Nordkorea/Deutschland: IGfM startet Awareness-Kampagne

Seit Jahr und Tag steht die Kim-Diktatur in Nordkorea auf der traurigen „Pole Position“ der christlichen Hilfsorganisation „open doors“, was die Brutalität der Christenverfolgung angeht. Das asiatische Land ist also von einem gewissen Interesse für Menschenrechtler weltweit. Wenn es auch nur indirekt mit unserem Thema zusammenfällt: Die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGfM) startet nun am 03. Juli 2013 eine deutschlandweite Kampagne, um über die Verhältnisse in Nordkorea aufzuklären.

Nordkorea

Nordkorea

Nordkorea ist eine der letzten, echten Ein-Parteien-Diktaturen auf dieser Welt. Selbst ihr letzter Bannerhalter, die Volksrepublik China, hat sich seit den 70er Jahren schrittweise in eine Art raubtierkapitalistischen Obrigkeitsstaat in den Klauen einer gierigen Oligarchie der KP gewandelt. Für Vietnam etwas gilt ähnliches zu berichten. Die wirtschaftliche Liberalisierung hat zwar zu keinerlei nennenswerten, politischen Reformen geführt, aber, wer brav arbeiten geht und sich die Seele aus dem Leib schuftet, ohne den Mund aufzumachen und zu politisieren, kann in China schon ein ganz anständiges Leben haben. Für Nordkorea gilt dies aber keineswegs. Die de-facto-Militärdiktatur, der die Partei mit den Kim-Marionetten als Maske vorgeschoben ist, kontrolliert das Leben seiner Opfer (man mag gar nicht mehr „Bürger“ sagen, weil dieses Wort in unserer Sprache eine aus der franz. Revolution herrührende Metabedeutung hat, derer die Nordkoreaner nicht mehr teilhaftig sind) absolut. Bis hin zum verfrühten Ableben. Die regelmässig auftretenden Hungerkatastrophen im Lande, über die auffälligerweise hierzulande wenig berichtet wird, lassen die Mächtigen im Lande weitgehend kalt.

Das System der Arbeits- und Vernichtungslager Nordkoreas wurde jedoch bereits medial thematisiert. Zuletzt durch das Buch „Flucht aus Lager 14“, über dessen Erscheinen wir bereits im letzten Jahr berichtet haben. Kurzum: in Nordkorea geschehen unfassbare und widerliche Dinge. Die mediale Abschottung des Landes aber und die pseudoreligiöse „Juche-Philosophie“, in deren Mittelpunkt die Verehrung der Kim-Familie steht, haben das Land soweit isoliert, dass selbst in unsere Multimedia- und Netzwerk-Welt das Ausmaß des Wahnsinns, der sich dort in Staatsform austobt, kaum jemandem hier im „freien“ Westen wirklich bewusst ist. Dagegen nun setzt die IGfM ihre neue „Awareness“-Kampagne (sorry, ich habe keinen treffenderen, präziseren Begriff in meiner Muttersprache gefunden), die am 03. Juli 2013 beginnen soll.

Wie die IGfM in ihren Verlautbarungen informiert:

Bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember 2013, wird die IGFM an 30 Standorten auf die täglichen Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea aufmerksam machen. Zu diesem Anlass werden Mahnwachen, Kinopräsentationen sowie virtuelle Aktionen organisiert. 

Der Vorstandssprecher der IGfM, Martin Lessenthin, wird dazu folgendermaßen zitiert:

Bis zu 200 000 Menschen sind in Straflagern interniert. Folterungen und Hinrichtungen sind an der Tagesordnung. Dies dürfen wir nicht länger hinnehmen. Selbst wenn die Nuklearfrage einmal gelöst sein sollte, dürfen wir die Menschenrechte nicht vergessen.

Kann man guten Gewissens dem widersprechen ? Ich denke, nicht. Wer hierzulande zu Recht das „Nie-Wieder“ der Nazi-Verbrechen anmahnt und wem wirklich üble Folter- und Tötungssysteme ein Greuel sind, der darf eben nicht nach seinem eigenen, politischen oder sonstwie voreingenommenen Gutdünken zwischen den Verbrechen wählen, die er anprangert und denen, die er negiert. Wenn ich auch selbst auf diesem Blog eine thematische Beschränkung auf bestimmte, meines Erachtens nach zu lange in unserem Land und meiner Stadt ignorierte, Sachverhalte lege, so leiste ich mir doch eine eigene Meinung auch zu Dingen, die in Staaten passieren, die eben (noch) keine ausgewiesenen Christenverfolgerländer sind.

In jedem Falle startet die IGfM ihre Kampagne in Nürnberg am 03. Juli 2013. Sie wird bis zum 10. Dezember 2013, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“ andauern und in 30 Städten Halt machen.

Gefangen in Nordkorea: „Camp 14 – Total Control Zone“
Am Mittwoch, den 3 Juli, findet der Auftakt der Kampagne in der Menschenrechtsstadt Nürnberg statt. Auf eine IGFM-Mahnwache in der Nürnberger Innenstadt folgt der Film „Camp 14 – Total Control Zone“, welchen die IGFM in Kooperation mit dem Filmhaus KunstKulturQuartier  zeigt. Der Film stellt den dramatischen Lebensweg von Shin Dong-Hyuk dar, der als Kind zweier Häftlinge in dem nordkoreanischen Zwangsarbeitslager Camp 14 geboren wurde und im Alter von 23 Jahren flüchten konnte. In Anschluss des Films stehen Frau Andrea Kuhn, Leiterin des Internationalen Filmfestivals der Menschenrechte, sowie Mitarbeiter der IGFM für eine Diskussion bereit.

Für alle Berliner, also in meiner Heimatstadt, ist für Donnerstag, den 04. Juli 2013, folgendes angekündigt:

Vor der Nordkoreanischen Botschaft (Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin) werden am Donnerstag, den 4. Juli 2013, IGFM-Mitglieder und -Unterstützer mit einem Infostand auf die andauernden Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea aufmerksam machen und ihre Solidarität mit Opfern eben solcher Gewalt zum Ausdruck bringen.

Wissen ist Macht – Eine aktive Öffentlichkeit ist der größte Feind menschenrechtsverachtender Regimes.  Deshalb verteilt die IGFM von 13.30 bis 14.30 Uhr Flugblätter, Infomaterial und sammelt Unterschriften gegen diese tagtäglichen Menschenrechtsverletzungen.

(Quelle: „IGfM“ vom 01. Juli 2013)

Advertisements

2 Gedanken zu “Nordkorea/Deutschland: IGfM startet Awareness-Kampagne

  1. Morgen, am 04. Juli 2013 um 13:30 Uhr, gibt es zusammen mit der IGFM und der Mahnwache vor der Botschaft Nordkoreas in Berlin Glinkastrasse eine gemeinsame Kampagne.

    • Danke nochmal für den Hinweis ! 🙂 Hatte kurz auf den Termin in Berlin schon im Text hingewiesen ! Ist immer schön, wenn hier in der Stadt eine gute Initiative passiert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s