China: Kirche in der „Inneren Mongolei“ gewaltsam geschlossen

Wie erst jetzt bekannt wurde, haben chinesische Behörden m 28. April 2013 die „Zuoqui“-Gospel-Gemeinde im gleichnamigen Ort Zuoqui, Innere Mongolei, geschlossen. Bei einer Razzia auf den Gottesdienst kam es nach Angaben von „china aid“ zu schrecklichen Szenen.

China

China

Polizeikräfte in „Anti-Tumult“-Uniformen (üblicherweise Helme, kugelsichere Westen, Kunststoff-Schilde und Schlagstöcke) stürmten gegen 08 Uhr morgens den Gottesdienst zwar ohne gültige, richterliche Anordnung dafür aber mit der klaren Absicht, dieser Kirchengemeinde den Gar aus zu machen. Denn seit diesen Ereignissen ist den Gläubigen jeglicher Zutritt zu ihrem Versammlungsraum untersagt und sie werden permanent unter Druck gesetzt. Während der Razzia durch 60 schwerbewaffnete Polizisten soll es zu abscheulichen Szenen gekommen sein. Ältere Gemeindemitglieder sollen Schwächeanfälle bekommen haben, während die Polizei jeden, der sie stützen und ihnen zu Hilfe kommen wollte, verprügelt und weggezerrt haben soll. Tränengas soll zum Einsatz gekommen sein, wodurch mehrere Gläubige Erstickungsanfälle bekommen hätten und vor Übelkeit sich ebenso übergeben hätten, so heisst es weiter bei „china aid“.

Während der Razzia wurden, wie bei vergleichbaren Überfällen üblich, Besitztümer der Gemeinde „konfisziert“ (hüstel, die sehen das Zeug nie wieder, wie die Erfahrung zeigt…), Ritualgegenstände beschädigt und zerstört und Gemeindeleiter körperlich angegangen. Auch den Kirchgängern wurden Gegenstände aus den Handtaschen geraubt. Vor allem auf Bibeln und Gesangbücher schienen es die staatlich bezahlten Missetäter abgesehen zu haben. Das Namensschild der Kirche wurde vor den Augen der Gemeinde aus der Wand gerissen und zerstört, die Anwesenden beschimpft und bedroht. Dinge wie „Wir hätten mit einem Bulldozer kommen sollen, um euch und die Kirche platt zu machen !“ gehörten wohl noch zum Harmlosesten, was da den Mündern der Schergen des kommunistischen Regimes entfleuchte.

Einige Gemeindeältesten wurden im Anschluss auf eine Polizeistation verschleppt, wo ihnen Dokumente zur Unterzeichnung vorgelegt wurden. Vermutlich handelte es sich dabei um vorbereitete Geständnisse diverser Verstöße gegen die „öffentliche Ordnung“. Den Gemeindechor zerrte man vor einen Beamten der „Arbeitsfront“, der den verschüchterten Sängern in drastischer Sprache klarmachte, dass sie sich nicht in größeren Zahlen versammeln dürften, außer sie wären Mitglieder einer „drei-Selbst-Kirche“ (staatlich registrierte/kastrierte/kontrollierte, evangelische Pseudokirchen, wo nicht das volle Evangelium gepredigt werden kann).  Im Falle weiteren Zuwiderhandelns würde die Verfolgung weitergehen. Ebenfalls wurde ihnen erklärt, sie hätten an einer „illegalen Versammlung“ teilgenommen. Bei Wiederholung würde man sie nachts abholen kommen. Also: Alltag in der Volksrepublik China.

Vor kurzem las ich mal einen Artikel, in dem mir eine sonst seriöse, christliche Hilfsorganisation klarmachen wollte, dass die aktive, brutale Repression gegen Chinas unabhängige Hauskirchen nachgelassen hätte. Ich verlinke den Beitrag hier nicht, weil ich ihn vor Blödsinn halte und meinen Lesern keinen Mist für ihre wertvolle Zeit andrehen will. Angesichts von Nachrichten wie der von dieser hier angesprochenen Razzia scheinen mir voreilige Entwarnungen bezüglich aktiver, bösartiger Verfolgung im ehemaligen „Reich der Mitte“ nämlich nicht angebracht zu sein.

(Quelle: „china aid“ vom 24. Juni 2013)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s