Deutschland: „Wir dürfen hier nicht rein !“ für Islam-Konvertiten bei der EKD

Ich habe im persönlichen Gespräch und auch in diesem Blog direkt und indirekt schon mehrfach darüber berichtet, dass die evangelischen Kirchen, speziell die Amtskirche EKD, keine nennenswerten Programme zur Mission von Muslimen (oder Juden, oder anderen, religiös „festgelegten“ Menschen) hat. Dass ihre Bemühungen um die Atheisten und „kirchenfernen“ indifferenten Zeitgenossen auch nicht besonders bedeutsam oder erfolgreich sind, sei an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber ebenfalls erwähnt.

Das Feld der „inneren Mission“ hat die EKD schon seit Jahrzehnten weitgehend den Freikirchen überlassen, die sich vor allem aus Spenden ihrer Mitglieder finanzieren. Ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang aus staatlich eingezogenen „Kirchensteuern“ und einer Nachlässigkeit beim Seelenretten vermutet ! 🙂
Zumindest in meiner Region ist diese Korrelation zu beobachten und scheint auch nicht zufällig zu sein. Hinter dem Unwillen, Menschenseelen zu erretten, steht unausgesprochen (und leider auch viel zu oft ausgesprochen) die Philosophie, dass jeder, der heutzutage überhaupt noch an irgendetwas Transzendentes, Immaterielles glaubt, gleichwertig sei und sicher von Gott gerettet werden wird. Ein langjähriges Mitglied der EKD im Bereich Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) und ehemaliges Gemeindekirchenratsmitglied formulierte mir gegenüber vor einigen Jahren wortwörtlich einmal so: „Jeder, der viel Gutes tut, kommt doch in den Himmel. Ich kann mir keinen Gott vorstellen, der es anders handhabt.“

Mal ganz abgesehen davon, dass dies dem Missionsbefehl Christi aus Matthäus 28 damit den Boden unter den Füssen wegzieht, kann ich auch sonst in der Bibel keinen Auftrag finden, die Menschen mit dem Evangelium „in Ruhe zu lassen“.

Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
(Mt. 28, 19-20, Luther 1984)
Stattdessen lese ich hier etwas von „taufet“ und „lehret“ und „alle Völker“. Klare Ansagen. Klare Aufträge. Nun, ich bin kein wirklich versierter Theologe. Schon gar kein studierter oder gar tief in die Mysterien des Wortes Gottes eingetauchter Fachmann. Aber wenn ich schon die Widersprüche in der Zögerlichkeit und dem Unwillen zur Binnenmission und dem Wort Gottes erkennen kann, dann müssten unsere Hirten dazu doch noch viel schneller in der Lage sein und auch Abhilfe schaffen können.
Nun, dieser Unwille scheint auch im klammheimlichen Ablehnen der Einzigartigkeit der Botschaft des Herrn Jesus Christus begründet zu sein. Wer seinen eigenen Glauben, den er (oder sie, keine Diskriminierung beabsichtigt) nicht mehr für einzigartig, „richtig“ und „errettend“ ansieht,  jeden Sonntag von der Kanzel herab verkündigen muss, hat genug wohl Probleme und wohl wenig Lust, diesen beliebigen „Allerweltsglauben“ auch noch aktiv zu verbreiten.
In diversen Freikirchen hat man diese Probleme zumeist nicht. Schon aus Gründen des „Gemeindewachstums“ und der Erhöhung der Einnahmen durch den biblisch gebotenen „Zehnten“ und diverse Spenden sind diese Kirchen auf eine massive Evangelisierung angewiesen. Nicht immer zu ihrem Nachteil, wie ich aus eigener Anschauung berichten könnte. Aber diese ganze „Einführung“, die mir zugegebenermaßen etwas lang geraten ist, soll nur zu dem Punkte hinführen, wo ich noch einmal erwähne, dass das Missionieren von Muslimen ein besonderes Tabu in der EKD darstellt. Man will den „gesellschaftlichen Frieden“ und die „interreligiösen Dialoge“ nicht mit so etwas „Banalem“ wie Seelenrettung torpedieren. Dass der gesellschaftliche Frieden anderenfalls nicht durch „die-andere-Wange-Hinhalter“ in Gefahr geriete, sei hier ebenfalls nur am Rande erwähnt. Es geht sogar soweit, dass die Bemühungen von den wenigen Kirchenleuten, die tatsächlich öfter Ex-Muslime (egal ob aus dem Iran oder aus anderen Ländern) taufen von den Kirchenoberen ungern gesehen, boykottiert und um keinen Preis der Welt unterstützt werden. Die Berliner Diakonisse Rosemarie Götz vom „Haus Gotteshilfe“ z. Bsp. bemerkte dies bereits vor einiger Zeit in verschiedenen Interviews.
«Präzise Daten (zu Konversionen, Anm. d. Autoren) lassen sich deshalb nicht ermitteln, weil die Landeskirchen und auch die katholische Kirche sie nicht bekanntgeben; sie befürchten, durch Mission den interreligiösen Dialog mit dem Islam zu stören», fuhr Schirrmacher fort.Dazu passt die Aussage der Diakonisse Rosemarie Götz in Berlin, dass sie von der Pfarrerin der evangelischen Ortsgemeinde und auch der Superintendentin gemieden werde. «Die Pfarrerin hat uns noch nicht ein einziges Mal besucht.»
(aus oben verlinktem Artikel)
Vor allem aber in der Exil-Iranischen Community in Deutschland hat Gott doch große Wunder getan. Sorry, aber anders mag ich die Erweckung unter den Iranern in Deutschland, die von guten und zumeist sympathischen Nachbarn zu Geschwistern im Herrn geworden sind, nicht beschreiben. Anlässlich diverser Protestkundgebungen zu Gunsten von im Iran inhaftierten, christlichen Geistlichen wie Behnam Irani u. a. konnte ich mich persönlich davon überzeugen, wie der gute Geist des Herrn, der Heilige Geist, Menschen aus der Finsternis der schiitischen Mullah-Diktatur über die freie Glaubenswahl, die ihnen in der alten Heimat verwehrt ist, in die Freiheit der Nachfolge Christi führte. In Berlin gibt es mehr als eine (Frei-)Kirchengemeinde, in der sich iranisch-stämmige Hauskreise gebildet haben, Iraner getauft und getraut werden und von denen sich die „Gute Nachricht“ her verbreitet in der Gemeinschaft der Exil-Iraner ingesamt.
Im Rahmen einer Menschenrechts-Kundgebung im vergangenen Jahr durfte ich auch selbst die iranischstämmige Frankfurter Pastorin Mahin Mousapour persönlich kennenlernen und über einer Tasse Kaffee ein kurzes, aber intensives Gespräch mit ihr führen. Jetzt erfährt die Öffentlichkeit, dass in der Landeskirche von Hessen-Nassau offensichtlich für Frau Mousapour und ihre oft ebenfalls exiliranischen Gemeindemitglieder kein Raum zu sein scheint. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Mahin Mousapour

Mahin Mousapour

Nun, auch für Maria und Joseph fand sich einstmals kein Raum in der „Herberge“. Deshalb hoffe und glaube ich, dass auch alle iranischen Geschwister hierzulande einen Ort finden können, an dem sie Christus nachfolgen werden, wie sie es für richtig halten. Die EKD, zumindest in Hessen, sieht dies wohl anders, wenn man einem (natürlich nicht ganz von Schadenfreude freien, sorry, ist halt wahr) Bericht des üblicherweise gut informierten, katholischen Internet-Portals „kath.net“ glauben dürfen:

Ehemalige Muslime, die zum Christentum übergetreten sind, stoßen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf Ablehnung. Diesen Vorwurf erhebt die aus dem Iran stammende evangelische Pastorin Mahin Mousapour (Frankfurt am Main). Wie sie in einem Bericht zu dem von der EKD ausgerufenen „Jahr der Toleranz“ schreibt, habe sie „Unverständnis und Ablehnung“ erlebt, als sie in der Mainmetropole für ihre 1996 gegründete Gemeinde „Neuer Bund“ geeignete Räume gesucht habe.

