Deutschland/Irak: weitere Glaubensflüchtlinge erreichen Deutschland

Wir alle kennen die Situation im „failed State“ namens Irak: die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen bekämpfen sich bis aufs Blut, verteilen die Macht untereinander und beuten das Land aus, so gut es noch geht. Dabei gehen Dinge wie die Infrastruktur, die Energieversorgung, die Sicherheit oder die Gesundheitsfürsorge vor die Hunde. Und vor allem wird eine einzige Minderheit letztlich von allen Seiten her zerrieben: die irakischen Christen.

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Unsere Irak-Rubrik hat einige Zeit lang besonders spektakuläre und widerliche Vorfälle dieser Art dokumentiert. Wer mehr über derartige Dinge wissen will, sollte u. a. das Buch von Schwester Hatune „es geht ums Überleben“ (Versandbuchhandel, einfach googlen) lesen, wo u. a. von ihren Kontakten mit Flüchtlingen die Rede ist. Deutschland hatte sich auf Initiative diverser Länder-Innenminister angeboten, einigen der Verfolgten Schutz und eine Langzeit-Perspektive in unserem Land anzubieten. Im Rahmen dieser Bemühungen vermeldet der NDR dies:

Weitere 99 Flüchtlinge aus dem Irak sind am Dienstag ( auf dem Flughafen Hannover angekommen. Sie gehören zu einem Programm für besonders schutzbedürftige Geflohene aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Ursprünglich waren 101 Iraker erwartet worden, zwei mussten jedoch aus gesundheitlichen Gründen ihren Flug verschieben. Es sind überwiegend Familien, die in Deutschland eine neue Heimat suchen. Der größte Teil sind Christen, die wegen ihrer Religion im Irak verfolgt wurden.

und weiter im Detail:

Fast die Hälfte der irakischen Flüchtlinge ist minderjährig. Zusammen mit ihren Eltern waren die Kinder zunächst in die Türkei geflohen. Das Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen sei für sie nur ein Zwischenstopp, erklärte Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. In den nächsten zwei Wochen sollen Flüchtlinge im Lager erste Sprachkurse erhalten. „Dann kommen sie in die Kommunen, und dort beginnt das eigentliche Ankommen in der Gemeinschaft, in der Gesellschaft, in der Stadt“, so Schmidt.

Da soll mal niemand sagen, hierzulande würden nur schwachsinnige und unverständliche, politische Entscheidungen getroffen. Ob diese irakischen Geschwister nun auch willkommen sind und hier eine wirkliche Heimat finden werden, liegt letztlich auch AN UNS ! Wenn wir ihnen in unserem Land und in unseren Kirchen mit offenen Armen begegnen, dann werden diese Iraker mit absoluter Sicherheit keine Integrationsverweigerer und sozialen Problemfälle erster Ordnung werden, wie wir es von Migranten aus diesem Kulturkreis leider nur allzu oft gewohnt sind.

Beten wir für die Sicherheit unserer irakischen Geschwister hier und dort und helfen wir denjenigen, die jetzt in Deutschland sind dabei, dieses Land bald auch als Heimat zu erleben !

(Quelle: „NDR-Niedersachsen“ vom 16. Juli 2013)

Und hier ein etwas persönlicherer Bericht von der „Deutschen Welle“:

Ganz fest umklammert Maria ihr Kuscheltier. Das kleine Mädchen lächelt tapfer in die vielen Kameras und fremden Gesichter. Für ihr neues Leben in Deutschland wünscht sie sich nur eines: Sie möchte ganz viel spielen.

„Mir geht es um die Sicherheit und die Zukunft meiner Kinder“, beantwortet Marias Vater die Fragen der Journalisten mit sehr viel ernsterer Miene. Im Irak sah die Familie Al-Samari keine Zukunft mehr: „Weil wir Christen sind und verfolgt wurden“, erzählt der Vater. Und so flohen er, seine Frau und die zwei Kinder zunächst in die Türkei, bis sie nun nach Deutschland weiterreisen konnten.

