Kenia: christlicher Evangelisationsversuch gewaltsam beendet

Eastleigh ist ein Außenbezirk der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort leben vor allem Somalier, die aus dem Nachbarland in eine sicherere Umgebung geflohen sind. Eastleigh ist aber auch eine Rekrutierungs-Hochburg der somalischen „al-Shabaab“-Milizen, die versuchen in Ostafrika (Somalia, südliches Äthiopien etc.) einen islamischen Allahs-Staat zu errichten.

300px-KeniaAngesichts dieser Ausgangslage ist der Mut, den es erfordert, genau dort eine christliche Straßenevangelisation durchzuführen, extrem bewundernswert und nahe an dem bewussten Inkaufnehmen des Märtyrertums anzusiedeln. „International Christian Concern“ bezeichnet Eastleigh gar als „einen der gefährlichsten Orte für Christen in der Welt“ und spricht davon, dass an solchen Orten nur das Erkanntwerden als Christ bereits zu Prügel und im schlimmsten Falle der Ermordung führen kann. Die letzten kenianischen Christen, die in dieser Parallelgesellschaft noch aushalten, müssen mit Diskriminierung, Beschimpfungen und jeder Form von Gewalt rechnen. Kirchengebäude dort werden vandalisiert oder gleich ganz ausgebombt. Die Polizei traut sich praktisch kaum noch in diese Nachbarschaft hinein. (Parallelen zu Berlin-Kreuzberg oder Neukölln, Duisburg-Marxloh oder Bonn-Bad Godesberg sind natürlich „rein zufällig“ und unter allen Umständen „Einzelfälle“.)

Am 26. März 2013 nun wagten sich acht Christen unter der Leitung eines Geistlichen, der in den Quellen zu seinem Schutz nur als „Pastor Peter“ benannt wird, in dieses Viertel hinein. Sie alle gehören einer nairobischen Gemeinde von Christen mit muslimischem Hintergrund an, die den Missionsbefehl Christi Ernst nehmen (Mt. 28, 19-20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistesund lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“) und mit Bewohnern von Eastleigh das Evangelium teilen wollten. Ihnen, liebe Leser, die Sie sicher ein wenig von der Christenverfolgung und dem wahren Zustand der Welt wissen, dürfte es keine große Überraschung bereiten, was daraufhin passierte. Ein Mitglied dieser Gruppe schaffte es fast nicht mehr lebendig, Eastleigh zu verlassen. Eine wütende Gruppe Muslime ging auf ihn los.

Aamir, 26, berichtet, was ihm zustieß:

Sie schlugen mich mit Fäusten, traten mich, als ich schon am Boden war und verletzten mich mit einem Messer im Nacken. Von da an weiss ich nicht mehr, was weiterhin passierte. (Kirchweyhe ist scheinbar überall. Anm. d. Übers.)

Sein Mit-Evangelist Aadil beschreibt die weiteren Vorgänge:

Aamir schrie laut und die Angreifer zogen sich zurück, während er in einer Blutlache lag. (Das Wort „Blutzeugen“ = Märtyrer bekommt so wieder eine ganz konkrete Bedeutung. Anm. d. Übers.)

Aadil telefonierte sofort nach einem Krankenwagen, aber scheinbar trauen sich auch die medizinischen Dienste nicht mehr nach Eastleigh hinein, so dass er und Pastor Peter den Schwerverletzten Aamir schließlich ins nächtgelegene Hospital tragen mussten, wo seine Wunden versorgt wurden. Vier Tage verbrachte er danach im Gurunak-Hospital, um seine schlimmsten Verletzungen anheilen zu lassen. Dort traf ihn auch ein lokaler Repräsentant von „International Christian Concern“ und zeigte sich über die schwere der Wunden entsetzt, die Aamir erlitten hatte.

Pastor Peter hingegen hatte den Vorfall bei der Polizei gemeldet, die nur widerstrebend überhaupt den Tatort in Augenschein nahm, da sie in Eastleigh de facto abgemeldet zu sein scheint. Ähnlich wie in deutschen Großstädten hat sich hier nämlich eine Parallelgesellschaft herausgebildet, die auf Symbole und Vertreter des Staates, in dem sie leben, höchst allergisch reagiert. Am Tatort wurde Aamirs zerfetzte Bibel auf der Straße gefunden. Der ermittelnde Beamte fragte dabei Pastor Peter: „Warum predigen Sie das Evangelium in Eastleigh ? Das ist sehr gefährlich.“ Ja, ja, die Evangelisten sind bestimmt „selbst schuld“, wenn sie vermöbelt und abgestochen werden. Erinnert mich an die Salafisten-Krawalle in Bonn 2012, wo ja auch die Polizei und die „bösen Rechten“ von der PRO-Partei Schuld sein sollten an den Messerattacken auf einen Beamten.
In jedem Falle gehören die Christen mit muslimischem Hintergrund den Al-Shabaab-Radikalen als „Apostaten“, also Abweichler vom Islam. Sie können sich in Eastleigh, vergleichbar der Situation in Ländern wie Laos, Nordkorea oder Marokko, nur im Geheimen versammeln. Lautes Singen oder der Einsatz von Instrumenten zum Lobpreis im Gottesdienst sind völlig unmöglich. Pastor Peter erwähnt auch, dass bereits mehrere Gemeindemitglieder „verschwunden“ seien. Eine besonders glaubensstarke Schwester wurde einige Zeit nach ihrem Verschwinden ermordet aufgefunden. Entsprechende Drohungen erhält die Gemeinde sozusagen alle fünf Minuten. Aber die kleine Herde hält vielleicht gerade deshalb zusammen und scheint sich in mikroskopisch kleinen Schritten sogar zu vergrößern. Die Kraft des Evangeliums kann scheinbar auch durch Gewalt und Mord nicht endgültig aufgehalten werden. Zumindest solange es Gläubige wie Pastor Peter, Aadil und Aamir gibt.

Wie man das auch immer einschätzen mag, eines ist jedenfalls sicher: Das Evangelium zu verkünden ist eine edle, eine Kern-Aufgabe für alle Christen. Es ist auch seit den Tagen Jesu selbst oder spätestens den Tagen der Apostel-Mission ein (lebens-) gefährliches Unterfangen. Daran hat sich auch nach zweitausend Jahren wenig geändert. Beten wir doch für die Bemühungen von Pastor Peter und seinen mutigen Mitstreitern in Nairobi ! Seelenrettung ist alles, was sie im Sinn haben. Welcher Christ, den Sie persönlich aus Ihrer Gemeinde kennen, wäre mit Pastor Peter nach Eastleigh gegangen oder würde in unserem Lande eine ähnlich gefährliche „Selbstmord-Mission“ antreten ? Da muss man sich selbst und seine Mitchristen lange prüfen…

(Quelle: „persecution.org“ vom 30. April 2013)

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