Iran/USA: protestierender Pastor abgeschoben

Im Iran werden zahlreiche, christliche Leiter und Aktivisten inhaftiert und als „politische“ und gesellschaftliche Störfaktoren drangsaliert, eingeschüchtert und mit Strafen bis hin zur Todesstrafe bedroht. Das alles ist nicht neu. Neu hingegen ist, dass sich tatsächlich kleine, aber aufsehenerregende Proteste gegen diese Politik der „Islamischen Republik Iran“ in der freien Welt regen.

Iran

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Anläßlich der Proteste gegen die Inhaftierung Youcef Nadarkhanis 2011/12 war kurzzeitig auch in Deutschland ein „Hauch“ der Anteilnahme westlicher Christen und Menschenrechtler zu spüren. Seit der Freilassung Nadarkhanis im Spätsommer 2012 jedoch ist dieser Fokus vom Iran weg beispielsweise nach Syrien oder Ägypten hin verschoben worden. Jedoch scheint dies etwas vorschnell zu geschehen, denn die Politik von „Ausspionieren, Anklagen und Inhaftieren“ durch staatliche Organe des Iran gegenüber Christen geht ungeschmälert weiter.

Sogar ein US-Pastor iranischer Herkunft, Said Abedini, der mittlerweile eine achtjährige Haftstrafe wegen seiner Aktivitäten zum Aufbau christlicher Netzwerke absitzt, wurde im Rahmen dieser „Politik“ verhaftet. Das Schicksal von iranischen Geistlichen wie Farshid Fathi oder Behnam Irani war bereits mehrfach Thema auch hier in diesem Blog. Nun hat sich ein kalifornischer Pastor, Reverend Eddie Perez Romero, mit einer spektakulären Aktion zu diesem Themenkomplex „zu Wort gemeldet“. Vor dem berüchtigten „Evin“-Gefängnis von Teheran, in dem vor allem politische Häftlinge einsitzen, hat er einen Protest abgehalten. Im Rahmen einer Reisegruppe hatte er sich in den Iran begeben, war dort für drei Tage „abgetaucht“, um von den staatlich beauftragten Schnüfflern und „Revolutionsgarden“ nicht vorzeitig an seiner Unternehmung gehindert werden zu können.

Reverend Romero, der in den USA der „Hacienda Christian Fellowship“ in La Puente vorsteht, sah die fortdauernde Haft von fünf Männern als ausreichenden Grund an, diesen abenteuerlichen, aber mutigen Protest durchzuführen. Es gelang ihm, nach einem Bericht des „assist news service“ sogar, fünf MInuten davon ins Internet zu streamen, bevor er abgeführt und dann für 32 Stunden von Sicherheitsorganen festgehalten wurde. Die anschließenden Befragungen schildert Romero jedoch als z. T. „sehr interessante Gespräche“, in denen er die Möglichkeit bekommen haben soll, Zeugnis abzulegen. Schließlich wurde Reverend Romero wieder in die USA abgeschoben, wo er am 23. Oktober 2013 von begeisterten Gläubigen empfangen wurde, die u. a. Plakate wie „let my people go“ hochhielten. Reverend Romero zufolge habe er mit seinem spektakulären Protest vor allem gegen die Inhaftierung folgender Personen einstehen wollen:

  1. Farshid Fathi,
  2. Said Abedini,
  3. Mostafa Bordbar,
  4. Alireza Seyyedian und
  5. der Anwalt Mohammed Ali Dadkhah.

Letzterer war vor allem als Anwalt Youcef Nadarkhanis international bekannt geworden. Noch während dessen Prozess und Einspruchsverfahren lief, wurde er verhaftet. Sein Engagement für die Rechte der ethnischen und religiösen Minderheiten im Lande, hatte ihm wohl allzuviele Feinde gemacht. Romero begründet seine abenteuerliche Aktion damit, dass es Zeiten gäbe, in denen man mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr weiterkomme. Man müsse von Zeit zu Zeit auch außerhalb der hergebrachten Pfade denken und handeln. Dies hatte er schon zuvor im Jahre 2008 unter Beweis gestellt, als er in China anläßlich der dortigen Olympischen Spiele lautstark für eine echte Religionsfreiheit dort eingetreten war.

Mögliche Gebetsanliegen: Gebet für die inhaftierten Christen Irans, die einzig und allein aufgrund ihrer Aktivitäten zum Aufbau christlicher Netzwerke und Gemeinden ausspioniert, angeklagt und verurteilt wurden. Für ihre Gesundheit, Glaubensstärke und ihre mögliche Freilassung.

(Quelle: „assist news service“ vom 27. Oktober 2013)

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