China: Pastor Gong Shengliang dem Tode nah ?

Wir alle wissen es: die chinesischen Hauskirchen, welche sich nicht den staatlich registrierten (und damit in ihrer Lehre kastrierten sowie kontrollierbaren) Kirchenverbänden Chinas anschließen wollen, um Christus wirklich folgen zu können, werden im ehemaligen „Reich der Mitte“ verfolgt. Oftmals mit brutalen Methoden, oftmals auch mit scheinbar „legalen“ Mitteln.

Gong-PastorIm Jahre 2001 beschlossen die Behörden der Volksrepublik China, gegen das Netzwerk der ca. 50.000 Mitglieder starken „South China Church“ (SCC) vorzugehen. Die SCC ist (war ?) ein Netz von evangelikalen, missionarischen Hauskirchen, in welchem Pastor Gong Shengliang als Mitbegründer eine wichtige Position einnahm. Die chinesische Regierung beschloss 2001 nun, dass sie die Kirchen der SCC als „bösartigen Kult“ betrachten und sie auf dieser Grundlage anklagen und schließen wollte.

Im Rahmen der staatlichen Repressionen gegen die SCC wurde auch Pastor Gong 2001 verhaftet und wegen „Gebrauchs eines bösartigen Kultes zum Unterminieren der Strafverfolgung“ (???) angeklagt. Allein der Gebrauch solcher „Schwammformulierungen“, wie sie autoritäre und diktatorische Regime immer gerne konstruieren, um vermeintliche „Staatsfeinde“ scheinbar legal beseitigen zu können (erinnern wir uns an die „staatsfeindliche Hetze“ oder ähnlichen Quark, den das DDR-Regime erfand, um unliebsame Querulanten mundtot zu machen) spricht schon dafür, dass es sich um eine Willkürmaßnahme handelte. Der Pastor wurde erwartungsgemäß denn auch zum Tode verurteilt und nur aufgrund von internationalem Druck auf die chinesische Regierung letztlich nicht hingerichtet.

Jedoch machte man ihm 2002 einen neuen Prozess, diesmal wegen angeblichen Vergewaltigungen von Gemeindemitgliedern. Es sagten dabei einige ehemalige Schwestern aus der Gemeinde aus und belasteten den Gottesmann dabei schwer. Ein später in die USA geflohenes, ehemaliges Mitglied der SCC, Liu Xianzhi, gab aber an, dass diese Zeugenaussagen vermutlich unter Drohungen und Folter erzwungen wurden. Was aber blieb war eine weitere, lebenslange Haftstrafe für Gong Shengliang. Schon 2003 gab es erste Gerüchte, dass der Gottesmann im Gefängnis weiter gefoltert, geschlagen und misshandelt wurde. So wird ihm medizinische Versorgung weitgehend verwehrt. Ein beliebtes Mittel, um „unliebsame“ Gefangene stillschweigend zu beseitigen. Der Iran versucht gerüchteweise gerade das Selbe mit Pastor Behnam Irani.

Vor wenigen Wochen nun erreichte ein Schreiben der Tochter Pastor Gong Shengliangs, Gong Huali, welches sie an den neuen, chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping gerichtet hatte, auch die in den USA ansässige Hilfsorganisation „China Ministries“. Das sehr respektvoll gehaltene Schreiben von Gong Huali kann auf deren Website (in Englisch) nachgelesen werden. Jedoch verzichtet sie trotz aller Höflichkeit nicht darauf, das Schicksal ihres Vaters in klaren, eindeutigen Worten zu schildern. Sie schreibt unmissverständlich, dass ihr Vater aufgrund seines Glaubens inhaftiert wurde (und eben nicht wegen irgendwelcher erfundenen Anklagepunkte) und im Gefängnis gefoltert werde. Ebenso schildert sie die gesundheitlichen Probleme, unter denen ihr Vater derzeit leidet. Rheumatische Störungen sowie Magen-Darm-Infekte gehören wohl dazu, was angesichts ausbleibender, medizinischer Versorgung und bei schwerer, körperlicher Arbeit zu einer Auszehrung des Körpers von Pastor Gong geführt habe. Im Jahre 2012 habe er zudem einen Schlaganfall erlitten, der ihn die Sprachfähigkeit und die Fähigkeit zu gehen, gekostet habe. Man erinnere sich, dass Gefängnisse in China oftmals weniger Erholungsheime mit kleinen Zäunchen darum sind wie hierzulande, sondern eher Arbeitslager, die wir aus unseliger Vergangenheit kennen. Nun sei ein Punkt erreicht, an dem Pastor Gongs Gesundheit so schwer angeschlagen sei, dass mit seinem Ableben gerechnet werden könne, schreibt Gong Huali.

Sie appelliert nun, nachdem sie unzählige Male um Entlassung ihres Vaters aus dem Gefängnis auf Kautionsbasis gebeten habe, an den Staatspräsidenten, die örtlichen, unnachgiebigen Behörden zu überstimmen und eine medizinischer Versorgung Gong Shengliangs zu ermöglichen. Sie fürchte sonst um sein Leben.

(Quelle: „godreports“ vom 24. Mai 2013)

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