China: Samuel Lamb heimgegangen

Wie wir gerade erst erfahren haben, ist der langjährige Diener unseres Herrn Jesus Christus, Samuel Lamb, am 03. August 2013 in Guangzhou, China, im Alter von 88 Jahren verstorben.

securedownload-200x300Samuel Lamb, geb. 1924 in Nähe von Macau, war Sohn eines baptistischen Pastors und wurde mehrfach während der Kulturrevolution Mao Tse-Tungs verhaftet. Er gründete eine unabhängige Hauskirche bereits in den 50er Jahren und wurde 1958 verhaftet, weil er sich weigerte, seine Gemeinde mit der staatlich kontrollierten „Drei-Selbst-Bewegung“ zu fusionieren. Dort durfte damals nichts über die Wiederkehr Christi gepredigt werden oder überhaupt das Evangelium mit Minderjährigen geteilt werden. Zwanzig Jahre verbrachte Samuel Lamb in einem Arbeitslager, wo er als Bergarbeiter im Kohle-Bergbau eingesetzt war. 1977 verstarb seine Frau, noch bevor die Haftstrafe abgelaufen war.

Nach Ablauf der Hafstrafe nahm Samuel Lamb seine Tätigkeit als Prediger und Diener Gottes wieder auf. So war er u. a. ein verlässlicher Partner der Organisation „open doors“ bei diversen Bemühungen, chinesische Bibeln und andere, christliche Materialien im Lande zu verteilen. Open doors schreibt deshalb auch, dass der Tod Samuel Lambs eine Lücke in der chinesischen Kirche hinterlasse. Lambs Motto war ein kurzes: „Mehr Verfolgung ergibt mehr Wachstum“. Ein Gedanke, den schon andere Kirchenmänner und -frauen der unterdrückten Gemeinden weltweit geäußert haben, weshalb es ihn lange zu durchdenken und zu durchbeten gilt, wie ich finde. Auch ein anderes, interessantes Wort wird von Samuel Lamb kolportiert:

Wir müssen bereit sein, zu leiden. Wir müssen auf die Tatsache gefasst sein, dass wir verhaftet werden. Bevor ich ins Gefängnis geschickt wurde, hatte ich bereits eine Tasche mit Kleidung, Schuhen und einer Zahnbürste gepackt. Als ich dann zur Polizeistation gehen musste, nahm ich sie einfach mit. Ich war bereit.

Man lasse sich diese Worte einmal ganz tief einwirken. Wir müssen tatsächlich bereit sein für vieles.  Auch für den Hass und die Ablehnung unserer Zeitgenossen. Ist es denn wirklich so abwegig, dass bereits morgen Christen wegen ihres Glaubens auch in diesem Lande angezeigt, angeklagt und inhaftiert werden ? Weil sie sich etwa weigern, ihren Glauben dem herrschenden Zeitgeist zu unterwerfen ? Wie sieht es bspsw. mit den Eltern aus, die sich weigern, ihre Kinder der „Gender“-Ideologie, der christenfeindlichen Propaganda und den Anfeindungen durch muslimische Mitschüler in unseren, staatlichen Bildungs-Einrichtungen auszusetzen ? Ein erstes Ehepaar ist bereits deshalb in die USA ausgewandert und soll dort nun von der Obama-Regierung mit allen Mitteln dazu gebracht werden, wieder ins Land ohne Möglichkeit der Heimbeschulung zurückzukehren. (Ich verlinke das hier nicht, googlen Sie einfach „Romeike Family“ und „homeschooling“, wenn Sie das Thema interessiert.) Bibeltreuen Christen wird über kurz oder lang auch in den Ländern der „Antidiskriminierung“ und „Multikulturalität“ nichts anderes übrig bleiben, als eine Tasche zu packen, wie die von Samuel Lamb. Glauben Sie es, oder nicht, meine Tasche steht bereits seit einiger Zeit im Wohnzimmer. (Wer´s nicht glaubt, für den mache ich gerne ein Foto davon, :-). )

Wir können also von Samuel Lamb, der jetzt beim Herrn Jesus Christus ist, noch immer das ein oder andere lernen. Vor einiger Zeit las ich auch mal Beiträge in einem christlichen Nachrichtendienst, die sich explizit mit dem Thema befassten „was wir von den verfolgten Christen lernen können“. Sie waren mir z. T. zu lang, um sie hier für den Blog durchzuarbeiten oder gar zu übernehmen. Aber ich denke darüber nach, eine verkürzte Form dieser Thesen oder gar eine eigene Kurz-Serie zu diesem Thema zu verfassen. Wenn Sie Ideen dazu haben, oder noch besser selbst etwas beitragen möchten, lassen Sie es mich einfach wissen (mail genügt, oder Kommentar unter diesem Artikel).

Abschließend will ich noch eine Erkenntnis Samuel Lambs hier an Sie, liebe Leser, weitergeben:

Leute werden noch immer verhaftet. Man weiss nicht, was morgen sein wird. Heute lassen uns die Behörden in Ruhe, aber morgen können die Dinge anders liegen. Ich bete dafür, dass wir die Stärke erhalten werden, im Glauben fest zu stehen.

(Quelle: „bos news life“ vom 05. August 2013)

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