Zentralafrika: Kirche spricht von „systematischen Angriffen“

Ein neues Land, ein altes Problem: kaum haben die Rebellen der sog. „Seleka“-Rebellenbewegung die Hauptstadt Bangui erobert, beginnt bereits die antichristliche Repression. Am 24. März 2013 übernahm der Rebellenführer Michel Djotodie die Macht in Bangui und ernannte sich selbst zum Präsidenten. Nun äußert sich die katholische, bischöfliche Kommission „Justitia et Pax“ zur Situation im Lande.

zentralafrikanische-republik-karteIn der zentralafrikanischen Republik tobt(-e) ein Bürgerkrieg. Rebellen der Sammlungsbewegung „Seleka“ bekämpfen die Regierung. Soweit, so banal. Im März vertrieben die Rebellen den Präsidenten François Bozizé aus der Hauptstadt Bangui und am 24. März ernannte sich daraufhin Michel Djotodie von der Seleka zum Präsidenten. Er kündigte innerhalb der nächsten drei Jahre Neuwahlen an, um die Situation im Lande wieder zu stabilisieren. Das Rebellen-Bündnis wurde im April von der Unicef beschuldigt, Kindersoldaten im gesamten Land zu rekrutieren. Außerdem gab es Gerüchte, in der Seleka hätten Islamisten einen großen Einfluss.

Zuvor hatten sich Regierung und Rebellen bereits am 11. Januar 2013 auf einen Waffenstillstand und eine gemeinsame Übergangsregierung geeinigt, aber offensichtlich sah sich die Seleka in einer militärisch so starken Position, um dieses Abkommen zu brechen und selbst die Macht zu übernehmen. Inwiefern die erwähnten Kindersoldaten dabei eine Rolle spielten ist noch unklar.

In diese Situation kommt nun der Bericht der „Justitia et Pax“ – Kommission der katholischen Kirche. In diesem wird von „Gewalt und Plünderungen unter der Zivilbevölkerung und den christlichen Gemeinden“ gesprochen, die zugenommen hätten, seit die Seleka die Macht übernommen hat, und von „systematischen Angriffen“ auf Kirchen und christliche Geistliche. Außerdem spricht der Vorsitzende der Kommission, Bischof Albert Vanbuel von Kaga-Bondoro, von einem „ungesunden Klima“, das sich im Land verbreitet habe und das „das durch die Abwesenheit der Verwaltung und durch Verstöße gegen die Verfassung und die Menschenrechte begünstigt wird“. Wörtlich heisst es u. a., wie der katholische „fidesdienst“ berichtet:

Die Kirche beklagt „eine durch religiösen Extremismus gekennzeichnete Rebellion, die eine systematischen Schändung und Verwüstung religiöser Einrichtungen und insbesondere katholischer und protestantischer Kirchen mit sich bringt“.

Kirchenschändungen, religöser Extremismus, Verwüstung „religiöser Einrichtungen“. Es bedarf nur einer geringen Phantasie, um hinter diesen sachlichen Formulierungen die bittere Wahrheit zu erkennen. Der Fidesdienst schreibt weiter:

„Im ganzen Land hat die katholische Kirche einen hohen Preis bezahlt“, heißt es in der Verlautbarung. „In Diözesen wie Kaga-Bandoro, Bambari, Alindao, Bangssou und Bossangoa wurden große Schäden verursacht. Die Rebellen sind auf der Suche nach leichter Beute und dies hat schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung“. Auch zahlreiche Priester und Ordensleute seien in den vergangenen Monaten angegriffen worden.

Die „Justitia et Pax“ – Kommission setzt sich für einen innergesellschaftlichen Dialog zur Beilegung der Gewalt und zum Aufbau eines stabilen Friedens in der zentralafrikanischen Republik ein. Dafür wünscht man sich die Einrichtung einer Kommission für Versöhnung und Wahrheit.

(Quelle: „fidesdienst“ vom 08. Mai 2013)

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Ein Gedanke zu “Zentralafrika: Kirche spricht von „systematischen Angriffen“

  1. Kirchenschändungen, religöser Extremismus, Verwüstung „religiöser Einrichtungen“. Es bedarf nur einer geringen Phantasie, um hinter diesen sachlichen Formulierungen die bittere Wahrheit zu erkennen.

    Ja, da braucht man wirklich nicht mehr viel Phantasie. Die Rebellen stürzen in vertragsbrüchiger Art die Regierung, danach häufen sich Akte von „religiösem Extremismus“ etc. Die katholische Kommission ist wohl nur zu höflich und zu sehr an eine gewisses Dezenz gewohnt, um dem Kind einen Namen zu geben: islamische Gewalt, scharia-konformer Extremismus der muslimischen Art. Zugegeben: welche ethnischen, politischen oder wirtschaftlichen Konflikte das Herz des schwarzen Kontinents erschüttern, ist manchmal nur schwer zu erkennen. Oftmals ist es eben kein holzschnittartiges „Gut-Böse“-Schema, nach dem man die Vorgänge beurteilen könnte. Hier aber gilt für mein Dafürhalten das gute, alte „Nachtigall ick hör dir trapsen“. Kaum haben diese „Seleka“-Leute die Macht übernommen, werden Kirchen geplündert…. Machen Sie sich ihren eigenen Reim darauf, liebe Leser.

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