Quo vadis, Europa ? Bericht aus Wien…

Wir alle „wissen“ es ja: in Europa herrscht Religionsfreiheit und uneingeschränkte Freiheit des Kultus, oder ? Nein, es herrscht keine Verfolgung für Christen, nicht einmal für diejenigen, die nicht nur „Karteileichen“ diverser Kirchenbünde und Namenschristen per Taufe sind, sondern ihren Glauben auch aktiv und „unzeitgemäß“ leben wollen.

eu-flaggeIst deshalb alles in Ordnung ? Wenn man dem „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen und Diskriminierung von Christen“ folgen will, dann ist das nicht der Fall. Dieses NGO befasst sich regelmässig mit der Lage innerhalb der EU und in potentiellen Beitrittskandidaten. In ihrem jüngst erschienenen Bericht für das Jahr 2012 führt das in Wien ansässige, unabhängige Archiv diverse Fälle von Gesetzgebungen innerhalb der EU auf, die für Christen schwierig sein könnten. Ebenso werden konkrete Fälle von Zurücksetzung und Diskriminierung von Christen aufgelistet.

Das Dokumentationsarchiv listet in seinem Bericht 41 Fälle problematischer Gesetzgebung auf und 169 Fälle von Diskriminierung. Auf oft gehörte Kritik an der Arbeit des in den Grundrechte-Plattformen der EU vernetzten Organisation sagt deren Vorsitzende, Gudrun Kugler:

Manchmal werde ich gefragt: wie kann man denn eine Mehrheit der Gesellschaft diskriminieren? Nun, es geht hier nicht um den gesellschaftlichen Mainstream, also um diejenigen, die nur dem Namen nach Christen sind. Betroffen sind jene Menschen, die versuchen nach den hohen ethischen Grundsätzen des Christentums zu leben. Und diese sind nicht in der Mehrheit. Und selbst wenn sie es wären: In der Geschichte hat allzu oft eine dominierende Minderheit eine marginalisierte Mehrheit diskriminiert.

Der 69-seitige Bericht für 2012 ist in zwei Teile gegliedert: Erstens der Teil über die rechtlichen Einschränkungen, denen Christen in Europa ausgesetzt sind, und zweitens die deutlichsten Fälle von Intoleranz und Diskriminierung im Jahr 2012. Grundlage des Gutachtens im ersten Teil des Berichts ist eine Expertenbefragung des Dokumentationsarchivs, die 2012 in über 30 Ländern durchgeführt wurde. Ihre Ergebnisse bringt das Archiv in diverse OSZE-Foren ein und stellt sie Politikern zur Verfügung. Ebenso kann der Bericht auch hier:

http://www.intoleranceagainstchristians.eu/publications/legal-restrictions-affecting-christians-report-2012.html

als PDF-Datei geladen werden.

Im Namen von „Antidiskriminierungs“-Gesetzgebung und Gleichstellungbemühungen für diverse, soziale Gruppen wird oftmals schon das Formulieren eines bibelorientierten Standpunktes in der Öffentlichkeit als „Hassrede“ oder „rassistisch“ verurteilt und in manchen Ländern Europas strafrechtlich verfolgt. Einschränkungen der Elternrechte und des Versammlungsrechts sieht das Archiv dabei u. a. auch in Deutschland als gegeben an.

Das Dokumentationsarchiv empfiehlt den politischen Entscheidungsträgern eine „reasonable accommodation“, also das vernünftige Entgegenkommen und Miteinbeziehen von Religion in die Gesetzgebung. Insbesondere dann, wenn gläubige Menschen und der Mainstream, dem Religion eher unangenehm ist, miteinander im Konflikt stehen. Regierungen sollen außerdem in ihren spezifischen Berichten auch auf das Phänomen der Intoleranz gegen Christen achten und eigene Statistiken dazu anlegen.

(Quelle: „zenit.org“ vom 23. Mai 2012)

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4 Gedanken zu “Quo vadis, Europa ? Bericht aus Wien…

  1. Ich werde heute keinen Kommentar zum obigen Artikel geben. Und doch hat die Predigt des Papstes mit diesem Thema zu tun. Warum werden Christen verfolgt? Wir können auch fragen:
    Warum wird die Luft für Christen zunehmend auch in Europa rauer?