Weiter:

Ankommen, zur Ruhe kommen, das ist auch für die Familie Mayouma im Moment das Wichtigste. Die Mutter wünscht sich Stabilität, möchte zufrieden leben. Den letzten Tag im Irak beschreibt sie als blanken Horror: Terroristen hätten das Haus der Familie gestürmt und dabei ihrem kleinen Sohn das Schulterblatt gebrochen. „Das war für uns der ausschlaggebende Grund, aus dem Irak zu flüchten“, sagt sie.

Auf Familien wie die Al-Samaris oder Mayoumas zielt das so genannte Resettlement-Programm des Bundesinnenministeriums ab. Sie seien ausgewählt worden, weil sie besonders schutzbedürftig sind, sagt Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Er hat die Iraker auf dem Flughafen Hannover in Empfang genommen und Jute-Taschen mit kleinen Geschenken wie Buntstiften, T-Shirts und einem Bildband über Deutschland verteilt.

Bei der Auswahl der Flüchtlinge war – neben der besonderen Schutzbedürftigkeit – auch wichtig, dass sie eine „besondere Integrationschance in Deutschland“ haben, wie es Staatssekretär Bergner formuliert. Dazu gehöre auch die Frage, ob sie hier Verwandte oder Bekannte haben, die ihnen beim Einleben helfen können.

Die ersten irakischen Flüchtlinge sind mit dem Resettlement-Programm schon im Oktober 2012 in Hannover gelandet. Damals war das Medieninteresse noch größer. Und die erste Hand, die sich den Irakern entgegenstreckte, gehörte CSU-Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

Hier, anders als in viel zu vielen anderen Fällen, sehe ich die besten, preussischen Traditionen der Aufnahme von Glaubensflüchtlingen wiederbelebt. Im Sinne der Hugenotten oder der Salzburger Protestanten sollen diese Christen in unserem Land Frieden finden und zum Segen für ihre Gemeinschaft werden.

(Quelle: „Deutsche Welle“ vom 16. Juli 2013)

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2 Gedanken zu “Deutschland/Irak: weitere Glaubensflüchtlinge erreichen Deutschland

  1. Es fällt auf, dass bei Flüchtlingen, die Christen sind, Frauen und Kinder eine tragende Rolle spielen. Bei muslimischen Flüchtlingen sind meistens junge Kämpfer, sorry, junge Männer im Flüchtlingsstatus auf Bildern zu sehen.

    Auch ich hoffe, dass diese irakischen Christen eine glaubens- und friedvolle Heimat finden. Die Kirchen wären jetzt als organisatorische Instanz gefragt, aber insbesondere die Christen in diesen Kirchen selbst sind gefragt, wie sie diese Menschen aufnehmen. ich hoffe, es schlägt ihnen keine Kälte entgegen. Hier könnten sie zeigen, ob sie „Kirche von unten“ oder „Wir sind Kirche“ ernst meinen.

    Nun könnten die Leser den Eindruck gewinnen, dass wir den christlichen Flüchtlingen Gutes wünschen, den muslimischen Flüchtlingen jedoch mit Vorbehalten entgegentreten. Aber dies müssen selbst irakische Muslime bestätigen: Christen werden im Irak verfolgt und sie dürfen Flüchtlingsstatus zugesprochen bekommen.

    Wir müssen konstatieren, dass die meisten muslimischen Flüchtlinge aus der Türkei z. B. keine echten Flüchtlinge sind oder viele muslimische Flüchtlinge aus Nordafrika reine Wirtschaftsflüchtlinge mit dem Ziel, Europa islamsich zu verändern. Das führt zu Vorbehalten, ist ja wohl verständlich. Da kommt dann das Machoverhalten dieser jungen Männder dazu, was hier übel aufstößt. DA müssen wir auch ehrlich sein.

    Trotz allem sind uns auch muslimische Flüchtlinge, wenn sie denn echte Verfolgungen zu leiden hatten, auch herzlich willkommen, denn diese haben ein genauso mieses persönliches Schicksal hinter sich wie christliche oder andere Flüchtlinge.

