Nigeria: Pastor erschossen

Im nigerianischen Bundesstaat Borno wurde der Leiter einer Pfingstgemeinde, Faye Pama Musa, von „Unbekannten“ erschossen. Der Geistliche war ebenfalls Leiter der regionalen Abteilung der „Christian Alliance of Nigeria“, CAN.

Karte von Nigeria.

Nigeria

In der Hauptstadt des Bundesstaates Borno von Nigeria, Maiduguri, wurde am Dienstag, den 14. Mai 2013, der Leiter der CAN in Borno, Pastor Faye Pama Musa, 47, verheiratet, Vater von drei Kindern, vor den Augen seiner Tochter ermordet. Er kam gerade von einem abendlichen Bibelstudienkreis in der von ihm geleiteten „Rhema-Assembly“-Gemeinde nach Hause, als er von mehreren Männern wieder aus dem Haus gezerrt und dann auf der Straße erschossen wurde.

Die CAN ist ein Zusammenschlus aller christlichen Konfessionen und Denominationen Nigerias, die 1976 zum gegenseitigen Schutz und Gedankenaustausch gegründet wurde. In ihr sind die katholischen, evangelikalen, pfingstlerischen und sonstigen Dachverbände der Christen Nigerias zusammengefasst. Durch die CAN sollen die Christen im Lande mit größerer Einheit und Geschlossenheit auch gegenüber staatlichen Stellen und gegenüber den anderen Religionsgruppen Nigerias auftreten können. Seit kurzem aber haben sich die katholischen Bischöfe aus dem Rat der CAN zurückgezogen. Beobachter gehen davon aus, dass die Tatsache, dass mit dem Pfingstler Ayo Oritsefayor seit einigen Jahren zum ersten Mal ein nichtkatholischer Geistlicher dem Rat vorsteht, den Katholiken nicht gefällt und sie um ihren Einfluss fürchten. Ebenso stoßen sie sich an Oritsefayors großer Offenheit beim Thematisieren der laufenden Christenverfolgung und den Massakern an Gläubigen im Norden und im Zentrum Nigerias. Ob die katholische Kirche also die CAN wieder verlassen wird, ist derzeit noch offen. Aber zurück zum Thema:

Pastor Faye Pama Musa diente in verschiedenen Funktionen mehreren Gemeinden 26 Jahre lang. Er war nach Angaben der „Morning Star News“ auch ein Mann, der ebenso wie der bereits erwähnte Bischof Oritsefayor kein Blatt vor den Mund nahm, wenn es um das Anprangern von Christenverfolgung in seiner Stadt Maiduguri, einer Hochburg der „Boko Haram“-Terroristen, und im Bundesstaat Borno ging. Der Mord an Pastor Musa erfolgte nur eine Stunde, nachdem der nigerianische Präsident Goodluck Johnathan wegen der anhaltenden Übergriffe durch die „Boko Haram“ über die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa den Ausnahmezustand verhängt hatte. Nach Angaben der Morning Star News sollen die Terroristen der genannten islamischen Untergrundbewegung seit 2009 ca. 4.000 Menschen getötet haben. Darunter vor allem Soldaten, sonstige Angehörige von Regierungsbehörden und -einrichtungen sowie ganz einfache Christen. Ob die „Boko Haram“ auch für den Mord an Pastor Musa verantwortlich zeichnet, ist noch nicht bekannt, aber wahrscheinlich.

Außerdem hatte Pastor Musa immer wieder bezeugt, dass er sich dem wachsenden Druck der Extremisten nicht beugen wolle und in Borno, speziell in Maiduguri, weiterhin das Evangelium predigen wolle. Schon 2007 soll er sich in einem Interview dementsprechend geäußert haben.

Ich wurde in Borno State geboren und Gott rief mich dazu,  meinen Leuten zu dienen. Ich glaube, diejenigen sind am besten dazu geeignet, mit dem Evangelium Menschen zu erreichen, die die Kultur dieser Menschen verstehen.

Dabei lehnte Pastor Faye Pama Musa jede Gewalt strikt ab. Er wollte durch Liebe, Hilfe, Gebet und die freiherzige Verkündigung des Evangeliums die Herzen der Menschen, auch die der Muslime in Borno, für Jesus gewinnen. Nun hat die Gewalt, die durch die nördlichen und zentralen Bundesstaaten Nigerias zieht, auch ihn erfasst und sein Leben gefordert.

(Quelle: „Morning Star News“ vom 15. Mai 2013)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s