Ägypten: Folter in Moschee

Gerüchte über derartige Vorgänge gab es schon länger. Jetzt aber scheint es, als ob diese unappetitlichen Vorgänge sich zu bestätigen scheinen: in von der Muslimbruderschaft kontrollierten Moscheen Ägpytens werden liberale und christliche Kritiker der Politik des Präsidenten Mursi gefoltert !

Ägypten

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Bislang hatte ich es Ihnen vorenthalten, liebe Leser, da die Informations-Lage über mögliche Muslimbruder-Folterzentren in Ägypten ausgesprochen verworren war. Da kamen Halbwahrheiten und sehr merkwürdige Fakten gleichzeitig über diverse, teils wenig glaubwürdige, Kanäle an mein Ohr, so dass ich es vorzog, Ihnen die Inhalte diverser Gerüchte nicht mitzuteilen. Wer steht schon gerne als düpierter, weil voreiliger Verkünder von vermeintlichen Skandalen da, die ihm schon wenige Stunden später unter den Füssen wegbrechen ? Das ist unseriöse Berichterstattung. Jetzt aber gibt es eine Geschichte, die der Nachprüfung standzuhalten scheint und die ich Ihnen, damit Sie einen Eindruck von den sich immer mehr verschlimmernden Verhältnissen im Land am Nil bekommen, jetzt erzählen will:

Am 22. März 2013 befand sich der koptische Ägypter Amir Ayad auf dem Weg zu einer Protestkundgebung vor der örtlichen Zentrale der „Freiheits- und Gerechtigkeits“-Partei in einem Kairoer Vorort. Das Ironische dabe ist, dass diese Partei der politische Arm der Muslimbrüder in Ägypten ist. „Freiheit und Gerechtigkeit“ – ganz offensichtlich haben radikale Muslime etwas andere Vorstellungen davon, was das bedeutet, denn noch bevor Amir Ayad an seinem Zielort ankam, geriet er in eine Fahrzeugkontrolle durch Männer in Zivilkleidung. Ayad erzählte der Menschenrechtsorganisation „International Christian Concern“, was weiter geschah:

Ich ging fälschlicherweise davon aus, dass es sich um Polizisten handeln würde. Als sie meinen Personalausweis kontrollierten, sahen sie, dass ich Christ bin (Anm. d. Übers.: in Ägypten steht diskriminierenderweise die Religion in den Personalpapieren. Dadurch bekommen Christen bestimmte, bessere Stellen nicht, werden auf Behörden diskriminiert etc.). In diesem Moment schlugen sie mir auf den Hinterkopf und ich verlor das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden der „Belal ibn-Rabah“-Moschee in Al-Moqattam am Stadtrand von Kairo.

Amir Ayad berichtet nun davon, dass die Moschee von Anhängern der Muslimbrüder in ein Foltergefängnis umgewandelt worden sei, in das er entführt wurde und in dem er systematisch misshandelt wurde. Solche Einrichtungen sollen wohl potentielle Protestler und Liberale einschüchtern und sie vom Widerstand gegen die Islamisierungspolitik der Muslimbrüder und Salafisten unter Präsident Mursi abhalten. Ayad berichtet davon, dass er mit Knüppeln auf die Extremitäten geschlagen worden sei, damit seine Knochen brechen. Er erzählt davon, dass immer neue Oppositionelle gebracht wurden, nachdem die misshandelten und schwerverletzten Opfer der „vorigen Schicht“ wieder abtransportiert worden waren.

Koptische Aktivisten gehen davon aus, dass diese Folterzentren nicht spontan entstanden und improvisiert sind. Sie nehmen an, dass diese Gruppen, die jetzt schrittweise die „öffentliche Ordnung“ im Lande des Mohammed Mursi übernehmen wollen, zu gut organisiert seien, als dass es sich um ein Zufallsprodukt in anarchischen Umbruchzeiten handeln könne. Die Art und Weise, in der die aufgegriffenen Oppositionellen „abgefertigt“ wurden, die systematischen Durchsuchungen ihrer Kleidung und die zielgerichteten Foltermaßnahmen legen diese Beobachter als Zeichen eines bedrohlich hohen Organisationsgrades aus. Auch die Identität der Folterer können sie verschleiern, wie Amir Ayad dem koptischen Menschenrechtsaktivisten Wagih Yacoub berichtet hat:

Die Folterknechte verließen sich nur auf die Beleuchtung ihrer Handies, so dass man ihre Gesichter nicht erkennen konnte. Sie schnürten die Hände der Opfer hinter dem Rücken zusammen und banden ihnen die Füsse zusammen. Dann legten sie deren Füsse auf Stühle und begannen damit, mit Knüppeln auf den ganzen Körper einzuschlagen…

Amir Ayad berichtet, wie das Martyrium für ihn endete, nachdem er sich ca. 6 Stunden in den Händen der Muslimbruder-Folterknechte befunden hatte:

Es gab eine zwanzigminütige Diskussion unter den Folterknechten darüber, wie jetzt mit mir verfahren werden sollte, weil sie sich nicht einig waren. Eine Gruppe wollte mich einfach töten und die anderen wollten mir noch einige Knochen brechen und mir diverse Wunden verpassen, damit man die Narben sehen könne. Dies solle ein Exempel für diejenigen statuieren, die gegen die Muslimbruderschaft demonstrieren wollen.
Letztlich waren nur noch zwei Folterer im Raum und während diese anderweitig beschäftigt waren, gelang es mir, durch das Fenster zu fliehen. Ich kroch ungefähr eine halbe Stunde lang voran, bis ich wieder auf Menschen traf. Dann verlor ich das Bewusstsein und fand mich später im El-Hilal-Krankenhaus in Kairo wieder.

Vertreter der Moschee-Gemeinde der „Belal ibn-Rabah“-Moschee verneinen selbstverständlich jederlei Kenntnis über diese Vorgänge. Sie entschuldigten sich für diese Vorkommnisse (interessant, dass sie sie nicht mehr bestreiten können ! / Anm. d. Übers.) und betonten, sie hätten während des betreffenden Zeitraumes „die Kontrolle über die Moschee verloren“. Na, wer´s unbedingt glauben will…

(Quelle: „persecution.org“ vom 24. April 2013)

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