Syrien: Patriarch erklärt erste Zahl der Märtyrer

Da solle mal niemand sagen, Märtyrer gäbe es seit dem Ende des Römischen Reiches nicht mehr. Alle, die sich ernsthaft mit der Christenverfolgung befassen, wissen sehr genau, dass es IMMER „Blutzeugen“ gegeben hat. Also Christen, die wegen ihres Glaubens getötet wurden. 

Ein Wort der Differenzierung vorweg: ich verwende den Begriff des „Märtyrers“ niemals so, wie es die heute gängige Rhetorik und Publizistik tut. Ein Märtyrer, also „Blutzeuge“ für seinen Glauben ist eben jemand, der Gewalt erleidet und nicht einer, der bei der Ausübung von Gewalt auch seinen eigenen Tod in Kauf nimmt. Konkret: Wer von schwerbewaffneten und mordlüsternen Milizen hingerichtet wird, weil er Christ ist, darf für sich diesen Status in Anspruch nehmen, wer dagegen mit einer Sprengstoffweste einen Bus voller „Ungläubiger“ betritt und diesen selbstmörderisch dann in die Luft sprengt, damit „die Ungläubigen“ darin alle sterben, ist für mich eben ein Täter und kein Opfer wie die wirklichen Märtyrer.

LahamAdminDies vorweg geschickt, möchte ich auf eine Meldung bei „kath.net“ hinweisen, in der Gregorios III. Laham,  Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem der mit Rom unierten melkitischen griechisch-katholischen Kirche, bestätigte, dass er bislang im Rahmen des syrischen Bürgerkrieges die Zahl von 215 als Märtyrer gestorbenen Christen angenommen habe. Wir alle wissen ja, dass die Rebellen-Milizen, die mit quatarischem und arabischem Geld moderne Waffen aus US- und russischer Produktion erwerben und von der CIA in Jordanien an diesen Waffen geschult wird, gerne die christlichen Syrer vertreiben, quälen und massakrieren. Diverse Berichte aus dem Land legen nahe, dass islamistische Söldner aus der gesamten, islamischen Welt (ja, auch Konvertiten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich…) sich in Syrien aufhalten und dort in diversen Freischärler-Einheiten wie den berüchtigten „Al-Nusra-Brigaden“ gegen die „Ungläubigen“ Alawiten des Assad-Regimes und deren vermeintliche Verbündete, die christlichen Syrer, kämpfen. Ob die christlichen Syrer nun alle Sympathisanten Assads sind oder nicht, ist dabei vollkommen gleichgültig. Sie sind ja „Kuffar“, also „Ungläubige“.  Auch unsere Syrien-Rubrik bietet genügend Berichte über Gewalt- und Greueltaten gegen Christen. Oder versuchen Sie mal einen der seltenen, fairen Berichte über die Vortragsreisen von Schwester Agnes-Mariam de la Croix zu finden. Diese libanesisch-syrische Nonne gibt immer wieder sehr interessante, ungefilterte Berichte auch von der geistlichen Front in Syrien zum Besten.

Nun gibt also der griechisch-katholische Oberhirte der gesamten Region die Zahl von 215 von seinem Sitz anerkannten Märtyrern, also Blutzeugen im von mir eingangs beschriebenen Sinne, an die Öffentlichkeit. Gegenüber dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ äußerte sich der Patriarch über die Kriterien für die Aufnahme in diese Liste folgendermaßen:

Dabei handele es sich explizit nur um Opfer, die von ihren Mördern nach ihrem Glauben gefragt und wegen ihrer Antwort ermordet worden seien.

Jedoch betont er die Vorläufigkeit der Zahl durch die Einschränkung „vorläufig“. Es ist also mit einer laufenden Zahl von weiteren Morden an Christen um ihres Glaubens willen zu rechnen, mit einer steigenden Anzahl bestätigter Märtyrer. Nebenbei bemerkt: haben Sie das bereits in Ihrer Tageszeitung, Ihrem Lieblings-„Newsfeed“, im von Ihnen mit „Demokratie-Abgabe“ finanzierten öffentlich-rechtlichen TV oder von Ihrem Gemeindeleiter (darf auch eine Gemeindeleiterin sein, kein Vorurteil) gehört ? Wenn nicht, überlegen Sie mal, warum das so sein könnte.

Wie auch immer: „Kirche in Not“ und Patriarch Gregorios sorgen sich um die Hinterbliebenen der Märtyrer, die auf ihre Art ja ebenfalls Opfer der anhaltenden Gewalt in Syrien sind. Die Familien der Ermordeten sind oftmals in einer besonders schweren Lage. Der Nahost-Referent von Kirche in Not, Pater Andrzej Halemba dazu:

„Diese Familien leiden doppelt.Sie trauern nicht nur um einen Menschen, sondern leben auch in Armut, weil sie ihren Ernährer verloren haben. Sie suchen wie die Heilige Familie Zuflucht in einfachsten Behausungen, um sich vor dem anbrechenden Winter zu schützen.“

So bittet Pater Halemba im Sinne der Geschwister in Syrien, aber auch im Auftrage von Patriarch Gregorios um Gebet für die Lage der Christen in Syrien, speziell der in Not geratenen Opferfamilien. Aber auch finanziell darf gerne mal geholfen werden, damit die traumatisierten Gläubigen nicht auch noch erfrieren müssen. Wer also gerne mal etwas springen lassen möchte, aber sicher sein will, dass es der richtigen Sache oder den richtigen Leuten zu Gute kommt, der kann unter dem Stichwort „Syrien“ an Kirche in Not spenden.

Empfänger: KIRCHE IN NOT
Kontonummer: 215 20 02
BLZ: 750 903 00
IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05
LIGA Bank München

Quelle: „kath.net“ vom 10. Dezember 2013)

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