Kenia: Pastoren verzweifelt – rufen nach Waffen…

Wie verzweifelt müssen Geistliche über die anhaltende Gewalt gegen Kirchen und gegen Gemeinden sein, wenn sie bereits (ernstgemeint oder nicht) nach automatischen Waffen rufen, mit denen sie ihre Schafe vor der anschwellenden Gewaltwelle beschützen wollen ? Richtig: sehr, sehr verzweifelt.

300px-KeniaIn Kenias Küstenregion häufen sich mittlerweile die Anschläge auf Pastoren und Kirchen. Zumeist aus dem Nachbarland Somalia stammende, muslimische Terroristen glauben so, auf die aktive Unterstützung der kenianischen Regierung bei der Bekämpfung der islamistischen Al-Shabaab-Miliz in Somalia reagieren zu müssen. Allein am 20. und 21. Oktober 2013 wurden zwei Pastoren, Charles Mathole, 41, von der „Vikwatani Redeemed Gospel Church“ und Ibrahim Kithaka von der „East African Pentecoastal Church“ im 35 km nördlich von Mombasa gelegenen Ort Kilifi,  tot aufgefunden. Drei Wochen zuvor war im nahe Mombasa gelegenen Majengo zum wiederholten Male eine Kirche der Heilsarmee angezündet worden. Offensichtlich aus Rache für die ungeklärten Todesumstände eines lokalen, geistlichen Leiters der Muslime. Mittlerweile ist Kenia bereits auf Platz 40 des Weltverfolgungsindex von „open doors“ angekommen, nachdem es dort jahrelang keine nennenwerte Rolle gespielt hatte.

Mittlerweile hat sich ein Pastor (ob im zynischen Scherz, oder ernstgemeint) zu Wort gemeldet, der auf die sprichwörtliche Offenheit und die Abwesenheit von Schutzwällen o. ä. in den kenianischen Kirchen hinweist und sich in diesem Zusammenhang von der Regierung die Ausgabe von automatischen Waffen an Kirchenvertreter wünscht. Damit die Gemeinden ihr Leben und Eigentum selbständig und aktiv vor Plünderungen, Brandstiftungen und körperlicher Gewalt durch islamische Fanatiker beschützen können. So absurd sich solche Aussage für „westliche“ Ohren anhören mag, so sei sie doch als Symptom der Verzweiflung kenianischer Geistlicher angesichts einer scheinbar nicht mehr aufzuhaltenden Gewaltwelle in ihrem Lande, die sich gezielt gegen die christliche Mehrheit im Lande richtet, anzusehen. Immerhin sind ca. 83 % aller Kenianer Christen oder zumindest christlich sozialisiert, während nur maximal 7 % aller Bewohner Muslime sind.

Lambert Mbela, Mitpastor der „Vikwatani Redeemed Gospel Church“ des ermordeten Charles Mathole sagte im Rahmen von dessen Beerdigung die folgenden, bitteren Sätze:

Unsere vielen Kirchen haben keinerlei Schutz. Sie haben meist keine Schutzmauern oder Tore. Die Regierung sollte Ak-47s an alle Kirchen verteilen lassen, damit wir verhindern können, dass Kirchen verbrannt, unser Besitz geplündert und unsere Pastoren ermordet werden.

Sei diese Äußerung auch im Schmerz über den Verlust eines Bruders gefallen, so hat sie doch einiges an Aufsehen erregt, weil sie eben einen Nerv in den Ländern der aktiven, gewaltsamen Christenverfolgung berührt. Viele Kirchen und kirchliche Gemeinschaften in Ländern mit aktiver Gewalt gegen Christen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Der Glaube, der das „Andere-Wange-Hinhalten“ im Angesicht der Gewalt geradezu zwangsweise verordnet, ist durch gezielte Vertreibungen, Ermordung von einflussreichen, geistlichen Leitern, Zwangs-Islamisierung u. ä. Phänomenen in einigen Weltregionen (Nahost, Nordafrika) kurz davor, denselben bitteren Gang zu gehen, den die blühenden, jüdischen Gemeinden schon vor Jahrhunderten gegangen sind: Exil oder komplette Auslöschung. Wer sich vor diese Alternativen gestellt sieht (wobei ich Kenia noch lange nicht an diesem Punkt sehe, sondern davon ausgehe, dass ein handlungsfähiger Staat und wache Bürger diese Entwicklung zur dauerhaften Viktimisierung von Christen dort aufhalten können), kann schon einmal auf ungewöhnliche Ideen kommen. Zu bewundern sind z. Bsp. die christlichen Kirchen in Nord- und Zentralnigeria, die in der Folge einer Welle von Autobomben-Attentaten auf ihre Gotteshäuser und der Unfähigkeit der staatlichen Sicherheitsorgane, auf diese Attentate angemessen zu reagieren, damit anfingen, selbst Straßensperren auf den Zufahrtswegen zu ihren Kirchen (zumindest im Rahmen der sonntäglichen Gottesdienst-Zeiten) zu errichten und verdächtige Fahrzeuge zu kontrollieren.

Ob nun der „Ruf nach Waffen“, den ich persönlich nur für eine gezielt gestreute Provokation von Pastor Lambert Mbela halte, um das Thema der antichristlichen Gewalt in Afrika stärker ins Bewusstsein der multimedialen Öffentlichkeit zu stellen, nun ernstzunehmen ist, oder nicht: wer sich solche Dinge abringt, muss ein gehöriges Maß an „Dampf im Kessel“ haben. Nicht ohne Grund sicherlich. Immerhin hat sich auch der Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates von Kenia, Reverend Peter Karanja, am Rande einer Konferenz am 30. Oktober 2013 zum Thema zu Wort gemeldet:

Ich glaube nicht, dass die Bewaffnung kenianischer Kleriker Sicherheit garantieren kann. Immerhin sollte die Regierung dies aber als Menetekel ansehen: die Kenianer sind die anhaltende Unsicherheit leid !

Mögliche Gebetsanliegen: Beten wir für die Sicherheitslage in einem der wenigen, stabilen, demokratischen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent. Bitten wir den Herrn doch für ein übernatürliches Eingreifen zum Schutze seiner dortigen Gemeinde und deren Hirten.

(Quelle: „charisma news“ vom 01. November 2013)

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