    Mit Erlaubnis des werten Blogbetreibers stelle ich diese Predigt einmal ein:
    01 Juni 2013, 12:30
    Das Ärgernis der Menschwerdung

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    Franziskus-Perle des Tages: Wer leugnet, dass das Wort im Fleisch gekommen ist, gehört zum Antichrist, er ist der Antichrist. Die Menschwerdung ist das Ärgernis, das zur Verfolgung führt, weil sie das Werk des Teufels zerstört. Von Armin Schwibach

    Rom (kath.net/as) Die Kirche ist keine Kulturorganisation, sondern die Familie Jesu. Die Christen müssen sich nicht schämen, das Ärgernis des Kreuzes zu leben. Sie dürfen nicht dem Geist der Welt in die Falle gehen. Dies bekräftigte Papst Franziskus in seiner Predigt zur heiligen Messe am heutigen Samstag der achten Woche im Jahreskreis, Festtag des Märtyrers Justin, in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“. Beim Gottesdienst konzelebrierte der Erzbischof von Havanna, Jaime Lucas Ortega y Alamino. Es nahm eine Gruppe von „Gentiluomini di Sua Santità” (Edelleute seiner Heiligkeit) teil.

    „Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun?“ Der Papst ging in seiner Predigt von dieser Frage aus, die die Schriftgelehrten und Hohenpriester im heutigen Evangelium (Mk 11,27-33) an Jesus richten. Erneut „wollen sie dem Herrn eine Falle stellen, indem sie versuchen, ihn in die Ecke zu drängen und einen Fehler begehen zu lassen“. Was aber „war das Problem, das diese Leute mit Jesus hatten? Waren es vielleicht die Wunder, die er wirkte? Nein, das ist es nicht“.

    In Wirklichkeit habe das Problem, das diese Leute verärgerte, darin bestanden, dass die Dämonen Jesus entgegenschrien: ‚Du bist der Sohn Gottes, du bist der Heilige’“. Das „ist der Mittelpunkt, das war der Ärger, den Jesus erregte: Er ist Gott, der Mensch geworden ist“.

    Auch uns, so Franziskus weiter, würden im Leben Fallen gestellt werden. Was aber an der Kirche Ärger erregt, sei das Geheimnis der Fleischwerdung des Wortes. Und „das wird nicht toleriert, das toleriert der Teufel nicht“:

    „Wie oft hört man sagen: ‚Ach, ihr Christen, seid doch ein bisschen normaler, wie die anderen, vernünftig halt!’. Das ist eine Rede wie von Schlangenbeschwörern, genau so: ‚Nun seid doch so, nicht? Ein wenig normaler, seid doch nicht so unnachgiebig…’. Doch hinter solchen Worten steht: ‚Nun, jetzt kommt mal nicht mit solchen Geschichten, dass Gott Mensch geworden ist!’ Die Menschwerdung des Wortes, das ist der Skandal, das Ärgernis, das dahinter steht! Wir können alle möglichen sozialen Werke tun, und sie werden sagen: „Ach, wie gut ist die Kirche doch, welch gutes soziales Werk tut doch die Kirche’. Wenn wir aber sagen, dass wir das tun, weil jene Menschen das Fleisch Christi sind, dann kommt es zum Ärgernis. Und DAS ist die Wahrheit, DAS ist die Offenbarung Jesu: jene Gegenwart des Mensch gewordenen Jesus“.

    „Das ist der Punkt“, hob Franziskus hervor: „Immer wird die Versuchung gegeben sein, Gutes zu tun ohne das Ärgernis des fleischgewordenen Wortes, ohne das Ärgernis des Kreuzes“. Dagegen sei es notwendig, „kohärent in diesem Ärgernis zu sein, mit dieser Wirklichkeit, die Ärgernis erregt, mit der Kohärenz des Glaubens“.

