Tanzania: zwei Tote bei Bombenattentat auf Kirche (update)

Bei dem Bombenanschlag auf eine Kirche in Aruscha, Tansania, wurden am Sonntag, den 05. Mai 2013, mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Von einem vorüberfahrenden Motorrad aus, wurde der Sprengsatz in die Kirche geworfen, deren offizielle Eröffnung bevorstand. Vier saudische und acht weitere Männer wurden im Zusammenhang mit diesem Anschlag von der tansanischen Polizei verhaftet.

Tansania

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Die christliche Hilfsorganisation „open doors“ hatte Tansania 2012 aus seinem „Weltverfolgungsindex“ gestrichten. Wie auf deren Webseite ganz offen zugegeben wird, aus technischen, weniger aus sachlichen Erwägungen heraus. Man wollte nur ganze Staaten erfassen und nicht, wie zuvor jahrelang, auch einzelne Landesteile. Dazu muss man wissen, dass der Insel-Teilstaat Sansibar schon länger im Fokus der Beobachtung steht, weil dort christenfeindliche Aktivitäten keine Seltenheit sind.
Aber bevor der „Weltverfolgungsindex 2013“ von open doors erstellt wurde, haben sich die Verantwortlichen anders entschieden. Sie integrierten Tansania wieder in die Liste der 50 schlimmsten Verfolgerländer. Diesmal sogar auf Platz 24 wobei Länder wie Ägypten, China oder Burma sogar noch dahinter rangieren. Dies sagt viel aus über die Einschätzung solcher „professionellen“ Beobachter, was die Lage der Christen im ostafrikanischen Land angeht, auch wenn die genauen Kriterien für die Platzierungen in dieser Liste durchaus hinterfragbar sein mögen. Open doors schreibt dazu:

Tansania (mit Sansibar) kehrt dieses Jahr wegen der zunehmenden Verfolgung durch den islamischen Extremismus zurück auf den Index, das gilt sowohl für das Festland als auch die Inselgruppe Sansibar.

Wie um diese Einschätzung zu bestätigen kommt die o. g. Nachricht gerade aus dem Land. Am Sonntag, den 05. Mai 2013, sollte im Vorort Olasiti der nord-tansanischen Stadt Aruscha die neue römisch-katholische Kirche eingeweiht werden. Noch bevor die Messe beginnen konnte, wurde von einem vorüberfahrenden Motorrad aus ein Sprengsatz in das Gebäude geworfen, der zwei Besucher tötete und mindestens 50 weitere verletzt haben soll. An der Einweihung nahm auch der Apostolische Nuntius in Tansania, Erzbischof Francisco M. Padilla, teil, der aber durch die Explosion nicht verletzt wurde.

Der Polizeichef der Region Aruscha, Liberatus Sabas, äußerte gegenüber der BBC, dass mittlerweile 12 Personen im Zusammenhang mit dem Attentat verhaftet worden seien. Davon seien vier saudische Staatsbürger. Der Präsident Tansanias, Jakaya Kikwete, sprach in einer ersten Reaktion von einem „Akt des Terrorismus“. Auch sei er „schockiert und zutiefst betrübt“ anlässlich dieses Gewaltausbruchs. Der Apostolische Nuntius weilt unterdessen noch in Tansania, um sich mit dem örtlichen Klerus darüber zu beraten, wie mit der Situation umzugehen sei. Jedoch ist aus der katholischen Kirche Tansanias zu hören, dass man mit den örtlichen Muslimen jetzt in einen Dialog eintreten wolle, angesichts der sich entwickelnden Gewaltspirale. Kirchenvertreter, die nicht genannt werden wollen, gehen davon aus, dass es sich bei den Terroristen um ausländische Insurgenten handelt, da man zur regionalen, muslimischen Geistlichkeit ein gutes Verhältnis unterhalte.

(Quellen: „fidesdienst“ vom 06. Mai 2013 und„BBC News“ vom 06. Mai 2013)

UPDATE: Mittlerweile gehen Ermittler von 3 Männern aus den Vereinten Arabischen Emiraten und nur noch einem Saudi aus, die sie festhalten. Alle vier wurden beim illegalen Grenzübertritt nach Kenia verhaftet. Neueste Medienberichte sprechen auch nur noch von fünf weiteren verhafteten Tansaniern statt den ursprünglichen acht. Mittlerweile wird auch von über 60 Verletzten gesprochen. Der Vatikan zeigt sich noch immer „tief betroffen“.

(Quelle: „AFP“ vom 08. Mai 2013)

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