    Allerdings lehrt uns die Erfahrung, dass sich christliche oder andere nichtmuslimische Flüchtlinge viel besser in unserem Lande integrieren als eben muslimische Flüchtlinge. Darüber muss gesprochen werden. Darüber muss geschrieben werden. Das ist leider die Realiät. Muslimische Flüchtlinge, die auch anerkannt werden sollten, bringen eine christen- und westlichkulturfeindliche Kultur mit, die sie meinen, hier wie selbstverständlich ausleben zu dürfen. Die Forderungen: Alles muss sich nach islamischen Regeln richten, weil sie die besseren, weil rechtgläubigen Menschen sind. Genau das jedoch bringt sie um den guten Ruf.

    Sie können selbstverständlich die Gesetze über Abtreibung ablehnen, die Ehegesetze für gleichgeschlechtliche Paare, usw., jedoch sollten sie sich in ihrem Urteil stark zurückhalten, dass unsere Kultur die schlechtere sei und die Menschen, die dieser Kultur angehören und diese auch vertreten, Höllenanwärter zu sein. Solange diese islamischen Doktrin im Gedankengut von Muslimen herumgeistern, solange wird es Vorbehalte geben. Solange Muslime verbieten, dass muslimsiche Menschen nichtmuslimische heiraten dürfen, solange sind sie ein Fremdkörper und integrationshemmend und somit verschärfen und verstärken sie den Riss, der sich in Europa auftut. Mit Institutionen wie Schariagerichte, Relgionspolizei wird diese Kultur zerstört. Das bemängeln wir und werden dies auch weiterhin kritisieren.

    Gründe wie Ramdanrücksicht in der Schule, Verbot des Besteckbenutzens für Ungläuibige in Schulkantinen tragen dazu bei, dass der Islam als zunehmend abzulehnender Fremdkörper angesehen wird. Kopftücher verraten nach außen hin: Ich will nichts mit Euch zu tun haben. Bleibt weg von mir außer Menschen mit Kopftuch.

    Wenn wir nicht offen und ehrlich über diese Dinge sprechen und diese Diskussion nicht in der Mitte der Gesellschaft ankommen darf und diese Dinge einbezogen werden in den Kampf gegen Rechts, werden wir auf eine Katastrophe zusteuern, was uns allen nicht lieb sein kann und darf.

    • Wir müssen konstatieren, dass die meisten muslimischen Flüchtlinge aus der Türkei z. B. keine echten Flüchtlinge sind oder viele muslimische Flüchtlinge aus Nordafrika reine Wirtschaftsflüchtlinge mit dem Ziel, Europa islamsich zu verändern. Das führt zu Vorbehalten, ist ja wohl verständlich. Da kommt dann das Machoverhalten dieser jungen Männder dazu, was hier übel aufstößt. DA müssen wir auch ehrlich sein.

      Denn die Wahrheit, auch DIESE Wahrheit, nicht nur die Wahrheit des Evangeliums, wird uns freimachen. Lügen führen uns in Knechtschaft. So einfach ist das manchmal. Allein deshalb, weil diese Wahrheit eben weitgehend geleugnet und in ihr Gegenteil verkehrt hat, habe ich so große Vorbehalte gegen unsere Kirchenverbände.

      Allerdings lehrt uns die Erfahrung, dass sich christliche oder andere nichtmuslimische Flüchtlinge viel besser in unserem Lande integrieren als eben muslimische Flüchtlinge. Darüber muss gesprochen werden. Darüber muss geschrieben werden. Das ist leider die Realiät. Muslimische Flüchtlinge, die auch anerkannt werden sollten, bringen eine christen- und westlichkulturfeindliche Kultur mit, die sie meinen, hier wie selbstverständlich ausleben zu dürfen. Die Forderungen: Alles muss sich nach islamischen Regeln richten, weil sie die besseren, weil rechtgläubigen Menschen sind. Genau das jedoch bringt sie um den guten Ruf.

