USA: christliche Floristin muss vor Gericht erscheinen

Es ist noch keine Verfolgung, aber die Tendenz zur Ungleichbehandlung der christlichen Religion im „Westen“ nimmt auch in den USA immer mehr zu. Im Bundesstaat Washington muss sich eine christliche Floristin gegen zwei Klagen erwehren, weil sie sich begründet auf ihre religiösen Überzeugungen weigerte, einem homosexuellen Paar anlässlich von deren Hochzeit Blumen zu verkaufen.

karteUSADiese Nachricht verstört auf so viele Arten und Weisen. Die Gefährdung der Religionsfreiheit beginnt scheinbar nicht erst in Indonesien, Ägypten oder Kuba, sondern ihre Grundlagen sind längst in unseren ehemals freien Ländern des sog. „Westens“ verankert. Wo im Sinne des Islam geschlechtergetrennte Badetage in öffentlichen Schwimmbädern eingeführt, „Halal“-Mahlzeiten verpflichtend in Cafeterien eingeführt und der Hidschab als normal empfunden wird, da wird jedoch sofort Alarm geschlagen, wenn „Homo-„, „Islamo-“ oder „Xenophobie“ sich angeblich irgendwo zeigen. Vor allem, wenn Christen sich, auf ihre persönlichen Überzeugungen gestützt, gegen inzwischen gesellschaftlich akzeptierte Phänomene wie Abtreibung, Steuerverschwendung, die Demontage der verfassungsrechtlich geschützten Familie oder die sog. „Homo-Ehe“ aussprechen, gibt´s mächtig was auf die biblische „andere Wange“.

Oder anders gesagt: jede Religion darf gesellschaftliche, konkrete Veränderungen im Namen von Buddha, Allah oder dem „großen Schokoladenpudding“ einfordern, nur das Christentum, das ganz grundlegend unser Bild von Individualität, Menschenrechten und unsere, leider immer weniger verbindliche, Ethik geprägt hat, ist, wann immer es mal ungeschminkt Klartext spricht, „rückwärtsgewandt“, „fehlinterpretierte Bibellehre“, „nicht mehr zeitgemäß“, ja sozusagen fast schon „Nazi“, wie ein in den letzten Wochen immer populärer werdender Autor von Katzenkrimis so treffend formuliert. Als Beispiel sei dafür die folgende Episode aus den USA genannt.

Floristin Baronelle Stutzman aus Washington weigerte sich mit konkretem Bezug auf ihren christlichen Glauben, eine Homosexuellen-Hochzeit mit Grün- und anderen Pflanzen auszustatten. Sie wollte aus Gewissensgründen keinen Anteil an dieser Veranstaltung haben. Im Sinne deutschen Vertragsrechts steht es eigentlich jedem Unternehmer frei, mit wem er Geschäfte machen möchte, oder auch nicht. Hierzulande nennt man das „Vertragsfreiheit“ und ich vermute, dass es etwas Ähnliches auch im Anglo-Amerikanischen Sprachraum gibt. Alle Leser, die sich mit internationalem Handels- oder Vertragsrecht auskennen, bitte ich also an dieser Stelle um konkretere Aufklärung. Ob allzuviele Grundsätze im Einzelhandel (Blumen, Kekse oder was auch immer) förderlich sind, darüber ließe sich ebenfalls prachtvoll streiten, aber in jedem Falle kann man eigentlich Baronelle Stutzman nicht dazu zwingen Blumen zu verkaufen, wenn sie dies nicht will. Oder ? Ja, man versucht es aber dennoch. Sogar der Staatsanwalt macht mit, aber hier sind die Details:

Zunächst einmal hat auf Antrag des „Ehepaares“ die „American Civil Liberties Union“ (ACLU), eine Monitor-Organisation, die eigentlich Menschenrechtsverletzungen aufspüren und bekämpfen sollte, eine Klage gegen Frau Stutzman eingereicht. Wir dürfen dreimal raten, warum: „Diskriminierung“ natürlich. Wer hier wen diskriminiert, darüber kann man getrost geteilter Meinung sein, aber auch der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Washington, Bob Ferguson, haut nun den Lukas. Er sieht den „Verbraucherschutz“ in Gefahr. Es klingt absurd, aber angesichts der Tatsache, dass hierzulande tatsächlich vor einigen Jahren über die Art der Fahrräder auf „Fahrradweg“-Beschilderungen gestritten wurde („Damen- oder Herrenräder“ war die Frage, die tatsächlich Straßen- und Tiefbauverwaltungen und diverse Komitees beschäftigt hat), erscheint alles möglich. Wir haben ja auch keine anderen Probleme, die unsere Zeit und Aufmerksamkeit erfordern würden.

Curt Freed und Robert Ingersoll, die von dem vor kurzem verabschiedeten Gesetz bezüglich der Homo-Ehe im Staate Washington Gebrauch machten und sich das verbindliche Ja-Wort gaben, waren lange Kunden von Frau Stutzman, bevor die beschriebene Ablehnung stattfand. Die christliche Floristin weigerte sich also nicht prinzipiell, Menschen mit anderer, sexueller Orientierung ihre Pflanzen zu verkaufen, sondern bestand nur darauf, an der Prozedur der Homo-Ehe keinen Anteil haben zu wollen. Von einer grundsätzlichen, illegalen Grundhaltung der standhaften Floristin scheint aber die ACLU auszugehen, denn sie will einen Schauprozess wegen vermeintlicher Diskriminierung anstrengen. Dass nun auch noch die Staatsanwaltschaft die Verbraucher-Rechte in Gefahr sieht, setzt dem Ganzen die Krone auf. Welche Organisation schützt die Rechte von Christen ? Wo sind die Netzwerke christlicher Anwälte und Sponsoren, wenn man sie mal braucht ? Vermutlich gerade mit „interreligösen Dialogen“ befasst oder auf irgendeiner „Rettet die rote Ringeltaube“ – Demo…

Dennoch hat die Floristin einen Anwalt, Justin Bristol, der sich folgendermaßen zu seiner Klientin äußerte:

Sie ist heutzutage eine der wenigen Personen, die noch zu ihrer Überzeugung stehen anstatt ihren Glauben zu kompromittieren. Sie ist eine sehr nette Dame, die nicht einen diskriminierenden Knochen im Leibe hat, aber sie möchte nicht dazu gezwungen werden, an einem Event Teil zu haben, von dem sie nicht überzeugt ist.

(Quelle: „persecution.org“ vom 19. April 2013)

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