Sri Lanka: „buddhistische Taliban“ wüten gegen Christen

Wer bislang in dem Irrtum lebte, dass die einzige Religion, die dem Christentum spinnefeind ist und es vernichten will, der Islam sei, für den hat dieser Blog sicher die ein oder andere Überraschung parat. Überfälle von nationalistischen Hindus auf Gläubige in Indien z. Bsp. häufen sich seit Jahren. Dort wird von einer politisch-religiösen Einheit von indischem Staat mit der hinduistischen Religion geträumt und von radikalen Organisationen wie „Bajrang Dal“ wird gewaltsam darauf hin gearbeitet. Aber nun kommt auch aus Sri Lanka bedrohliche Kunde…

Sri_LankaDenn offensichtlich haben sich im von Buddhismus und Hinduismus dominierten Inselstaat Teile der buddhistischen Bevölkerung radikalisiert und natürlich gehen sie zunächst einmal traditionell auf die „andere-Wange-Hinhalter“ los. Eine Gruppierung namens „Bodu Bala Sana“ (BBS), die von radikalen Buddhistenmönchen angeführt werden soll (gibt´s tatsächlich, ich hab´s auch nicht glauben wollen), stecke demnach hinter diversen Gewalttaten gegen Christen. Der katholische Bischof von Galle im Süden des Inselstaates, Raymond Wickramasinghe, hat sich dementsprechend unlängst an die christliche Weltöffentlichkeit gewandt, und um Fürbitten für die Christen Sri Lankas gebeten. Er übernahm dabei sogar den zunächst nur in der Presse verwendeten Terminus der „buddhistischen Taliban“ für die BBS.

So sollen BBS-Aktivisten allein im Jahr 2012 für mehr als 50 Angriffe auf Christen und christliche Einrichtungen verantwortlich gewesen sein. Im laufenden Jahr 2013 hat es u. a. am 09. März einen Anschlag auf eine Kirche in Batticaloa gegeben, die während der Nacht angezündet wurde. Am 17. März stürmte ein Mob, der (tatsächlich, Buddhismus, du hast deine „Unschuld“ verloren !) von buddhistischen Mönchen angeführt wurde, eine Kirche in Agalawatte und beendete durch sein Wüten den dort stattfindenden Gottesdienst. Auch diverse evangelische Kirchen geraten in den Fokus der Gewalttäter. Einem Pastor der sog. „Fellowship Church“ im Ort Polonnaruwa wurde unlängst nahegelegt, mit dem „Evangelisieren“ aufzuhören, anderenfalls werde das „Konsequenzen“ haben. Die Parallelen im Verhalten zum Vorgehen hinduistischer Extremisten in verschiedenen Bundesstaaten Indiens ist sicher nicht zufällig.

Aber auch körperliche Übergriffe auf Geistliche sind mittlerweile mehr als „Einzelfälle“ geworden. Als ein Beispiel unter mehreren sei der Fall des Pastors Pradeeep aus Weeraketiya genannt, der im Dezember 2012 aus einer Menge von ca. 1000 Demonstranten (wieder unter Leitung von buddhistischen Mönchen) heraus angegriffen und schwer verletzt worden war. Unterstützt werden diese zumeist singhalesischen Radikalen vermeintlich aus politischen- und Regierungskreisen heraus. Dort versucht man über diese „Sündenbock-Politik“ wohl eine größere, innere Geschlossenheit der Bevölkerung Sri Lankas herzustellen. Irgendwie erinnert mich das an vergangene Zeiten in diesem, unserem Lande, wo auch eine Religionsgruppe herausgepickt wurde, die überhaupt „an allem Schuld“ gewesen sein soll…

(Quelle: „fidesdienst“ vom 30. April 2013)

P.S.: Zur Ehrenrettung des weltweiten Buddhismus sei immerhin erwähnt, dass es weder eine maßgebliche, buddhistische, religiöse Autorität, noch eine überregionale „Richtung“ des Buddhismus gibt, die derartige Gewalttaten unterstützen oder für gut erachten. Jedoch ist auffällig, dass sich buddhistische Mönche seit dem Vietnam-Krieg in Südostasien und darüber hinaus gerne aktiv politisch einmischen. Dies nur manchmal zum Besten ihrer Völker. Mönche demonstrierten z. Bsp. mit den Oppositionellen gegen die Militärdiktatur in Burma, aber sie hetzen auch gegen Christen in Laos oder Thailand.

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