      Ja, leider muss man es so pauschalisieren, denn „in der Regel“ stimmt das. Ein weitläufiger Bekannter von mir z. Bsp. ist syrischer Christ, stammt also aus dem „Nahen Osten“, ist sogar ethnischer „Araber“, telefoniert lautstark in Arabisch etc. Aber sein demütiges, freundliches, gottergebenes Wesen macht ihn zu einem der angenehmsten Brüder, die ich jemals die Freude hatte, kennenlernen zu dürfen ! Von ihm habe ich so einiges über Verfolgung, aber auch über Geduld, Freundlichkeit und Demut gelernt. Was kann man von muslimischen Zuwanderern lernen ? Wenn man z. Bsp. der türkisch-stämmigen Publizistin Necla Kelek glauben darf, dann vor allem: wie man sich abschottet, auch nach Jahrzehnten kein Wort Deutsch spricht oder versteht und mit allen Mitteln verhindert, dass sich die Angehörigen der eigenen (Groß-) Familie in irgendeiner Art und Weise konstruktiv in die Gemeinschaft einbringen. Stattdessen lieber weinerlich verkünden, dass „die Deutschen“ ja soooooooooooooooo wenig „Willkommenskultur“ hätten und ihre muslimischen Nachbarn „nie besuchen“ würden im Heim oder der Moschee. Sorry, wer mir nur mit Forderungen entgegenkommt, seine archaischen Werte für absolut erklärt und in meinem Land um jeden Preis (soziale Spaltung durch selbstgewählte Abschottung, fehlende Gleichheit vor dem Gesetz, Bandenbildung und Straßengewalt, immanentes Überlegenheitsgefühl, etc.) durchsetzen will, wer meinem Land, dessen Historie und Kultur so überhaupt kein Interesse entgegenbringt, aber Interesse für „seine Kultur“ (lebt man denn noch in der „alten Heimat“ oder hier ?) erwartet, der kann von meiner Seite her auf wenig Sympathie hoffen. Höchstens auf etwas Neugierde, die, sollte sie irgendwann hinreichend gestillt sein, sich dann wieder anderen Dingen zuwendet.

      Wenn wir nicht offen und ehrlich über diese Dinge sprechen und diese Diskussion nicht in der Mitte der Gesellschaft ankommen darf und diese Dinge einbezogen werden in den Kampf gegen Rechts, werden wir auf eine Katastrophe zusteuern, was uns allen nicht lieb sein kann und darf.

      Ich persönlich vermute, die Katastrophe ist längst da, denn niemand, der noch Ambitionen auf irgendeine Art von Karriere oder sonstiger Zukunft hat, benennt ja die Fakten beim Namen. Der Fall Sarrazin hat ja im alt-chinesischen Sinne des „Strafe einen, erziehe Tausend“ für einen gewissen Lerneffekt bei unseren „Eliten“ und gesellschaftlichen Einfluss-Agenten gesorgt. Denn diese soziale Katastrophe kam eben, spätestens seit 1968, schleichend, fast still und sehr geduldig. Wer z. Bsp. heute noch im öffentlichen Raum als Katholik deutlich kenntlich ist, wie z. Bsp. der Spiegel-Autor Matthias Mattussek, der muss schon mal damit rechnen, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk beschimpft zu werden, wenn er sich für christliche Werte einsetzt, oder dafür, dem Papst zuzuhören, bevor man diesen kritisiert. Wenn ein Imam ähnliche Behandlung erführe, würden morgen ganze Stadtteile brennen, wie in diesem Sommer in Schweden. Der „Erziehungseffekt“ ist de facto also schon da. Wer „den öffentlichen Frieden stört“ und damit strafbewehrt handelt, wird schon nicht mehr durch das Gesetz bestimmt, sondern durch den Zeitgeist. Traurig, aber wahr. Können wir das nochmal zurückdrehen ? Ich fürchte die Antwort…

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