Indien: Gerechtigkeit nach 14 Jahren ?

Vor nunmehr vierzehn Jahren wurde der Missionar Graham Staines zusammen mit seinen beiden minderjährigen Söhnen im indischen Bundesstaat Orissa ermordet. Während sie in ihrem Auto schliefen, wurde das Fahrzeug angezündet und jeder Ausbruchsversuch durch die Täter verhindert. Die Opfer verbrannten.

Karte von Indien

Indien

Dies alles geschah 1999 und die Brutalität des Überfalls, dem keinerlei „Raub-“ oder andere Absichten zugrundelagen machte damals weltweit Schlagzeilen. Die Nachfolge Christi erschafft tatsächlich noch immer Märtyrer, denn es fällt schwer, den Tätern andere, als christenfeindliche Motive nachzuweisen. Am Montag, den 20. Mai 2013 wurde nun von der indischen Bundespolizei CBI bekanntgegeben, dass zwei dringend Tatverdächtige inzwischen verhaftet wurden. Ghanashyam Mohant, 35, und Ranjan Mohant, 38, aus den Orten Gayalmunda bzw. Bhalughera im Keonjhar-Distrikt, sind mittlerweile in Untersuchungshaft. Nach einem dritten vermutlichen Mittäter werde weiter gefahndet. Da muss man wohl sagen: besser spät, als nie.

Die Verdächtigen werden mit dem Mord an dem australischen Missionar Graham Staines und seinen Söhnen Philip (10) und Timothy (6) vom 22. Januar 1999 in Verbindung gebracht, welcher im Ort Manohapur vor dem dortigen Bahnhof stattfand. Fanatische Hindus hatten auch damals schon diversen, christlichen Missionaren „Zwangskonversionen“ von verarmten Bürgern vorgeworfen. Ein Vorwurf, der sich nicht nur durch Indien zieht, sondern der auch anderenorts gegen Pastoren, karitativ tätige Gläubige und Missionare erhoben wird. So ziemlich immer zu Unrecht. Das schlechte Gewissen der „Mehrheitsgesellschaften“, die sich nicht um die Nöte ihrer eigenen Landsleute kümmern, braucht immer wieder ein Ventil. Dies sind oftmals Mitarbeiter karitativer, christlicher Werke, die dahin gehen, wohin sich kein Angehöriger „höherer Kasten“ (ich weiss, offiziell gibt es das Kastenwesen in Indien nicht mehr, aber sagen Sie das mal den Fanatikern der „Bajrang Dal“ o. ä.) jemals hinwagen würde und den Menschen konkrete Hilfe anbieten. Dies erinnert Menschen in Pakistan, Indien, „Kaschmir“, Bangladesch und anderenorts oftmals an ihre eigenen Versäumnisse und anstatt nun die Christen an Güte und Großzügigkeit zu übertreffen, werden diese oftmals mit ungerechtfertigten Klagen wegen „Zwangskonversionen“, „illegalem Abhalten von religiösen Zeremonien“, „fehlenden Baugenehmigungen“ für Kirchen (besonders gerne in Indonesien benutzt) etc. mundtot gemacht. Manchmal eben auch „ganz tot gemacht“, wie Graham Staines.

Die Witwe Staines, Gladys, sagt in jedem Falle, sie hätte den Tätern bereits jetzt vergeben und sie empfinde keine Bitterkeit mehr ihnen gegenüber. Eine große und bedeutende Geste. Auch nach 1999 kam es im Bundesstaat Orissa immer wieder zu Ausschreitungen gegen Christen, die schließlich 2008 in den Massakern und Vertreibungen ganzer, christlicher Dorfgemeinschaften gipfelten. Erst kürzlich wieder wurde die Klage über eine nachlässige Strafverfolgung möglicher Täter laut.

(Quelle: „worthy news“ vom 21. Mai 2013)

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