Sudan: religiöse Säuberungen laufen weiter

Wir erinnern uns: der Süden des Sudan wurde im Juli 2011 mit Hilfe der UN und nach einem dahinführenden Volksentscheid selbständig. Ein neuer Staat entstand, auffälligerweise entlang religiöser und ethnischer Linien.

SudanNorden-mapDie islamische Regierung des Nordens geht nun davon aus, dass sie freie Hand hätte, ihr Land einer religiösen Säuberung zu unterziehen und alle Christen auszuweisen. Bereits wenige Wochen nach der Separation des Südens erkannte man im Norden allen Christen die Staatsbürgerschaft ab und forderte sie dazu auf, das Land zu verlassen. Kirchen wurden geschlossen, Kirchenvertreter inhaftiert, Besitz von Christen und christlichen Diensten beschlagnahmt etc. Dies alles, um den Druck auf Gläubige zu erhöhen, den Nordsudan zu verlassen und somit einen „christenreinen“ Staat zu schaffen. Es gab sogar Ultimaten, die aber wohl ebenfalls nur zur Drohkulisse gehörten, die das Regime von Omar Bashir aufbaute. Immerhin gab es nach massiven antichristlichen Pogromen eine „Luftbrücke“, die mehrere Hundert christliche Familien in den Süden ausflog.

Aber, so die Logik des Nordsudans, wenn die Christen nicht schnell genug „abhauen“, dann müssen wir eben weiter nachhelfen. Am 12. April 2013 wurde der Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz des Sudan, Santino Morokomomo Maurino, gemeinsam mit zwei Mitarbeitern von Sicherheitskräften der Regierung aufgegriffen und in den Südsudan abgeschoben. Dies ist nur der traurige Höhepunkt einer Welle von Aggression gegenüber Christen, die vom Regime losgetreten wurde und systematisch gesteuert wird. Geistliche und „einfache“ Christen berichten vom Zerschlagen von Gottesdiensten und Gebetsversammlungen durch Milizen und Polizei, dem gezielten Bespitzeln von Süd-Sudanesen, die im Norden zu tun haben und willkürlichen Verhaftungen.

Um aber einen Überblick über die noch verbliebenen Christen zu bekommen, werden Südsudanesen, Gemeindeleiter, Mitglieder von christlichen Studentenclubs etc. mit unschöner Regelmässigkeit von Angehörigen des „Nationalen Sicherheits- und Nachrichtendienstes“ (NISS) festgenommen und verhört. Dabei sollen sie Namen von Mitchristen preisgeben und über deren evangelistische Aktivitäten „auspacken“. Drohungen wie die, ihre Gefangenen „lebendig zu begraben“, sollen dabei nachhelfen und ihre Wirkung tun. Nach unbestätigten Schätzungen sollen, nachdem das Ausweisungsultimatum am 01. März 2012 ablief, noch ca. 500.000 Christen im Norden verblieben sein. Sie konnten oder wollten ihre Heimat nicht verlassen. Diese letzen Reste des sudanesischen Christentums sollen nun offensichtlich in einer konzertierten Aktion beseitigt werden.

(Quelle: „christian today“ vom 02. Mai 2013)

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Ein Gedanke zu “Sudan: religiöse Säuberungen laufen weiter

  1. Religiöse Säuberungen, Spitzel und Verfolgung durch den Sicherheitsapparat. Das kommt dem aufmerksamen Beobachter doch vertraut vor. Offensichtlich lernt die Menschheit nichts dazu. Hier laufen grünlackierte Islamo-Nazis durch die Gegend, machen alle Christen zu Sündenböcken und haben dafür sogar ihre eigene Gestapo (NISS).
    Warum hört man darüber nichts in unseren Massenmedien ? Wo sind die Antifaschisten hier ? Wir das auf dem Kirchentag diskutiert ? Können wir Deutschen es uns leisten, mal wieder bei Pogromen wegzugucken, weil uns das Täterprofil, „politisch korrekt“ gefiltert, nicht gefällt ?

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