Frau Mousapour, ich erinnere mich gut, ist  eine sehr ausgeglichene, in sich ruhende Person, deren Freude über die Errettung in Christus, aber auch deren Ernsthaftigkeit in der Nachfolge des Herrn in jedem ihrer Worte und jeder Geste zum Ausdruck kommt. Solche Dinge, wie die oben zitierten würde sie niemals voreilig oder leichtfertig in den „öffentlichen“ Raum stellen, dessen bin ich sicher und deshalb gebe ich diese Aussagen hier im Blog weiter, auch wenn das Thema der „Christenverfolgung“ sozusagen „nur“ den Hintergrund der Flucht vieler Exil-Iraner darstellt, die dann in Deutschland ankommen.
Voller Freude habe sie ihrem kirchlichen Gesprächspartner berichtet, dass Jesus Christus vielen Muslimen durch Heilungen, Wunder und Träume begegne und sie dann Christen würden. Doch ihr sei daraufhin in dem Gespräch unterstellt worden, Muslime zum christlichen Glauben zu zwingen. Zudem habe man ihr zu verstehen gegeben, dass Gott Gott sei – unabhängig von der jeweiligen Religion. Ein Raum sei ihr nicht zur Verfügung gestellt worden.
Ja, das „Gott = Allah“ – Gesabbel in der EKD ist mir nur zu bekannt. Offen gestanden kommt mir sobald ich das höre  immer meine letzte Mahlzeit am falschen Ende wieder heraus, aber die Tatsache, dass dieser Unsinn schon seit 2006 gepredigt wird, lässt mir kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen. Frau Mousapour als „Zwangs-Evangelisiererin“, sozusagen mit „vorgehaltener Waffe“, darzustellen ist natürlich absolut absurd. Aber bekanntlich können die „engsten“ Geschwister, in diesem Falle die der Hessischen EKD, wohl die bösesten Wunden schlagen und die übelsten Verleumdungen über andere Christen glauben und verbreiten. Eine Situation, die mir ebenfalls nicht unbekannt ist, bitte glauben Sie mir zumindest dies, liebe Leser.
Der Frankfurter „Ökumene“-Pfarrer der EKD, Pastor Dietmar Will, der im Jahre 2006 dieses Gespräch mit ihr führte, äußert sich heute folgendermaßen:
Zudem habe er wissen wollen, um was für eine Gemeinde es sich handele und ob sie Kontakte zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen habe. Denn die hessen-nassauische Kirche wolle und könne nicht jeder sich kirchlich gebenden Gruppe helfen. Es stimme allerdings, dass er das von Mousapour vorgetragene Missionskonzept nicht teile. Er befürworte stattdessen die „Missio Dei“ (Mission Gottes). Danach sei Mission keine Veranstaltung der Kirche, sondern sie unterstelle sich der Zuwendung Gottes zur Welt.
Sorry, aber dieses „Missio Dei“-Konzept versteht ein simpler Geist wie meiner einfach nicht. Stattdessen verstehe ich die Ansage des fleischgewordenen Wortes Gottes, das ich bereits oben zitiert habe: „gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“. Wem will ich also nachfolgen: der (hessischen, aber auch in Berlin sieht es nicht besser aus) EKD und ihren offensichtlich verwirrten „Hirten“ oder dem Guten Hirten selbst ? Ich habe meine Entscheidung getroffen und viele, viele Christen in Deutschland ebenfalls. Nicht irgendein obskures, kirchliches Konzept kann mir Richtschnur sein, sondern nur meine Rezeption der Bibel, speziell der Aussagen des Neuen Testaments. Christus ist das Haupt der Kirche und vor allem Er macht die Ansagen !
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2 Gedanken zu “Deutschland: „Wir dürfen hier nicht rein !“ für Islam-Konvertiten bei der EKD

  1. Ich verstehen die Besorgnis der Deutschen Christen ueber die Entwicklung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Was ich jedoch nicht verstehe ist warum diese Entwicklung toleriert wird. Die Evangelische Kirche in Deutschland ist weiter von der Bibel entfernt als die Erde von der Sonne.
    Nur wenn man sich auf das Lehren der Bibel im woertlichen Sinne besinnt, werden sich die Kirchen wieder fuellen. Aber ich glaube dass es selbst dafuer viel zu spaet ist.
    Fuer die wenigen die noch wirlich Suchende sind kann ich nur empfehlen, nehmt die Schrift woertlich, Word fuer Word und betet zum Heiligen Geist dass er euch fuehrt im Verstehen.

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