    Der Papst rief in Erinnerung, was der Apostel Johannes sagt (vgl. 1 Joh 4,2-3): „Jene, die leugnen, dass das Wort im Fleisch gekommen ist, gehören zum Antichrist, sie sind der Antichrist“. Demgegenüber seien allein jene aus dem Heiligen Geist, die sagen, dass das Wort Fleisch geworden ist. Allen Christen tue es gut zu denken: „Die Kirche ist keine kulturelle, auch religiöse, auch soziale Organisation“:

    „Die Kirche ist die Familie Jesu. Die Kirche bekennt, dass Jesus der Fleisch gewordene Sohn Gottes ist: das ist das Ärgernis, der Skandal, und deswegen verfolgten sie Jesus. Und am Ende sagt der Hohepriester das, was Jesus diesen Leuten nicht sagen wollte – ‚mit welchem Recht tust du das alles?’: ‚Jetzt sag doch endlich: bist du der Sohn Gottes? – ‚Ja’. Zum Tod verurteilt, aus diesem Grund. Das ist der Mittelpunkt der Verfolgung. Wenn wir vernünftige Christen werden, soziale Christen, nur Wohlfahrtschristen – was wird die Folge sein? Dass wir nie Märtyrer haben werden: das wird die Folge sein“.

    Wenn wir Christen dagegen diese Wahrheit sagen, dass „der Sohn Gottes gekommen ist und Mensch geworden ist“, wenn wir, so der Papst abschließend, „das Ärgernis des Kreuzes verkündigen, dann werden die Verfolgungen kommen, dann wird das Kreuz kommen“ – und das „wird gut sein, so ist unser Leben“:

    „Bitten wir den Herrn, uns nicht zu schämen, mit diesem Ärgernis des Kreuzes zu leben. Und auch um die Weisheit: bitten wir um die Weisheit, dass wir dem Geist der Welt nicht in die Falle gehen, jenem Geist, der uns immer wohlerzogene, zivile, gute Vorschläge macht, hinter denen jedoch gerade die Verleugnung der Tatsache steht, dass das Wort Fleisch geworden ist, die Verleugnung der Menschwerdung Christi. Die Menschwerdung, die am Ende das ist, was bei denen, die Jesus verfolgen, Ärgernis hervorruft, die das Werk des Teufels zerstört. Amen“.

    Ende der Predigt.
    Ist das wirklich so? Ja, denn der Koran hasst alle Christen, die an die Gottessohnschaft Jesu glauben. Er hasst alle Dreifaltigkeitschristen. Das ist die Ursache der Verfolgung. Während der Gott des Islams die Christen, z. B. die Ebioniter, die die Gottessohnschaft Jesu leugneten, wohlwollend ansah und auch ihnen den islamischen Himmel zusagte, betrachtete er die Dreifaligkeitschristen zusammen mit den Juden als die abschleulichsten oder schlechtesten Geschöpfe der Welt. Die Dreifaltigkeitschristen betrachtet er als Götzendiener, die der Hölle anheimfallen werden.

    Was halten die Leser von dieser Predigt?

    • Ja, der neue Papst. Noch immer schwanke ich bei den Dingen, die ich über und vor allem VON ihm gelesen habe, zwischen respektvoller Anerkennung und verzweifeltem Kopfschütteln. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem ich zumindest aufgrund seiner großen intellektuellen Überzeugungskraft oftmals meinen Respekt nicht verweigern konnte und wollte, irritiert mich dieser „Franziskus“ durch teils unheimlich dümmlich-naive (und damit in unseren Zeiten durchaus sehr gefährliche) Aussagen, die er dann am nächsten Tage mit treffend-biblischen und messerscharf durchdachten Formulierungen wieder konterkariert. Ist nur meine persönliche Beobachtung, das kann ja jeder sehen, wie er will. Immerhin gibt es wohl weiterhin gute Signale von ihm in Richtung der Orthodoxie der „Ostkirchen“. Das Treffen mit dem neuen, koptischen Papst Tawadros II. vor einigen Wochen deutet ja in diese Richtung. Das wiederum ist überfällig und sollte flott so weitergehen.

      • Werter Stefanius 1:
        Ich denke, wir müssen da abwarten. Zumindest scheint er noch nicht mit dem Zeitgeist zu schwimmen. Ich hoffe, dass es so bleibt.

      • Ich stimme zu. Er legt sich weder auf den Zeitgeist, noch auf dessen offene Konfrontation fest und genau das irritiert mich und lässt mich, da ich die Menschen kenne und ihnen nicht traue, mehr zweifeln als hoffen. Na, eigentlich ist der Papst ja kein Thema für mich, ich sehe ihn und sein Amt mehr „aus dem Augenwinkel“, wie ich zugebe und maße mir letztlich auch gar keine Ahnung zu.

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