schockzustand erstarrt. Sie wurden von Überfallkommandos islamischer Milizen regelrecht gejagt, vertrieben, ermordet. Kirchen wurden (und werden) geschändet und ausgeraubt. Wie katholische Kreise schon im Sommer berichteten, waren dies keine Zufälle sondern gezielte Aktionen eines von der Seleka losgetretenen Religionskonfliktes. Aber die Stimmung unter den Gläubigen änderte sich. Es formierte sich im Laufe des Sommers eine Art „christlicher Selbsthilfe“-Truppe, die sich heute „Anti-Balaka“ nennen lässt.

Diese Gruppe war und ist nicht bereit, sich schutz- und wehrlos von der („ex-„)Seleka abschlachten zu lassen. Sie loten die Grenzen des „die-andere-Wange-Hinhaltens“ aus und wehren sich unter dem Motto „gegen das Schwert (des Islam, Anm. d. Verf.)“ gegen Übergriffe der Seleka, denn nichts anderes heisst „anti-Balaka“. Aber, welche Überraschung, nun ist der Konflikt plötzlich auch in unseren Medien, sogar hier im Lande, zum Thema geworden. Selbst der „Spiegel“ berichtet nun alle paar Tage über Zentralafrika, denn nun haben sie ja das bekommen, was sie immer so gerne postulieren, wenn irgendwo auf der Welt Islamisten Christen massakrieren: die sprichwörtlichen „religiösen Spannungen“ bzw. den echten „Religionskonflikt.“ Üblicherweise ist dieser Begriff zwar lediglich ein Euphemismus für Massaker an Nachfolgern Christi durch Angehörige anderer Religionen, nun aber scheint es real geworden zu sein und die Massenmedien springen an. Nur so ist auch die UN-Resolution und das Eingreifen des Auslandes zu erklären. (Kurz: ohne christliche Gegenwehr, keine UN-Mission. Die Christenmassaker würden fröhlich weitergehen unter souveräner Nichtbeachtung durch die weltweiten Massenmedien.)

Nein, ich bin nicht naiv genug zu glauben, dass die UN-Resolution und der anlaufende Militäreinsatz Frankreichs (, den sie gerne mit EU-Geldern finanzieren möchten, aber das nur nebenbei bemerkt) nichts mit dem gestiegenen Medieninteresse zu tun hätte. Alle Friedenstauben in den warmen, gemütlichen Redaktionsstuben können sich so wieder schön über „Militarismus“ und die „Sinnlosigkeit martialischer Lösungen“ echauffieren und somit ihre wohlverdienten Gehälter verdienen, was ja in der Adventszeit jedem gegönnt sein mag. Aber für mich bleibt anhand des in diesem Jahr gezeigten Verhaltens unserer „Eliten“ in Medien und Politik nur folgender Schluss:

  • Lassen sich Christen von islamistischen Milizen drangsalieren, vertreiben und abschlachten, juckt das niemanden in unseren Redaktionen. Wehren sie sich jedoch und interpretieren das „Andere-Wange-Hinhalten“ nicht als Aufforderung zum Religiozid, zur Auslöschung einer Bevölkerungsgruppe aufgrund ihres Glaubens, dann läuft die „westliche“ Empörungsmaschine an. Gut, das zu wissen.

Vielleicht interpretiere ich die Fakten ein wenig über, man möge mir dies angesichts diverser, schlechter Erfahrungen mit unseren Massenmedien bitte verzeihen. Aber die Tendenz, die ich hier kurz skizzieren wollte, scheint mir doch letztlich evident zu sein. Die christenfeindlichen Neigungen diverser (Leit-)Medien, vor allem hierzulande, aber auch in anderen Staaten, die eine wirkliche Pressefreiheit zulassen, könnte kaum deutlicher nachgewiesen werden.

In diesem Sinne, einen schönen Advent noch. Beten Sie doch mal vielleicht für Zentralafrika oder für eine massive, geistliche Erweckung in deutschen Redaktionsstuben ! 🙂

Ihr

Martin Clemens Kurz

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