China: Hauskirche in der Inneren Mongolei erstürmt

In den letzten Wochen und Monaten wird uns unabhängigen Beobachtern der weltweiten Christenverfolgung gerne Sand in die Augen gestreut, was die Lage in China angeht. Selbst sonst seriöse Hilfsorganisationen publizieren vielfältige Artike darüber, wie sehr sich die Lage der Christenheit doch verbessert habe. Ich persönlich lese diese Dinge mit der gebotenen Skepsis, denn Nachrichten wie die, die nun aus der Inneren Mongolei kommt, relativieren viel von der süßlichen Brühe, die den klaren Blick verschleiern soll.

China

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Nun, es mag wahr sein, dass die staatlich registrierten, chinesischen Kirchen mittlerweile so mit Spitzeln durchsetzt und „gezähmt“ sind, dass man die Leine ein wenig lockerer lässt. Die registrierten Kirchen kann ich aber als Kirchen als solche nicht ernstnehmen, da das freie Verkündigen des vollen Evangeliums dort nicht möglich ist. Aber eine kastrierte Kirche ist eigentlich gar keine, sorry, wenn das etwas harsch klingt. Die wahren Christen treffen sich in China in den Hauskirchen, die sich der staatlichen Kontrolle mehr oder minder geschickt zu entziehen versuchen.

In der Inneren Mongolei wurde am 28. April 2013 in der Stadt Alashan die Versammlung einer Hauskirchen-Gemeinde von über 30 Polizisten gestürmt. Unter Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken wurde die Versammlung auseinandergetrieben und die Gemeinde offiziell für geschlossen erklärt. Die Papiere der Anwesenden wurden überprüft und 10 Gemeinde-Diener wurden einer Befragung unterzogen. Vier von ihnen wurden mit unbekanntem Ziel verschleppt. Über 40 Gemeindemitglieder hatten sich in der Folge zwangsweise einem durch das „Büro für religöse Angelegenheiten“ durchgeführten Kursus über „das Rechtssystem“ ihrer Region zu unterziehen. Gerüchten zufolge war dieser Zugriff erfolgt, nachdem sich die Zahlen der Gemeindemitglieder in letzter Zeit deutlich erhöht hatten.

Die hohe Nervosität der kommunistischen Behörden mag u. a. auch dadurch begründet sein, dass sich hartnäckig Gerüchte halten, es gäbe mittlerweile in China mehr Christen, als Mitglieder der kommunistischen Partei. Was das langfristig für das zwischen Raubtierkapitalismus und Korruption einerseits und strenger KP-Diktatur andererseits gespaltene Land bedeuten wird, muss die Zukunft zeigen.

(Quelle: „china aid“ vom 27. Mai 2013)

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